Viertes Heimspiel, vierter Sieg
: Riesen rasieren Rasta

Das defensivstarke Ludwigsburger Erstliga-Team lässt Rasta Vechta beim 85:73 keine Chance. Elias Harris avanciert mit 20 Punkten zum Topscorer.
Von
Andreas Eberle
Ludwigsburg
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Riesen-Profi Desi Rodriguez (rechts) zieht zum Korb, Vechtas Dennis Clifford stellt sich ihm entgegen. ⇥

Avanti/Ralf Poller

Wie schon vor zwei Wochen gegen Crailsheim haben die MHP Riesen Ludwigsburg auch gegen Rasta Vechta einen Start-Ziel-Sieg gefeiert: Das souverän herausgespielte 85:73 am Samstagabend war der vierte Erfolg im vierten Heimspiel in der MHP-Arena. Mit einer 6:1 Bilanz mischt der Vizemeister aus der Barockstadt in der Tabelle ganz vorne mit. Dieselbe Ausbeute hat bisher Bundesliga-Krösus FC Bayern München eingefahren, der am Sonntagabend in Oldenburg seine erste Saisonniederlage kassierte.

Die „nur“ zwölf Zähler Unterschied zwischen Ludwigsburg und Vechta täuschen etwas über den wahren Spielverlauf hinweg. Denn von Beginn an hatte der Herausforderer aus Niedersachsen bei dem Geisterduell nicht viel zu bestellen. Die Riesen dominierten und gerieten in den 40 Minuten nie ernsthaft in Bedrängnis. Mit der gewohnt intensiven Verteidigung und der fast perfekt funktionierenden Ganzfeldpresse zogen sie Vechta den Zahn und provozierten insgesamt gleich 23 Ballverluste beim Gegner.

Vechtas Coach ist beeindruckt

Rasta-Coach Thomas Päch zeigte sich nach dem Duell angetan von der Ludwigsburger Abwehrstärke: „Man muss John Patrick wieder gratulieren. Seine Mannschaften spielen mit einer unglaublichen Intensität und Physis, die jedes Mal beeindruckend ist. Ich glaube, dass es trotz der Woche Vorbereitung unmöglich ist, im Training diesen Druck zu simulieren, den man hier erlebt.“

Nur 30 Zähler gestattete Ludwigsburg den Gästen in der ersten Hälfte. Nachdem die Riesen- Offensive im Auftaktviertel (19:11) noch mit Anlaufproblemen zu kämpfen gehabt hatte, waren im zweiten Durchgang die Visiere scharf gestellt: Bis zur Pause eilte der Favorit vorentscheidend auf 52:30 davon. Zwischen der 17. und 20. Minute zeigte speziell Barry Brown eine Galavorstellung: Der US-Amerikaner, der an diesem Montag seinen 24. Geburtstag feiert, versenkte zwei Dreier innerhalb von 15 Sekunden und baute sein Punktekonto auf elf Zähler aus. Damit sah er sein Soll zu diesem Zeitpunkt offenbar schon als erfüllt an – im weiteren Verlauf kam für Brown nur noch ein Freiwurfpunkt hinzu.

In der zweiten Hälfte ging es für Vechta nur noch um Schadensbegrenzung, und diese gelang immerhin, da sich die Riesen einige Unkonzentriertheiten erlaubten und nun nicht mehr ganz so verbissen verteidigten. Ihr Vorsprung betrug beim 82:56 (36.) immer noch üppige 26 Zähler. In der Schlussphase schmolz das Polster aber auf letztlich nur noch zwölf Zähler zusammen, was im Lager des Vizemeisters allerdings keinen mehr groß juckte.

Angesicht der Dominanz seiner Mannschaft gönnte Coach John Patrick auch der ganz jungen Ludwigsburger Garde – Lukas Herzog sowie den Söhnen Jacob und Johannes – Wettkampfpraxis und weitere Erstliga-Minuten. Auch Tremmell Darden, mit seinen 39 Jahren der älteste Spieler der BBL, durfte wieder ausgiebig zeigen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Der 1,94 Meter große Kalifornier steuerte sechs Zähler zum Sieg bei. Bis auf Johannes Patrick punktete jeder Korbjäger im Riesen-Kader. Topscorer war Elias Harris mit 20 Zählern, gefolgt von Jaleen Smith (13) und Brown (12). Bei Vechta war Philipp Herkenhoff mit 15 Punkten und einer hundertprozentigen Dreierquote – drei Würfe, drei Treffer – der einzige Lichtblick.

Dass Ludwigsburgs Spielmacher und Dreierspezialist Jordan Hulls diesmal einen rabenschwarzen Abend erwischt hatte und nur 20 Prozent seiner Würfe aus dem Feld verwandelte, fiel nicht ins Gewicht. „Wenn Jordan vier, fünf offene Dreier nicht trifft und wir trotzdem gewinnen, kann ich nicht sauer sein“, sagte Patrick, der mit seinem Team bereits am Dienstag (19 Uhr) beim Aufsteiger Niners Chemnitz antritt.