Satteldorferin auf der Aida: „Wie auf dem Traumschiff“ – trotz fast 14 Wochen Arbeiten ohne Pause

Teresa Gieiger konnte durch die Arbeit auf der Aida viele Länder bereisen. Hier ist die Satteldorferin beim Landgang in Norwegen.
privat- Teresa Geiger arbeitete knapp vier Monate als Fitnesstrainerin auf der Aida Bella.
- Routen: vom Nordkap bis zu den Kanaren; Start in Kiel, Sicherheitstraining in Rostock.
- Bis zu sechs Stunden Sport täglich, teils 14 Stunden an Seetagen; keine freien Tage.
- Krankheit beendete Einsatz: Krankenhaus in Madeira, Rückkehr aufs Schiff nicht erlaubt.
- Plant Weiterbildung in manueller Therapie; leitet dienstags Hot-Iron im Movin.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Schon als Jugendliche wollte ich unbedingt ins Ausland und habe mich deshalb für den Worthington-Austausch beworben“, erzählt Teresa Geiger. „Da, wurde ich aber letztlich nur Zweite.“ Später war sie als Animateurin ein paar Wochen in Griechenland und Spanien. „Ich hätte gerne ein Auslandsjahr gemacht, aber das war finanziell einfach nicht möglich.“
Nachdem sie ihre Ausbildung als Physiotherapeutin und Gymnastiklehrerin abgeschlossen hatte, wollte sie aber unbedingt noch einmal etwas anderes sehen. So kam es im November 2024 zu der Initiativbewerbung bei der Aida. „Bereits am Folgetag gab es die erste Rückmeldung und nach den Gesprächen im Frühjahr vergangenen Jahres habe ich einen Arbeitsvertrag als Fitnesstrainerin für fünf Monate unterschrieben.“
Schiff mit über 2000 Betten
Im September vergangenen Jahres startete schließlich in Kiel für Teresa Geiger das Abenteuer auf der Aida Bella mit rund 2000 Gästen an Bord, allerdings mit einem plötzlichen Ende — aber dazu später. Im Vorfeld musste sie noch ein einwöchiges Sicherheitstraining in Rostock absolvieren.
„Ich war noch nie auf einem solch riesigen Schiff“, erzählt die 28-Jährige. „Anfangs war es wie ein Labyrinth, in dem ich einige Zeit brauchte, um mich zurechtzufinden.“ Gewöhnungsbedürftig war zudem der starke Seegang auf den Verbindungsrouten. „Da hat das ganze Schiff geschaukelt und wir mussten zeitweise sogar die Fitnessgeräte sperren. Die Teller sind auf dem Tisch hin- und hergerutscht. Ich habe das aber einigermaßen gut vertragen.“
Körperlich sei die Zeit auf dem Schiff äußerst anstrengend gewesen, bis zu sechs Stunden Sport standen ohne einen freien Tag auf dem Programm. Die Abläufe ihres Trainings hat sie selbst zusammengestellt und dabei immer wieder neue Ideen und Choreografien eingebracht. „Ich mache das schon lange und habe sehr viel Erfahrung“, berichtet die Satteldorferin. Profitiert habe sie dabei vor allem von Tina Estner als Trainerin: „Von ihr habe ich sehr viel gelernt.“
Aber auch von ihren Kolleginnen und Kollegen im Sportbereich der Aida konnte sie das ein oder andere mitnehmen. Da die Angestellten des Schiffes, die aus allen Herren Ländern kamen und immer wieder wechselten, verlief die Verständigung beinahe ausschließlich auf Englisch oder mit Händen und Füßen. Neben Gruppenkursen wie Spinning hat sie auch individuelle Einheiten durchgeführt. „Beim Personal-Training entsteht manchmal schon eine recht enge Verbindung, mit ein paar habe ich sogar meine Kontaktdaten ausgetauscht.“
Learning by doing
Neben ihren täglichen Kursen, die sie geleitet hat, war die Sport- und Gymnastiklehrerin zudem für Saunaaufgüsse zuständig. „Das hatte ich zuvor noch nie gemacht, da war dann ‚learning by doing‘ angesagt.“ Neben dem Fitness- und Wellnessbereich gab es im 13. Stock der Aida noch Außenpools, einen Fußball- sowie Basketballplatz. An einigen Abenden stand Teresa Geiger zudem auf der Bühne des Schiffes und demonstrierte ihre Kurse und Angebote im Fitnessbereich.
