Ausbildung zum Berufskraftfahrer
: Die Fahrerkabine als Arbeitsplatz

Niklas Strauß hat sich bei Geis Eurocargo in Satteldorf zum Berufskraftfahrer ausbilden lassen und berichtet davon im Azubi-Magazin Next Step. Sein Aufgabenbereich ist nun der Nahverkehr.
Von
Alisa Grün
Satteldorf
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Niklas Strauß hat über Umwege die für sichideale Ausbildung gefunden – und das auchnoch wohnortnah.

Niklas Strauß hat über Umwege die ideale Ausbildung für sich gefunden – und das auch noch wohnortnah.

Alisa Grün
  • Niklas Strauß wurde bei Geis Eurocargo in Satteldorf zum Berufskraftfahrer ausgebildet.
  • Nach Umwegen fand er diese Ausbildung, die Theorie, Praxis und technisches Wissen verbindet.
  • Berufskraftfahrer im Nahverkehr sind abends zu Hause, während Fernverkehr längere Abwesenheiten erfordert.
  • Führerscheinklasse CE, Kundenkontakt und logistische Planung sind zentrale Aspekte des Berufs.
  • „Next Step“-Magazin bietet Infos zu Ausbildung und Karriere in der Region – online und gedruckt verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was machen Berufskraftfahrer? Ganz salopp gesagt: Sie bringen Waren von A nach B. Das ist Fakt. Aber an diesem Beruf hängt noch so einiges mehr. Denn ohne eine funktionierende Logistik würde die Industrie weder an ihr Material für die Produktion kommen, noch die eigenen Produkte zu den Kunden bringen können. Dazu braucht es ausgebildete Fachkräfte wie Niklas Strauß. Der 24-Jährige hat bei Geis Eurocargo in Satteldorf eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer gemacht.

„Bis ich mich für diesen Beruf entschieden habe, hat es noch ein, zwei Umwege gebraucht“, erzählt Niklas. Denn nach der Schule entschied er sich zunächst für eine Ausbildung in der Altenpflege. „Das hat mir aber leider nicht getaugt, weshalb ich die Reißleine gezogen habe, um mich nochmal neu zu orientieren.“ Es folgte ein Freiwilliges Soziales Jahr, was ihn nicht nur persönlich weiterentwickelte, sondern auch genügend Zeit ließ für die nächste berufliche Entscheidung. „Mein Stiefvater war Berufskraftfahrer und ich konnte es mir daher auch gut für mich vorstellen“, berichtet der Wallhausener.

Fernverkehr versus Nahverkehr

Fernverkehr bedeutet grob gesagt, dass die Fahrer große Strecken zurücklegen und dadurch auch mehrere Nächte im Lkw auf Raststätten verbringen. Berufskraftfahrer im Nahverkehr fahren Tages- oder Nachttouren und sind nach Feierabend immer wieder zu Hause.

Für Niklas war es naheliegend, sich bei Geis Eurocargo in Satteldorf zu bewerben. „Mir war vor allem auch wichtig, bei einem Betrieb unterzukommen, der im Nahverkehr unterwegs ist.“ Gut war, dass er das Berufsbild bereits kannte. „Ich habe meine Ausbildung nämlich zu Corona-Zeiten gestartet. Da war ein Praktikum, wie es bei Geis vor Ausbildungsantritt eigentlich üblich ist, leider nicht möglich“, erinnert er sich. „Das rate ich tatsächlich auch jedem, bevor er eine Ausbildung anfängt. So merkt man am besten, ob der Beruf einem taugt!“

Doch wie wird man eigentlich Berufskraftfahrer – Führerschein machen und los geht’s? „Nein, dazu gehört noch einiges mehr“, sagt Niklas, der nun seit zwei Jahren festangestellt für Geis Eurocargo fährt. Bevor er selbst ans Steuer durfte, begleitete er einen erfahrenen Kollegen auf seinen Touren. Der hat ihm dann zunächst die üblichen Abläufe gezeigt. „Wenn wir morgens anfangen, holen wir erstmal in der Disposition unseren Scanner ab, auf dem die Tour und alle anstehenden Aufträge an diesem Tag zu finden sind. Anschließend gehen wir zu den Fahrzeugen, machen dort eine Abfahrtskontrolle und laden den bereits beladenen Container auf.“ Und schon geht es auf die Straßen, um den ersten Kunden anzusteuern.

