Einsatz in Ehingen
: Freund mischt sich in Unfallaufnahme ein – nun droht ihm ein Bußgeld

Eine 25-Jährige hat am Freitagabend mit ihrem Toyota einen entgegenkommenden Skoda gestreift. Die junge Fahrerin wollte eine Aussage machen, doch ihr Freund mischte sich in die Unfallaufnahme ein. Das hat Folgen.
Von
swp
Ehingen
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Polizei sichert Unfallstelle

Nach einem Unfall am Freitagabend drohen einer ursprünglich gar nicht am Geschehen beteiligten Person nun Konsequenzen (Symbolbild).

Stefan Puchner/dpa
  • Eine 25-Jährige verursachte einen Unfall auf der B311 bei Ehingen, bei dem beide Autos beschädigt wurden.
  • Der Freund der Unfallverursacherin störte die Unfallaufnahme und mischte sich in die Befragung ein.
  • Die Polizei erteilte ihm einen Platzverweis, den er nicht einhielt, und stellte seine Personalien fest.
  • Er erwartet nun ein Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen das Polizeigesetz.
  • Das Bußgeld wird höher ausfallen als das Verfahren gegen die Unfallverursacherin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eigentlich war es ein Einsatz, wie er zum polizeilichen Alltag gehört: Eine 25-Jährige, die am Freitagabend gegen 20.40 Uhr auf der B311 zwischen Munderkingen und Stetten in Richtung Ehingen unterwegs war, geriet mit ihrem Toyota zu weit nach links und streifte einen entgegenkommenden Skoda. Beim Aufprall büßten beide Autos ihren Außenspiegel ein.

Der an sich unspektakuläre Verkehrsunfall sollte von einer Streife des Polizeireviers Ehingen aufgenommen werden. Zunächst lief offenbar alles, wie gewohnt: „Sie wurde über ihr Recht belehrt, keine Angaben bei der Polizei machen zu müssen, und räumte ihren Verstoß ein“, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Ulm zum Vorfall. So weit, so gut – doch die Beamten hatte ihre Rechnung ohne den Freund der Unfallverursacherin gemacht.

Freund der Unfallverursacherin stört Unfallaufnahme

Dieser eilte nämlich, von der jungen Frau über den Unfall informiert, zum Ort des Geschehens. Während der Befragung durch die Polizei habe sich der 25-jährige Mann in der Pflicht gesehen, sich in die Vernehmung einzumischen: „Er gab seiner Freundin Tipps, was sie zu sagen hätte und was
nicht.“

Eine freundliche Aufforderung, sich besonnen zu verhalten und seine aussagewillige Freundin nicht durch falsche Angaben zu beeinflussen, habe der Mann nicht befolgt, so die Mitteilung weiter. Weil der 25-Jährige stattdessen weiterhin penetrant die Maßnahmen der Polizei störte, sprachen die Beamten einen Platzverweis aus und stellten seine Personalien fest. Ruhe gab der Freund dennoch nicht: Statt den Platzverweis zu befolgen, erklärte er nun dem Polizeibeamten, was dieser tun dürfe
und was nicht.

Den 25-Jährigen erwartet nun ein Bußgeldbescheid wegen des Verstoßes gegen das Polizeigesetz, berichtet das Polizeipräsidium Ulm: „Die Geldbuße wird dabei sicher höher ausfallen, als das Bußgeldverfahren gegen seine Freundin.“