Krankenhaus in Ellwangen
: Kündigungen drohen – Proteste an der Ellwanger Klinik

Verdi ruft zu einer Protestkundgebung an der Virngrundklinik auf. Gründe sind befürchtete personelle Konsequenzen der Umstrukturierung und eine mögliche Privatisierung.
Von
Ralf Stegmayer
Ellwangen
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Die Sankt-Anna-Virngrundklinik: Zwei leitende Mitarbeiter der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden freigestellt. ⇥

Die Sankt-Anna-Virngrundklinik: Zwei leitende Mitarbeiter der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden freigestellt. ⇥

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  • Verdi ruft zur Protestkundgebung an der St. Anna Virngrundklinik in Ellwangen auf.
  • Anlass: drohende betriebsbedingte Kündigungen, von bis zu 20 ist die Rede.
  • Verdi lehnt Kündigungen ab und verweist auf den verhandelten Sozialplan.
  • Gewerkschaft warnt vor Privatisierung: schlechtere Bedingungen und Versorgung befürchtet.
  • Kundgebung: Donnerstag, 29. Januar, 12.30 Uhr vor dem Haupteingang der Klinik.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nicht nur im Landkreis Ansbach mit den Krankenhäusern in Dinkelsbühl und Rothenburg brodelt es. Auch im Ostalbkreis und vor allem in Ellwangen ist die Stimmung in Sachen medizinische Versorgung auf einem ganz tiefen Punkt angelangt. Die Beschäftigten dort hätten die teils harten Einschnitte durch die Neustrukturierung der Krankenhäuser auf der Ostalb bislang mitgetragen, schreibt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. Mit der Ankündigung betriebsbedingter Kündigungen an der St. Anna Virngrundklinik sieht Verdi jetzt eine rote Linie überschritten und ruft deshalb für Donnerstag, 29. Januar, um 12.30 Uhr zu einer Protestkundgebung auf.

„Die Kolleginnen und Kollegen tragen keine Schuld an dem finanziellen Defizit der Ostalbkliniken. Doch nun sollen einige von ihnen an der Virngrundklinik mit ihren Jobs dafür bezahlen“, so Jonas Schamburek, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. „Klar ist: Wir stehen zusammen und lassen niemanden allein.“ Von bis zu 20 Kündigungen sei die Rede. Er verweist auf den vom Gesamtpersonalrat verhandelten Sozialplan und fordert eine Lösung für die betroffenen Beschäftigten auf Grundlage dieser Vereinbarung. Betriebsbedingte Kündigungen lehnt die Gewerkschaft klar ab.

Privatisierung schadet der Klinik

„Die betroffenen Kolleginnen sind teilweise langjährig Beschäftigte im fortgeschrittenen Lebensalter und arbeiten in den unteren Lohngruppen“, so Harald Beyrle, Personalrat und Verdi-Vertrauensmann am Ellwanger Krankenhaus. Die Ostalbkliniken bieten mit ihrer öffentlichen Trägerschaft und der Tarifbindung des öffentlichen Dienstes (TVöD) den Beschäftigten sichere Arbeitsbedingungen. Die jüngst angestoßene Privatisierungsdebatte breche mit dieser Grundlage.

Jonas Schamburek und Harald Beyrle sagen unisono:  „Allein die Diskussion über eine Möglichkeit einer Privatisierung schadet der Zukunft der Virngrundklinik. Wichtige Projekte für die Zukunft der Klinik können nicht fortgesetzt werden. Seit dem Interessensangebot der SRH im September 2025 sind wir zum Stillstand gezwungen.“

„Kurz vor der Landtagswahl eine Debatte über eine Diskussion über eine Privatisierung der Virngrundklinik in Ellwangen loszutreten, mit der alle Probleme vor Ort gelöst würden, ist ein durchschaubares Wahlkampfmanöver. Eine Privatisierung löst nicht die Probleme der Ostalbkliniken, im Gegenteil: Tarifliche Standards werden unter Druck geraten, der Kostendruck wird steigen und die demokratische Steuerung durch den Kreistag wird geschwächt. Am Ende bezahlen alle drauf: die Menschen auf der Ostalb mit einer schlechteren Versorgung und die Beschäftigten in Ellwangen mit schlechteren Arbeitsbedingungen. Wir fordern die Politik auf, die Diskussion über die Privatisierung sofort zu beenden“, heißt es vonseiten Verdis weiter.

Info Die Protestkundgebung beginnt am Donnerstag, 29. Januar, um 12.30 Uhr vor dem Haupteingang der St. Anna Virngrundklinik in Ellwangen.