Carsharing Fichtenau: Opel für Gemeinde: „Ein großer Komfort für alle Bürger“

Der Wagen kann per App gebucht werden. Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann (rechts) hat es schon ausprobiert; links Mikar-Geschäftsführer Stefan Riedel.⇥
Jessica WolfSchon am 17. Februar wurde im Gemeinderat darüber abgestimmt, jetzt wurde die Einweihung gefeiert – ab sofort ist Fichtenau Teil des kommunalen Carsharing-Modells des Unternehmens Mikar. Ein Opel Movano steht am Sportzentrum in Matzenbach bereit.
„Wir waren sofort begeistert und haben gesagt: Da machen wir mit“, berichtet Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann. Neben den bayerischen Kommunen Dinkelsbühl, Rothenburg oder Schnelldorf sei Fichtenau nun die erste Gemeinde in Baden-Württemberg, die auf das Carsharing-Modell des Unternehmens setzt.
„Ein kleiner Schritt für den Gemeinderat, aber ein großer Komfort für alle Bürger“, betont die Bürgermeisterin. Schmidt-Wagemann hat das Fahrzeug bereits selbst gebucht – für einen dreitägigen Ausflug im September.
Der neunsitzige Kleinbus wurde von rund 30 Firmen aus der Umgebung finanziert. Ursprünglich hätte der Wagen am Rathaus in Wildenstein abgestellt werden sollen, doch die Sponsoren wollten einen plakativeren Standort. Nun steht das Fahrzeug vor dem Matzenbacher Sportzentrum, „da wird er von vielen tagtäglich wahrgenommen“, sagt Schmidt-Wagemann. Die Unterstützer werden auch auf der Website des Unternehmens erwähnt.
Für gewöhnlich entscheidet sich Mikar für kleinere Autos mit Elektroantrieb, etwa für einen Renault Zoe, erklärt Geschäftsführer Stefan Riedel. Das mache allerdings nur im urbanen Raum Sinn. „Der Gedanke von dieser Art von Carsharing funktioniert im ländlichen Raum nicht“, betont er. „Wir sind trotzdem der Meinung, Mobilität muss auch hier vorhanden sein.“
Seiner Erfahrung nach fahren Kunden vom Land mindestens 200 Kilometer, wenn sie ein Auto mieten. Für alles darunter haben die meisten bereits einen Kleinwagen in der Garage stehen. Ein ähnliches Modell dann für Ausflüge zu buchen, scheint unwahrscheinlich. Aus diesem Grund entschied man sich für den dieselbetriebenen Kleinbus.
Ab sofort kümmert sich Mikar um alle Anliegen rund um das Fahrzeug, beispielsweise um Reinigung, Kundendienst oder Abrechnungen. Wer den Opel mieten will, kann das über die App oder über die Website des Unternehmens tun – vorausgesetzt, der Fahrer besitzt einen Führerschein und ist bei Mikar registriert.
Nachdem man bei der Buchung den Zeitraum der Nutzung angegeben hat, kann man den Opel reservieren. Ist es zum gewünschten Zeitpunkt bereits vergeben, erhält man eine Fehlermeldung und alternative Fahrzeuge in der Umgebung, auf die man zurückgreifen kann.
Abgerechnet wird ab dem Moment, in dem man das Auto öffnet. Einen Schlüssel gibt es dafür aber nicht, lediglich mit der App lässt sich der Wagen öffnen und schließen. Die Kosten für die Nutzung werden stündlich oder tageweise abgerechnet. Das Fahrzeug kann auch über einen längeren Zeitraum gemietet werden, zum Beispiel für die Fahrt in den Urlaub.
Opel ist vollgetankt
Kommt man wieder in Matzenbach an, stellt man das Auto vollgetankt am Standort ab und platziert den Schlüssel wieder im Handschuhfach. Dort wird mittels eines Chips erkannt, dass die Nutzung beendet ist. Der Opel kann nach dem Abschließen dann nicht wieder benutzt werden.
Hat der Fahrer einen Schaden verursacht, kann er diesen in der App melden. Um alles weitere kümmert sich dann vorerst Mikar. Auch vor Fahrtantritt sollte überprüft werden, in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet.
Doch nicht nur unbeschadet und vollgetankt sollte das Auto abgestellt werden, sondern auch möglichst ordentlich. Zwar kommt einmal im Monat das Reinigungsteam des Unternehmens nach Matzenbach, um das Fahrzeug zu putzen, „wir erwarten trotzdem, dass man es sauber hinterlässt“, so Nancy Grolms von Mikar.
Bei der Vorstellung am Montag kam auch die Frage auf: Wie ist das Carsharing mit Corona vereinbar? Hierfür haben Riedel und Grolms eine Lösung. Im Handschuhfach befinden sich Desinfektionsmittel und Reinigungstücher, die jeder Fahrer nutzen kann.
So können die Oberflächen im Wagen möglichst steril hinterlassen werden, um ein Infektionsrisiko für andere geringzuhalten - damit auch trotz Corona einer Ausflugsfahrt, einem Einkauf oder einem Umzug nichts im Weg steht.
Info
Wer sich als Fahrer registrieren und den Opel buchen will, kann das mit der App „mikar“ oder auf www.mymikar.de tun.

