Comeback für den früheren Weltmeister?
: Angebot von den Füchsen Berlin

Vor zwei Jahren bestritt Michael Kraus sein letztes Handballspiel im Trikot der SG BBM Bietigheim. Wird es weitere für den 38-Jährigen geben?
Von
Sebastian Klaus
Bietigheim
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Vor zwei Jahren stand der damalige Bietigheimer Michael Kraus in der EgeTrans-Arena gegen den VfL Lübeck-Schwartau das letzte Mal in einem Pflichtspiel auf der Platte. ⇥

Marco Wolf

Zwei Jahre ist es inzwischen her, seit Michael „Mimi“ Kraus sein letztes Handballspiel bestritt – nicht nur für die SG BBM Bietigheim, sondern ingesamt. Zwei Treffer steuerte der Spielmacher in einem für seine Verhältnisse schwachen Spiel am 1. März 2020 beim 24:22-Heimsieg über den VfL Lübeck-Schwartau bei. Doch während für die Spielgemeinschaft nach dem Saisonabbruch nur wenige Monate lang Handballpause war, liegt die Handballkarriere des inzwischen bereits 38-jährigen Weltmeisters von 2007 seitdem komplett auf Eis.

Füchse wollten Kraus holen

Dass man bei Michael Kraus trotz des für Handballer fortgeschrittenen Alters noch nicht von einem Karriereende sprechen darf, ist dabei einem Interview des beim German Handball Award 2021 frisch zum „Handball Influencer“ des Jahres gekürten einstigen Weltklasse-Regisseurs zu verdanken.

Im „Füchse-Talk“ des Bundesligisten Füchse Berlin auf Instagram verriet der vierfache Familienvater ein paar interessante Details zu seiner Zukunft:  „Man hätte mich in der Hinrunde schon fast zwei Mal in der Bundesliga gesehen. Das kann ich verraten, denn jetzt ist es ja Vergangenheit“, so der 38-Jährige. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich spiele nicht mit diesem Gedanken. Es gibt Möglichkeiten und ich schließe nichts aus. Bock hätte ich auf jeden Fall – man muss es nur organisiert bekommen und das ist schwierig“, so Kraus, der in seiner Heimatstadt Göppingen ein Fitnessstudio betreibt.

Ein konkretes Angebot sei dabei von den Füchsen Berlin, Ex-Klub des heutigen SG BBM-Trainers Iker Romero gekommen, verraten in dem Podcast Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und Sportvorstand Stefan Kretzschmar. Nach zahlreichen Coronafällen im Team der Hauptstädter habe Kretzschmar sein Telefonbuch durchforstet und sei schließlich auch bei Kraus stehengeblieben. „Bei Mimi Kraus habe ich gesagt, sofort verpflichten“, erinnert sich Hanning an jenen Moment. Und auch der zweimalige deutsche Handballer des Jahres Kretzschmar bestätigt: „Bob hat Mimi Kraus als Transfer sofort durchgewunken.“

Die Anfrage habe dem 38-Jährigen „schlaflose Nächte“ bereitet, wie er selbst in dem Füchse-Podcast erzählt. Am Ende habe er sich jedoch schweren Herzens gegen ein Kurzzeit-Engagement beim aktuellen Tabellenvierten der Bundesliga entschieden. „Mittlerweile, mit vier Kindern, ist es nicht mehr nur meine Entscheidung.“ Und auch wenn er derzeit nach eigenen Angaben vier Kilo von seinem Handballkampfgewicht entfernt ist, schließt er im Füchse-Talk einen Rücktritt vom Rücktritt immer noch nicht aus. „Ich kann nicht sagen, ob ich mit dem Handball schon abgeschlossen habe oder nicht.“

So bleibt die Partie am 1. März 2020 im Trikot der SG BBM Bietigheim das letzte Handballspiel im Leben des Mimi Kraus – zumindest vorläufig.