Die meisten Gäste kamen aus Deutschland, ein paar sogar aus dem Landkreis Schwäbisch Hall. „Da hat man sich dann abends getroffen und ein wenig über die Heimat ausgetauscht.“ So richtig spät wurde es allerdings nie, „ich musste ja meistens früh raus. Außerdem ist ausreichend Schlaf wichtig, wenn man jeden Tag so viel Sport treibt.“
Besuch aus Crailsheim
Besonders gefreut hat sie sich über die siebenköpfige Gruppe aus Crailsheim, die extra ihretwegen eine einwöchige Kreuzfahrt gebucht hatte. Sie nahmen zuvor regelmäßig an dem Hot-Iron-Kurs im Movin teil, den die Physiotherapeutin und Fitnesstrainerin zuvor geleitet hat. „Das war mein persönliches Highlight.“ Mit ihren Besuchern war sie auf Landgang zusammen unterwegs.
Vor den Hafentagen hat Teresa Geiger immer ihre Landausflüge genau geplant. Als Schiffsangestellte hatte sie ja lediglich rund vier Stunden Zeit. „Ich habe in jedem Land ein Tanz-Video gedreht und mir im Vorfeld genau die Choreografie überlegt, was ich da tanzen werde.“ Die Videos hat sie auch auf aihrem Instagram-Account hochgeladen. Zudem war am Strand oder in der Umgebung Wandern, Joggen oder bei größeren Städten Sightseeing angesagt – in kurzer Zeit eben so viel wie möglich sehen.
Landesspezialitäten ausprobiert
Jedes Mal stand eine Spezialität des jeweiligen Landes auf ihrem Speiseplan. Sehr gefallen haben ihr die grünen Inseln La Palma und La Gomera und ganz besonders Madeira. „Aber auch auf dem Crosstrainer zu stehen und in den norwegischen Fjorden herumzufahren, war sehr beeindruckend. Auf der einen Route sind wir bis zum Nordkap gefahren. Auf dem Schiff erlebt man alles ganz anders, viel intensiver.“ Äußerst anstrengend waren die Seetage. „Um die Passagiere zu beschäftigen, musste ich da manchmal bis zu 14 Stunden am Tag arbeiten.“
Auf dem Schiff hat sie eine Kabine mit einer Arbeitskollegin geteilt. „In der Freizeit durfte man auf dem Schiff überall hin und auch die Angebote für die Gäste nutzen.“ Das Essen in den Restaurants war lecker und abends war mit Theater, Shows oder in den Klubs immer etwas geboten.
Jähes Ende
Mitte Dezember wurde Teresa Geiger dann aber plötzlich krank. „Mit Magenschmerzen hat es angefangen und es ging mir immer schlechter.“ Letztlich musste sie kurz nach Weihnachten das Schiff verlassen. Sie wurde mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus in Madeira eingeliefert, wo es anfangs sogar noch schlimmer wurde, trotz der ganzen Antibiotika, mit denen sie förmlich vollgepumpt wurde.
Zudem gab es diese Ungewissheit, denn die Ärzte konnten nicht herausfinden, woran sie erkrankt war. „Ich habe sechs Tage lang nichts gegessen“, erinnert sie sich. Nachdem sie entlassen worden war, war das Abenteuer auf der Aida dann auch vorbei, da sie nicht mehr aufs Schiff zurückdurfte wegen einer möglichen Virusinfektion. Ihre Habseligkeiten und Kleidung erhielt sie in Müllbeuteln verpackt ans Krankenbett.
Wichtige Selbsterfahrung
„Die Kreuzfahrt hat mir dennoch sehr viel Spaß gemacht und war eine wichtige Selbsterfahrung“, erinnert sich Teresa Geiger gerne an ihre tollen Kolleginnen und Kollegen sowie an die vielen tollen Eindrücke in ganz verschiedenen Ländern. Erstmals in ihrem Leben war die 28-Jährige auf sich alleine gestellt. Und auch die Sprachbarrieren und das Leben mit sehr vielen Menschen auf engstem Raum konnte sie bewältigen, worauf sie stolz zurückschaut. „Obwohl ich in den rund dreieinhalb Monaten jeden Tag arbeiten musste, war es insgesamt für mich ein wenig wie auf dem ‚Traumschiff‘ im Fernsehen. Ich könnte mir vorstellen, so etwas noch einmal zu machen. Oder vielleicht mache ich später mal als Gast eine Kreuzfahrt.“
Aber jetzt steht erst einmal neben ihrem Job im Rehazentrum Hess ab Herbst eine zweieinhalbjährige Weiterbildung in manueller Therapie mit Blockseminaren an. Und zudem steht sie immer dienstags wieder im Movin auf der Matte und leitet dort den Langhantel-Kurs „Hot Iron.“
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