Nach den Schüssen in Schrozberg: Offene Sprechstunde für die offenen Fragen

Blumen und Kerzen am Tatort in Schrozberg
Peer HahnDer gewaltsame Tod einer jungen Frau und Mutter durch ihren Ehemann in Schrozberg macht viele Menschen traurig und betroffen. Das Ereignis verunsichert und wirft Fragen auf. Vielleicht werden dadurch auch eigene Erfahrungen mit Gewalt, Belastungen oder Ängste deutlich, über die bisher nicht gesprochen wurde.
Die Fachberatungsstelle gegen häusliche Gewalt des Landkreises Hall bietet deshalb eine offene Sprechstunde für alle Bürgerinnen und Bürger an. Die Sprechstunde ist kostenlos, anonym, vertraulich und findet im geschützten Rahmen statt. Sie richtet sich an Menschen, die Fragen oder Unsicherheiten zu dem Vorfall haben und Unterstützung bei der Einordnung suchen, heißt es in einer Mitteilung.
Auch Personen, die selbst Gewalt in ihrer Beziehung erleben oder unsicher sind, ob ihr Erleben bereits Gewalt ist, können sich melden.
Viele Formen von Gewalt
Gewalt hat viele Formen. Sie beginnt oft schon lange vor körperlichen Übergriffen, zum Beispiel durch Kontrolle, Drohungen oder seelischen Druck. Scham- und Schuldgefühle halten viele Betroffene davon ab, Hilfe zu suchen. Umso wichtiger sei es, frühzeitig Informationen, Unterstützung und eine Anlaufstelle zu bekommen, die zuhört und ernst nimmt.
Es wird keine Beratung oder Arbeit mit Täterinnen und Tätern angeboten. Beratungstermine sind auch außerhalb der offenen Sprechstunde an den Standorten Crailsheim und Hall möglich.
Info Die nächste offene Sprechstunde findet am Dienstag von 15 bis 17 Uhr sowie am Donnerstag, 5. März, von 10 bis 12 Uhr im Schulungsraum im 1. Obergeschoss des Rathauses in Schrozberg statt. Nummern im Notfall: Fachberatungsstelle gegen häusliche Gewalt unter 07 91 / 7 55 61 61, das Frauen- und Kinderschutzhaus unter 07 91 / 9 46 44 64 sowie der Polizei-Notruf 110.

