Volleyball-Bundesliga: Auftakt nach Maß für die Barock Volleys

Kein Durchkommen gegen den Block der Barock Volleys von Tim Köpfli, Maxim Günther und Marius Büchi (von links).
Britsch/BaumannBen-Simon Bonin diskutiert nach nur sechs Bällen mit den Schiedsrichtern, die Huber-Faust wird geballt und die Bälle werden wieder mit Höchstgeschwindigkeit durch die Innenstadtsporthalle gejagt. Damit ist klar: Die Saison in der Volleyball Bundesliga für die Barock Volleys Ludwigsburg geht wieder los. Zum Auftakt gegen den TV Rottenburg gehen die Männer von Patrick Steuerwald mit 3:0 als Derbysieger heraus. „Für uns war es ein perfekter Auftakt“, ist der 40-Jährige erleichtert.
Beim gutbesuchten Heimspiel zum Saisonauftakt machen die Gastgeber da weiter, wo sie in der letzten Saison aufgehört haben: Sie punkten und machen Stimmung. Ein lautes „Huber, Huber“ schallt es schon nach dem ersten Punktgewinn durch die Halle. Von Beginn an sind die Barock Volleys hellwach, gehen dank guter Aufschläge von Alfred Brink und einem guten Block schnell mit 5:1 in Front und forcieren die erste Auszeit des TV.
Frühe Auszeit ohne Wirkung
Jan Scheuermann, der Trainer der Gäste, muss aber mit zusehen, wie es weiterhin nicht in seine Richtung läuft. Nur kurz gelingt Rottenburg ein kleiner Lauf, wodurch sie auf 4:8 verkürzen. Doch ab dann kennen die Barock Volleys keine Gnade mehr. Die Returns des Aufsteigers landen mehr im Aus, als im Feld, beim 18:8 scheint der Satz schon gewonnen zu sein. Den Vorsprung bringen die Ludwigsburger auch locker zum ersten 25:16-Satzgewinn durch.
Den Gästen gelingt nach dem Seitenwechsel immerhin die erste Führung, die ersten Ballwechsel im zweiten Satz tun sich die Barockstädter noch schwer und liegen immer wieder mit zwei Punkten in Rückstand (0:2, 1:3, 2:4). Rottenburg scheint nun den eigenen Rhythmus gefunden zu haben. Anders als noch im ersten Abschnitt können sich die Gastgeber nicht absetzen und profitieren seltener von Fehlern der Römerstädter. „Mein Gefühl war, das wir schon am Ende des ersten Satzes zu viel wollten. Das hat sich im zweiten Satz fortgesetzt“, weiß Steuerwald, der aber auch gestehen muss: „Auf der anderen Seite hast du als Gegner nach so einem ersten Satz wenig zu verlieren, riskierst mehr und das funktioniert dann. Da mussten wir uns dann ein bisschen sortieren.“
Nach dem 12:13 muss der TV dann aber abreißen lassen. Die Barock Volleys sind zwischenzeitlich mit 18:13 in Front und wechseln nach dem 19:15 erstmals. Alfred Brink und Marius Büchi machen für die Youngster Jonah Dornheim und Gregor Migge Platz. In der Folge wittert Rottenburg aber noch einmal die Chance auf den Satzgewinn und kommt noch einmal auf 22:24 heran. Der inzwischen wieder eingewechselte Büchi knallt dem Ball aber zum Satzgewinn in die andere Hälfte. „Das hat sich mehr unter Druck angefühlt, als es die Anzeigetafel gesagt hat“, erklärt Steuerwald, der den zweiten Satz noch gerne etwas deutlicher gestaltet hätte.
Die Huber-Faust wird geballt
Ein knappes Unterfangen ist es auch zum Start des dritten Abschnitts, Rottenburg scheint sich von dem kleinen Dämpfer nicht beeindrucken zu lassen und ist weiterhin mutig dabei. Zwar setzt sich die Steuerwald-Sechs kurz auf 9:6 ab, eine Auszeit der Rottenburger unterbricht aber den kleinen Lauf. Doch mit Jan Huber am Aufschlag, der gleich noch für ein Ass sorgt, kommen die Barock Volleys wieder in die Spur. Beim 15:8 scheint schon endgültig der Deckel drauf zu sein.
Dem Aufsteiger fällt nun kaum mehr etwas ein, die Aufschläge landen im Netz. Den ersten Matchball setzt Migge zwar noch ins Netz, den zweiten hebt Maxim Günther gefühlvoll über das Netz zum 25:16 und dem damit verbundenen 3:0-Heimsieg. „Wir haben sehr, sehr viel schon gut gemacht und umgesetzt, was wir trainiert haben“, ist Günther nach der Partie erleichtert. Der 19-Jährige, der in der Vorsaison nur wenig auf dem Parkett stand, bekommt unter Steuerwald nun mehr Spielzeit. „Ich finde es super. Man merkt, dass Patrick sich für uns junge Spieler einsetzt“, sagt der Mittelblocker.
