Zecken-Krankheit auf dem Vormarsch
: Mehr Borreliose-Fälle im Kreis Ludwigsburg

Laut AOK steigen die Fallzahlen im Kreis stärker als im Landesschnitt. Das Gesundheitsamt rät zur Vorsicht.
Von
Frank Ruppert
Ludwigsburg
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Das Zeckenspiel ist Teil des Präventionsangebots beim Gesundheitsamt, das momentan auf Sparflamme fährt.⇥

Landratsamt Ludwigsburg

Die AOK meldet, dass im Landkreis Ludwigsburg die Zahl der Borreliose-Fälle steigt und bezieht sich dabei auf Zahlen aus dem Jahr 2019. Damals befanden sich im Kreis 659 Mitglieder der Krankenkasse wegen einer Lyme-Borreliose in ärztlicher Behandlung. Der Anteil der Betroffenen sei zwischen 2015 und 2019 jährlich um 4,9 Prozent gestiegen. In ganz Baden-Württemberg lag die Steigerung in dem Zeitraum nur bei 2,9 Prozent jährlich.

„Leider ist Borreliose in Baden-Württemberg nicht meldepflichtig wie etwa in Bayern, Saarland und Sachsen. Deshalb gibt es beim Gesundheitsamt keine Daten zu den Borreliose-Fällen“, sagt Dr. Uschi Traub. Sie leitet die Gesundheitsförderung und Gesundheitsplanung beim Kreisgesundheitsamt. Klar ist aber, dass es jährlich deutschlandweit über 200 000 Fälle der Borreliose gibt, teilt sie mit. Die Steigerung der Fälle könne laut Traub unter anderem mit warmen Wintern erklärt werden: „Der Klimawandel führt zu erhöhter Aktivität der Zecken und der Wirbeltierwirte. Die Temperatur könnte auch Einfluss auf Erregermenge in den Zecken haben.“

Zecken könne aber nicht nur Borreliose auslösen sondern auch eine Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Die Entzündung des Gehirns und der Gehirnhaut kann zu schweren Schäden führen. Im Gegensatz zu Borreliose kann man sich dagegen allerdings impfen lassen und das Gesundheitsamt hat Zahlen dazu parat. 2020 habe zwei Fälle, 2019 einen gegeben im Landkreis. Deutschlandweit gab es 2020 mit 704 Fällen die höchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2001.

Um die Gefahr eines Zeckenbisses und einer dadurch hervorgerufenen Erkrankung zu minimieren, empfiehlt Traub helle langärmelige und langbeinige Kleidung, die Socken in die Hose stecken und impfen. In Österreich hätten etwa 85 Prozent der Einwohner einen solchen Impfschutz, bei uns im Kindesalter zirka 30 Prozent und weniger als 20 Prozent der Erwachsenen.

Zudem sollte man sich nach einer Tour durch Wald und Wiese oder der Gartenarbeit am ganzen Körper absuchen. In der Regel informiert das Gesundheitsamt in Schulen auch regelmäßig über Zecken, aber wegen Corona sei das derzeit schwerer. Die eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten während der Pandemie könnten zudem zu mehr Zeckenbissen führen, weil eben mehr Menschen ihre freie Zeit in der Natur verbringen.