Volleyball: Barock Volleys mit dem klaren Ziel Klassenerhalt

Die Barock Volleys des MTV Ludwigsburg starteten am gestrigen Montag in die Saisonvorbereitung. Beim Trainingsauftakt lernten die Neuzugänge die Mannschaft kennen.
/Oliver BürkleDer Kader ist zusammengestellt, die Vorbereitung gestartet und der neue Chef-Trainer Hasse Mattila aus Finnland eingeflogen. Am gestrigen Montag, den 18. August, starteten die Barock Volleys Ludwigsburg unter dem neuen Coach mit dem Trainingsauftakt in die Saison-Vorbereitung.
Michael Dornheim ist ehemaliger Nationalspieler und lief in 192 Partien für Deutschland auf. Neben drei Teilnahmen an der Europameisterschaft und einer Teilnahme an der Weltmeisterschaft, befinden sich in seinem persönlichen Trophäenschrank eine deutsche Meisterschaft 1988 mit dem Hamburger SV und zwei Pokalsiege 1989 mit Hamburg und 1990 mit dem TSV Milbertshofen. Bis zur letzten Saison war er selbst noch Cheftrainer des Ludwigsburger Volleyballteams. Nun ist er allerdings ein Schritt zurückgetreten und agiert sowohl als Co-Trainer als auch als Sportdirektor. „Meine Trainerrolle habe ich super gerne abgegeben, Volleyball ist für mich ein wunderbares Hobby, ich habe jetzt natürlich viel dabei geholfen, den Kader für die Saison zusammenzustellen“, so Dornheim zu seiner neuen Position, der neben seinen Tätigkeiten noch hauptberuflich tätig ist.
Philosophie bleibt es, stark in der Region verwurzelt zu sein
Neun Spieler unter 22 und einen Altersdurchschnitt von 22,4 Jahren zeigen sehr gut die Philosophie des Volleyballvereins vom MTV Ludwigsburg. Und dies scheint nicht nur so von außen, sondern ist auch intern klar so kommuniziert. „Es ist das, was ich immer wieder erwähne und auch hervorhebe, dass es unser Weg ist“, so Dornheim. Dabei gehe es ihm nicht nur um das Integrieren der eigenen Jugendspieler, von denen es bei den Barock Volleys fünf im aktuellen Kader gibt, sondern auch um die tiefe Verwurzelung in der Region. „Wir haben neun deutsche Spieler im Kader, von denen alle, bis auf Darius Diefenbach, aus Baden-Württemberg kommen.“ Was man vermeiden möchte, sei es 14 Spieler von anderen Vereinen einzukaufen, die dann nur ein Jahr für den MTV spielen und dann den Verein direkt wieder verlassen.
Mit dem niederländischen Nationallibero Jeffrey Klok, Diagonalspieler Nyherowo Omene, dem Finnen Tomi Saarinen und dem Stuttgarter Jan Huber gibt es vier Neuverpflichtungen für die Premierensaison in der Bundesliga. Dabei wird allerdings von Dornheim keiner speziell als sogenannter Königstransfer hervorgehoben. „Als Königstransfer, würde ich Saarinen nicht bezeichnen, das würde ich so jetzt nicht sagen, er ist als Zuspieler wichtig, aber von allen Spielern die zu uns gekommen sind, würde ich keinen als den einen Spielern betiteln. Alle sind ausgewählt für ihre spezielle Position“, so Dornheim über die vier Neuzugänge. Zudem führt er weiter aus: „Ich bin mit all den Spielern, die wir geholt haben, im Moment total happy, da wir das, was wir brauchen mit unseren finanziellen Möglichkeiten perfekt ausfüllen.“
Das Saisonziel der Barock Volleys, in der ersten Saison im Oberhaus, ist für Dornheim klar: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“. Dies soll vor allem nach einem ganz klaren Plan ablaufen. Der Verein müsse in kleinen Schritten arbeiten. Mit dem Kader sehen sich die Barockvolleys auf jeden Fall gut gewappnet für die Saison. Und auch auf Langzeit sieht er seinen Verein in der Bundesliga „Wir legen ja die ganzen Strukturen jetzt nicht, damit es in zwei bis drei Jahren wieder vorbei ist. Wir möchten langfristig wachsen und versuchen, sowohl als Stadt, als auch als Verein mit unseren finanziellen Möglichkeiten so weit wie möglich zu kommen,“ erklärt der Sportdirektor.
Sportübergreifende Verbindungen beim MTV Ludwigsburg
Michael Dornheim selbst war es, der Hasse Mattila am Samstag vom Flughafen abholte. Doch der Start in der Barockstadt verlief nicht ganz reibungslos für den Finnen, denn das Gepäck des neuen Headcoachs ging erst mal in Kopenhagen verloren. Auf die Frage, ob er aktuell nur Vereinskleidung des MTV trägt, scherzt er: „Ich habe mit meinen Schuhen erst einmal alles, was ich brauche.“ Untergebracht wurde er laut Dornheim erst einmal bei der Familie von Turneuropameister Timo Eder, dort habe er jetzt erst einmal ein schönes Ein-Zimmer-Appartement.
Für Mattila ist es die erste Trainerstation in Deutschland. Der 34-Jährige wurde über einen finnischen Scout entdeckt, mit dem Sportdirektor Dornheim früher selbst zusammengespielt habe. Zuvor trainierte er die Akaa-Volleys in seinem Heimatland. Sowohl für die finnische National- als auch Jugendmannschaft, war er bisher selbst nebenbei als Scout tätig. Im finnischen Duo mit Neuzugang und Zuspieler Tomi Saarinen kenne man sich bereits. „Bereits vor meinem Vertrag liefen die Gespräche des Vereins mit Tomi. Ich kenne ihn bereits aus der Vergangenheit, zwar nicht genauer, aber da es in Finnland nicht viele große Spieler gibt, bekommt man dies dann eher mit,“ so der Finne über seinen Landsmann. Von seinem neuen Verein habe er bereits gegen Ende vergangener Saison noch ein paar Spiele gesehen. Die größte Schwierigkeit sieht er darin, dass es ein großer Schritt in den Profisport ist und es für viele Spieler neu sein wird, teils zweimal am Tag zu trainieren.
Zum Volleyball in Deutschland hat er sich bereits ein erstes Bild gemacht: „In Deutschland wird natürlich hochklassiger Volleyball gespielt, die Bundesliga ist im Vergleich zur finnischen ersten Liga deutlich professioneller.“ Ex-Coach Dornheim sagte im Voraus bereits, dass die größte Umstellung von der zweiten auf die erste Liga das schnellere Spiel sei. Darin sieht sein Nachfolger zunächst auch kein Problem, denn in Finnland spiele man auch sehr schnellen Volleyball. Das erste Pflichtspiel der Barock Volleys findet am 12. Oktober im Pokal, daheim gegen Dachau, in der Innenstadtsporthalle statt.