Gut zu wissen: Führerschein

Niklas hat die Führerscheinklasse CE erlangt. Das bedeutet, dass er eine Kombination aus einem Zugfahrzeug der Klasse C (zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen) und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 Kilogramm führen darf.

Vor Ort gab es erneut viel Wissen: Wo muss ich mich anmelden? Wie fahre ich die Laderampe idealerweise an? Wie funktioniert das Entladen? „Die Kollegen haben mir so viele Tipps und Tricks verraten – das war wirklich goldwert.“ Eine solche Tagestour umfasst meist mehrere Stopps. „Das Wichtigste bei der Planung der Tour ist, dass wir nie leer fahren“, macht Niklas deutlich. Dafür sorgen die Disponenten im Büro. „Damit ich alle Zusammenhänge verstehen konnte, gehörte es auch zur Ausbildung, dass ich einige Zeit im Lager sowie im Dispositions-Büro verbracht habe.“

Übung macht den Meister

Der nächste Step in seiner dreijährigen Ausbildung war es, mit einem Kastenwagen selbst eine Tour zu absolvieren, ganz ohne einen Kollegen als Back-up dabei zu haben. „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon meinen Pkw-Führerschein.“ Daher war es gesetzlich gesehen kein Problem, dass er den 3,5-Tonner lenkte. Schritt für Schritt lernte er so alle Aufgaben eines Berufskraftfahrers alleine zu absolvieren. „Den Lkw-Führerschein habe ich dann in einer Fahrschule in Crailsheim erworben.“ Der wurde vom Ausbildungsbetrieb bezahlt. Und schon ging es mit den großen „Brummis“ auf Tour. „Da war dann natürlich wieder ein Kollege als Beifahrer dabei“, berichtet Niklas. Der habe ihm dabei geholfen, das riesige Gefährt sicher über die Straßen und vor allem auf oftmals herausfordernden Firmengeländen zu lenken.

„Dass an so einem Fahrzeug auch mal etwas kaputtgehen kann, ist klar. Berufskraftfahrer müssen daher auch viel technisches Wissen erlangen“, weiß Niklas. Mehrere Wochen verbrachte er aus diesem Grund während der Ausbildung in der Lkw-Werkstatt eines Crailsheimer Betriebes. Sein ganzes weiteres theoretisches Wissen, etwa zur nationalen und internationalen Routenplanung anhand von Karten oder zu Zoll und Maut, hat er in der Berufsschule in Heilbronn vermittelt bekommen. „Deshalb würde ich auch sagen, dass mir meine Ausbildung einen super Mix aus den Berufen Kfz-Mechaniker, Speditionskaufmann und eben den Berufskraftfahrer-Tätigkeiten geliefert hat.“

Wer sich ebenfalls dafür interessiert, sollte laut Niklas folgende Eigenschaften mitbringen: Stressresistenz, keine Scheu bei Wind und Wetter zu arbeiten, körperliche Fitness, Kommunikationstalent für den Kundenkontakt sowie ein gutes technisches Verständnis. Aber er unterstreicht auch: „Ich bin nach der Ausbildung ein ganz anderer, viel selbstsicherer Mensch geworden – daher sollte sich niemand vor einer Bewerbung scheuen, auch wenn man nicht gleich alle Voraussetzungen mitbringt: Man wächst in nahezu alle Aufgaben während einer Ausbildung rein!“

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