Der Schnee und seine Folgen: Polizeiauto überschlägt sich, Flüge fallen aus, Unfall mit Schneepflug

Am Stuttgarter Flughafen kommt es zu Verspätungen.
Marius Bulling/onw-images/dpa- Verspätungen am Flughafen Stuttgart durch Winterwetter; Flugzeuge müssen enteist werden.
- Sieben Flüge verspätet; Landebahn betriebsbereit.
- Passagiere sollen Ankunftszeiten online prüfen.
- Auch Flugzeuge von anderen Flughäfen könnten verspätet starten.
- Landungen finden bereits statt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Wetterdienst hatte vor Schneefall und glatten Straßen gewarnt - und so kam es auch. In weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs gab es in der Nacht auf Sonntag (05.01.2025) Schnee, Regen und Eis. Das hatte Folgen auf den Straßen, Schienen und in der Luft. An dieser Stelle sammeln wir Meldungen rund um den Wintereinbruch. Im Laufe des Sonntags beruhigte sich die Lage.
Wetterdienst hebt Glättewarnung auf
Bereits am Samstag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Glatteis durch gefrierenden Regen. Die Warnung galt für weite Teile des Landes, sowie auch für Bayern. Die Wetterexperten riefen die Menschen auf, vorsichtig zu sein. Ab Sonntagmittag bestand keine Warnung mehr wegen Glatteis.
Polizeiauto überschlägt sich auf der A81 bei Engen
Ein Wagen der Bundespolizei hat sich wegen Glätte auf der A81 bei Engen in Fahrtrichtung Singen überschlagen. Bei dem Unfall nordwestlich des Bodensees im Kreis Konstanz erlitten nach Polizeiangaben fünf Beamte leichte Verletzungen. Der Fahrer habe aufgrund der schneeglatten Fahrbahn die Kontrolle über den Wagen verloren, hieß es. Das Polizeiauto kam demnach von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Die fünf Beamten konnten sich selbst aus dem Wagen befreien. Sanitäter brachten sie vorsorglich in eine Klinik. An dem Auto sei ein Totalschaden in Höhe von rund 70.000 Euro entstanden.
Verzögerungen am Stuttgarter Flughafen
Weil Flugzeuge enteist werden müssen, kommt es am Sonntagmorgen zu Verspätungen am Stuttgarter Flughafen. Sieben Flugzeuge seien bislang verspätet, sagte eine Sprecherin des Airports. Die Start- und Landebahn sei bereits vom Winterdienst geräumt worden und betriebsbereit. Landungen erfolgten den Angaben zufolge bereits am Morgen. Die Sprecherin riet den Menschen, die Reisende am Flughafen abholen wollen, vorher online zu checken, wann die Maschinen eintreffen. Wegen des Wetters sei es möglich, dass auch Flugzeuge von anderen Flughäfen verspätet starten.
Auch in München hat der Schneefall Folgen
Auch am Airport München gibt es Einschränkungen im Flugverkehr. Laut Website des Flughafens wurden einige Flüge annulliert, die am Sonntagmorgen hätten starten sollen. Nach Angaben eines Flughafensprechers fielen die Entscheidungen der Airlines für die Flugausfälle bereits gestern. Sie seien eine „Vorsichtsmaßnahme“ gewesen. Es sei derzeit wechselseitig eine Start- und Landebahn offen, die andere werde geräumt. Neben der „Einschränkung der Kapazität“ komme eine verminderte Sicht bei Schneefall hinzu, weshalb die Abstände bei den Abflügen und Landungen vergrößert würden. Zudem müssen laut Sprecher Maschinen enteist werden. Wie lange die witterungsbedingten Einschränkungen andauern, blieb zunächst unklar.
Frankfurt: 120 Flüge annulliert
Das Winterwetter mit Schneefällen, Schnee- und Eisregen sorgt am Frankfurter Flughafen für Einschränkungen. Von den für den Tagesverlauf geplanten 1090 Starts und Landungen am Sonntag seien 120 annulliert worden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Weil Start- und Landebahnen geräumt werden müssen und eine schlechtere Sicht herrsche, seien die Kapazitäten des Flughafens eingeschränkt. Auch die Enteisung der Maschinen dauere angesichts der Witterungsverhältnisse länger. Flugpassagieren riet der Sprecher, sich bei ihrer Airline über ihre Flüge zu informieren und gegebenenfalls auch mehr Zeit für die Anreise zum Flughafen einzuplanen. Fraport hatte bereits vorab auf mögliche Flugausfälle durch die Witterungsverhältnisse hingewiesen.
Bahnverkehr im Raum Frankfurt beeinträchtigt
Das Winterwetter hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. „Aktuell kommt es aufgrund von Winterwitterung im Raum Frankfurt(M) zu Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Dadurch kommt es zu hohen Verspätungen sowie Teil und Ausfällen von Zügen“, teilte die Deutsche Bahn mit. Betroffen sind vor allem Verbindungen im Fernverkehr, die über Frankfurt am Main verkehren. Einzelne ICE-Züge halten ersatzweise am Frankfurter Südbahnhof statt am Hauptbahnhof. Andere Regionen Deutschlands sind nach Auskunft der Bahn-Pressestelle nur indirekt betroffen. Die Bahn rät allen Reisenden, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.
