Brand in Crailsheim
: Hilfe für drei Frauen ohne Hab und Gut

Nach dem schlimmen Brand auf dem Kreuzberg hat eine Crailsheimerin  eine Spendenaktion auf der Plattform „GoFundMe“ ins Leben gerufen. Die Brandursache ist noch nicht bekannt.
Von
Ralf Stegmayer
Crailsheim
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Am Sonntagnachmittag ist dieses Reihenhaus auf dem Crailsheimer Kreuzberg ein Opfer der Flammen geworden.

Am Sonntagnachmittag ist dieses Reihenhaus auf dem Crailsheimer Kreuzberg ein Opfer der Flammen geworden.

privat
  • In Crailsheim brannte am Pfingstsonntag ein Reihenhaus auf dem Kreuzberg aus.
  • Vier Frauen wurden leicht verletzt, der Schaden liegt laut Polizei bei rund 200.000 Euro.
  • Die Ursache ist unklar: Ein Gutachter soll den Brandort noch diese Woche prüfen.
  • Für drei Bewohnerinnen läuft eine GoFundMe-Hilfe – Kleidung ist weitgehend gesichert.
  • Gesucht wird Katze Malia, während eine zweite Katze und ein Hund zurückgekehrt sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Brand eines Reihenhauses in der Karl-Schlecht-Straße am Sonntagnachmittag hat Crailsheim an Pfingsten in Atem gehalten. Als die Feuerwehr eintrifft, haben die Flammen sich bereits im Dachstuhl festgefressen und die Einsatzkräfte müssen verhindern, dass das Feuer auf die benachbarten Wohnhäuser übergreift. Die traurige Konsequenz: vier leicht verletzte Frauen und ein Sachschaden von rund 200.000 Euro.

Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist noch unklar. Polizeihauptkommissar Jonas Ilg vom Polizeipräsidium Aalen sagt: „Die Ermittlungen zur Brandursache in diesem Fall dauern noch an. Eine Aussage zur Brandursache kann daher noch nicht getroffen werden. Noch im Laufe der Woche soll der Brandort von einem Gutachter untersucht und geprüft werden.“

Viele Kleiderspenden

Bereits am Montag nach dem Brand veröffentlichte Vivien Scharf einen Spendenaufruf auf Facebook mit der Überschrift „Jede Hilfe zählt“. Darin bittet sie vor allem um Kleiderspenden für die drei Bewohnerinnen des Hauses in der Karl-Schlecht-Straße. „Das Zuhause einer Familie wurde komplett zerstört. Sie haben aktuell fast nichts mehr und sind dringend auf Unterstützung angewiesen“, schreibt sie. „Die Resonanz war überwältigend. So viele Menschen haben sich gemeldet, Anteil genommen  und geholfen, wir sind unglaublich dankbar“, erklärt Scharf erleichtert.

Auf Nachfrage der Redaktion erklärt Scharf, wer von dem Unglück betroffen ist. Die Polizei berichtete ja über „vier Personen, die durch das Feuer leicht verletzt wurden“. Vier? „Ja“, sagt Vivien Scharf: „Die Schwester meiner Oma, deren Tochter und ihre Enkelin. Die drei haben dort gewohnt und hatten Reizungen durch die Rauchentwicklung. Meine Oma war emotional so mitgenommen, hatte eine Art Schock, sodass auch sie kurz behandelt werden musste.“ Die DRK-Bereitschaft Crailsheim war zur Brandabsicherung alarmiert worden und sorgte mit zwölf Einsatzkräften für die sanitätsdienstliche Versorgung. Auch drei Helfer des DRK Vellberg waren vor Ort.

In einem Reihenhaus im Crailsheimer Stadtteil Kreuzberg ist gegen 16 Uhr ein Feuer ausgebrochen.

In einem Reihenhaus im Crailsheimer Stadtteil Kreuzberg ist gegen 16 Uhr am Pfingssonntag ein Feuer ausgebrochen. Der Sachschaden wird auf 200.000 Euro geschätzt.

Peer Hahn

Die Kleiderfrage ist also geklärt. Die drei Frauen wurden von dem Feuer überrascht und konnten gerade noch rechtzeitig flüchten – nur mit dem, was sie am Körper trugen, „eine von ihnen nur mit Hausschuhen an den Füßen“, weiß Vivien Scharf. Allerdings wiegt der eigentliche Schaden natürlich um ein Vielfaches schwerer: Das Reihenhaus auf dem Kreuzberg ist unbewohnbar geworden, die obere Etage ist fast vollständig ausgebrannt, alles ist verrußt, das Dach kaputt, die Fassade beschädigt. Die drei Bewohnerinnen sind vorübergehend bei der Großmutter Scharfs untergebracht. „Jetzt gilt es erst mal, die nächsten Wochen finanziell über die Runden zu kommen“, sagt Scharf. „Der Brand hat so viel zerstört.“

Kompletter Neuanfang nötig

Deshalb hat sie am Dienstag (26. Mai) auch einen Spendenaufruf auf der Plattform GoFundMe ins Leben gerufen. „Innerhalb kürzester Zeit wurde fast alles verloren, was über viele Jahre aufgebaut worden war – das Zuhause, persönliche Erinnerungen, Kleidung, Möbel und zahlreiche Dinge des täglichen Lebens. Glücklicherweise konnten alle Familienmitglieder rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Dennoch ist der materielle und emotionale Schaden enorm. Die Familie steht nun vor einem kompletten Neuanfang.“ Das schreibt sie online auf www.gofundme.com.

Mit dieser Spendenaktion soll der Familie in dieser schweren Zeit geholfen werden. „Jeder Beitrag – unabhängig von der Höhe – hilft direkt dabei, die ersten wichtigen Schritte nach dieser Katastrophe zu bewältigen“, schreibt Organisatorin Scharf weiter. Und noch etwas liegt ihr auf dem Herzen: „Meine Verwandten haben zwei Katzen und drei Hunde. Während des Feuers sind die Katzen und ein Hund weggelaufen, eine Katze und der Hund sind wieder da. Doch Malia, die ohnehin etwas scheu ist, fehlt noch. Zwar hat ein Mann auf Facebook geschrieben, dass er sie gesehen hätte, aber sie ist bislang nicht wieder bei ihren Frauchen. Es handelt sich um eine Britisch-Kurzhaar-Mischung mit Heilige Birma. Wir hoffen, dass Malia wieder auftaucht.“

Jedenfalls schaut Vivien Scharf jeden Tag in der Karl-Schlecht-Straße vorbei. Nicht, weil sie das zerstörte Haus sehen will, sondern weil sie inständig hofft, dass Malia in ihr Zuhause zurückkommt. Und weil die andere Katze gerade von den Nachbarn gefüttert wird. Sie bekommt dann ihre tägliche Streicheleinheit.

Info Wer die drei Damen unterstützen will, gelangt über folgenden Link zum Spendenaufruf: https://gofund.me/ead9fa47d

Bis gestern Abend kamen rund 3500 Euro zusammen, bei 80 Spenden.