HT-Redakteur
: Fahne der Heimat hochgehalten: Harald Zigan verlässt das Hohenloher Tagblatt

Nach mehr als 42 Jahren verlässt Harald Zigan die Redaktion des Hohenloher Tagblatts. Der Journalist tritt seinen Ruhestand zu einem Zeitpunkt an, den er selbst bestimmt hat. Heute ist sein letzter Arbeitstag - der ist Anlass für einige Abschiedsworte.
Von
Erwin Zoll
Crailsheim
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Hohenlohe im Herzen: Bei den Muswiesenführungen des Hohenloher Tagblatts war Harald Zigan ganz in seinem Element.⇥

Anna Berger

Es fällt schwer, sich das Hohenloher Tagblatt ohne Harald Zigan vorzustellen. Seit 42 Jahren und sechs Monaten hat er nun für diese Zeitung gearbeitet – mit Leidenschaft für seinen Beruf und mit Zuneigung zu den Menschen. Mit einer Unterschrift unter einen Altersteilzeitvertrag hat der 62-Jährige den Tag seines Abschieds vom Arbeitsleben bestimmt. Am heutigen Mittwoch ist es so weit.

Als Harald Zigan, dessen Markenzeichen das Kürzel „haz“ war, 1978 vom legendären HT-Chefredakteur Manfred Wankmüller als Volontär eingestellt wurde, wurde die Zeitung noch im Bleisatz hergestellt, und Fotos wurden in einer Dunkelkammer mit Chemikalien entwickelt. Nicht nur die Bürgermeister, die damals amtierten, sind inzwischen im Ruhestand, sondern auch deren unmittelbare Nachfolger.

Dies verdeutlicht die unglaublich lange Zeitspanne, während der Harald Zigan die Entwicklungen im Hohenloher Land journalistisch begleitet hat. Versiert hat er aus den Gemeinderäten und Gerichtssälen, von großen und kleinen Festen, von wichtigen und weniger wichtigen, aber immer interessanten Menschen berichtet. Mit besonderer Akribie widmete er sich oft zeitgeschichtlichen Themen, und dies mit einem unerschrockenem Blick auf rechtsextreme Tendenzen.

Vor allem aber hat der in Amlishagen aufgewachsene Redakteur die Fahne seiner Hohenloher Heimat hochgehalten und seine Hohenloher Mundart gegen fremde, insbesondere schwäbische Einflüsse verteidigt. Wer einmal mit dem Liebhaber von Schlachtplatte und Kutteln bei einer seiner Führungen über die Muswiese gegangen ist, der hat seine Liebe zu diesem Land gespürt.

Die HT-Redaktion verabschiedet sich heute, an seinem letzten Arbeitstag, dankbar von Harald Zigan – von einem guten Journalisten, einem guten Kollegen und einem guten Freund.