Nur vereinzelt verspätete Züge in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg habe es nur vereinzelt Verspätungen wegen des winterlichen Wetters gegeben, so die Sprecherin. In Frankfurt kam es am Vormittag zu Verspätungen und Ausfällen. Dies wirkte sich auf viele Verbindungen aus, die über die Stadt fuhren.
Mannheim: Autofahrer kracht in Polizeifahrzeug
Trotz Warnungen der Polizei ist ein Autofahrer in Mannheim in eine gesicherte Unfallstelle gekracht. Der 32-Jährige prallte mit seinem Auto gegen einen Streifenwagen, der mit Blaulicht, Warnblinker und der Aufschrift „Glätte“ eine Unfallstelle absicherte. Der Mann habe die Straßenverhältnisse unterschätzt und konnte auf der glatten und schneebedeckten Fahrbahn nicht mehr rechtzeitig bremsen, wie die Polizei mitteilte. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Die Beamten schätzen den Schaden auf rund 3.000 Euro.
Karlsruhe: Transporter rutscht in Schneepflug
Ein Kleintransporter ist auf der Autobahn 8 bei Karlsruhe auf einen Schneepflug aufgefahren. Der 58 Jahre alte Beifahrer des Kleintransporters habe dabei leichte Verletzungen erlitten, teilte die Polizei mit. Der Fahrer des Schneepflugs blieb unverletzt. Der Fahrer des Transporters sei am frühen Morgen auf das Winterdienst-Fahrzeug aufgefahren. Nach Polizeiangaben war der Fahrer vermutlich abgelenkt und zu schnell für die winterlichen Straßenverhältnisse unterwegs. Die Beamten schätzen den Schaden auf rund 40.000 Euro. Für kurze Zeit war die A8 den Angaben zufolge komplett gesperrt.
Berchtesgadener Land: Mädchen bricht in See ein
So einladend das Winterwetter ist, Eislaufen auf Seen ist derzeit nicht sicher. Ein 13 Jahre altes Mädchen ist im Berchtesgadener Land in einen zugefrorenen See eingebrochen und ins eiskalte Wasser gestürzt. Spaziergänger riefen dem Mädchen zu und motivierten sie, sich aus eigener Kraft zurück auf die Eisfläche zu ziehen und an das Ufer zu robben, wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mitteilte. Ein Mann hätte ihr dann das letzte Stück an Land geholfen. Die 13-Jährige kam demnach frierend, aber unverletzt davon. Zusammen mit zwei Freunden war das Mädchen laut BRK am Samstag bei Freilassing unterwegs, als sie auf die Eisschicht trat und rund 20 Meter vom Ufer entfernt einbrach. Die Einsatzkräfte warnen davor, zugefrorene Gewässer zu betreten - bei Einbruch bestehe Lebensgefahr.
Braunschweig: Feuerwehr befreit festgefrorene Ente
Eine Ente ist auf einem See nahe einer Kläranlage in Braunschweig mit ihrem Federkleid festgefroren. Die Feuerwehr wurde alarmiert und befreite den Vogel aus seiner misslichen Lage, wie ein Feuerwehrsprecher berichtete. Demnach wurde die Ente dem Tierschutz Braunschweig übergeben, der ebenfalls zum Einsatzort gekommen war. Er gehe davon aus, dass das Tier zunächst untersucht wurde, sagte der Lagedienstführer der Feuerwehr. Ob die Ente krank oder verletzt war, wusste er nicht. Nach Angaben der Naturschutzorganisation Nabu frieren gesunde Enten und andere Wasservögel auf Eisflächen nicht fest. Selbst wenn sie stundenlang auf dem Eis herum watscheln, kühlten die Vögel nicht aus, schreibt der Nabu. Bei lange anhaltendem Frost ist es demnach aber möglich, dass kranke oder verletzte Tiere im Eis einfrieren und menschliche Hilfe brauchen.
Schneechaos in Großbritannien
Ungemütliches Winterwetter mit reichlich Schnee und überfrierender Nässe hat in Großbritannien zu Stromausfällen, Verkehrsunfällen und Flugstreichungen geführt. Am Sonntagmorgen sperrten die Flughäfen in Manchester, Liverpool und Leeds vorübergehend ihre Start- und Landebahnen wegen heftigen Schneefalls. Einige Flüge mussten am Wochenende zu anderen Flughäfen umgeleitet werden. Am Samstagabend fiel in Regionen um Birmingham, Bristol und Cardiff der Strom aus, wie der britische Netzbetreiber National Grid mitteilte. In vielen Teilen des Vereinigten Königreichs galten Wetterwarnungen, zahlreiche Straßen wurden gesperrt. Auch der Bahnverkehr war streckenweise beeinträchtigt. In anderen Teilen Nordeuropas herrschen derzeit ebenfalls Kälte, Schnee und Glätte. In Finnland starben in der Nacht zum Samstag vier Teenager im Alter von 17 und 19 Jahren bei einem Verkehrsunfall, als ihr Auto von einer verschneiten Straße abkam.

