Auto überfährt Reh
: So verhält man sich richtig bei Wildunfällen

Im Herbst häufen sich jedes Jahr die Wildunfälle. Wie können Autofahrer sie vermeiden und was sollten sie tun, wenn es doch passiert?
Von
Anna Batscheider
Ehingen
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Am häufigsten unter die Räder kommen Rehe: Sie machen 49 Prozent aller insgesamt gemeldeten Wildunfälle aus. Im April sind es verstärkt Rehböcke.

Schmuck Wildwechsel bei Krätenhöfe

Die Saison der Wildunfälle hat begonnen. Wie verhalten sich Autofahrer richtig?

Giacinto Carlucci
  • Herbst führt zu mehr Wildunfällen, besonders in den frühen Morgenstunden und bei Dämmerung.
  • Auf der L271 bei Obermarchtal wurde ein Reh von einem Auto erfasst; Fahrer blieb unverletzt.
  • Autofahrer sollen langsam fahren, Abstand halten und bei Wildwechsel bremsbereit sein.
  • Unfallstelle absichern, Polizei informieren und keine verletzten Tiere anfassen.
  • Wildunfälle 2023 gestiegen; Ravensburg und Alb-Donau-Kreis besonders betroffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit dem Herbst kommt die Zeit, in der sich Wildunfälle häufen. So konnte ein 63-Jähriger in der Nacht von Sonntag auf Montag auf der L271 bei Obermarchtal in Richtung Zwiefaltendorf nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste ein Reh, das die Straße überquerte. Der Fahrer blieb unverletzt, das Tier starb an der Unfallstelle. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 3.000 Euro. Bei so viel Geld stellt sich die Frage: Wie verhindert man, dass ein Reh auf die Motorhaube kracht?

Das können Autofahrer tun

Laut Polizei muss man besonders in den frühen Morgenstunden, bei Dämmerung und in der Nacht mit Wildwechsel rechnen. Deshalb sollte man langsam fahren, Abstand halten und aufmerksam und bremsbereit sein. Sind Tiere auf der Straße, sollen Autofahrer abblenden, bremsen, hupen und wenn nötig anhalten. So kann das Wild flüchten. Die Polizei empfiehlt, anschließend in Schrittgeschwindigkeit weiterzufahren, denn es könnten weitere Rehe, Wildschweine und Co. in der Nähe sein. Kommt es zum Unfall, muss die Stelle sofort abgesichert werden. Verletzte Tiere darf man auf keinen Fall anfassen oder mitnehmen, da sie in Panik geraten oder krank sein könnten. Auch getötete Tiere sollte man liegenlassen. Stattdessen muss die Polizei gerufen werden. Diese gibt die Information an den zuständigen Jagdpächter weiter, der sich um das Tier kümmert. Von den Beamten erhalten Autofahrer eine Wildunfallbescheinigung zur Vorlage bei der Kaskoversicherung.

Anstieg der Wildunfälle

Laut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg stieg die Anzahl der Wildunfälle von 18.470 im Jahr 2022 auf 21.955 im Folgejahr. Weitaus am häufigsten betroffen ist dabei das Reh, gefolgt vom Wildschwein. 2023 führte der Landkreis Ravensburg mit 3.365 Wildunfällen die Statistik an. Der Alb-Donau-Kreis verzeichnete hingegen 1.651 Vorfälle. Das Forschungsinstitut hofft, diese Zahlen in Zukunft durch bessere Maßnahmen senken zu können.