Verkehrswende in Oberriexingen
: Städtisches Lastenrad auf Tour

Vor drei Monaten hat sich die kleine Stadt ein E-Bike angeschafft, mit dem rund 150 Kilogramm transportiert werden können. Der Hausmeister erhält viele positive Reaktionen von den Bürgern.
Von
Bigna Fink
Sachsenheim
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Hausmeister Ivanov mit seinem neuen E-Lastenrad: Das klimafreundliche Vehikel kommt gut an bei den Bürgern.

Stadt Oberriexingen

Zuvor teilte Lazar Ivanov ein Auto mit Mitarbeitern vom Bauhof oder nutzte sein eigenes in die Jahre gekommenes Auto. Mit dem neuen Verkehrsmittel ist der städtische Hausmeister „sehr zufrieden“, wie er erzählt. Es ist ein Elektrolastenrad, das sich die Stadt Oberriexingen im Januar angeschafft hat.

„Wir wollten so etwas einmal ausprobieren“, berichtete Bettina Klepper in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Hausmeister Ivanov, ein passionierter Mountainbiker, war von Anfang an von der Idee angetan. So fuhren die stellvertretende Haupt- und Ordnungsamtsleiterin und der Hausmeister 2022 gemeinsam nach Remseck am Neckar, wo die Stadt ein E-Lastenrad bereits erfolgreich einsetzt. „Wir sind so ein Rad Probe gefahren, und es hat gleich Spaß gemacht“, sagt Bettina Klepper.

Für 3900 Euro erstand die Stadt ein vergleichsweise günstiges Elektrolastenrad. Vom Land Baden-Württemberg gab es dafür eine Förderung in Höhe von 975 Euro. Mit dem Zuschuss will das Land die Steigerung der Elektro-Mobilität auf kommunaler Ebene unterstützen. Neben dem Hausmeister sind auch andere städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen, das schwarz-blaue Rad zu nutzen. „Es ist ein anderes Fahren, man muss sich etwas daran gewöhnen“, berichtet Bettina Klepper. „Man hat anfangs etwas Sorge, es könnte in der Kurve kippen. Aber das ist nur Übungssache“, beruhigt die städtische Mitarbeiterin.

Voll bepackt mit Tempo 35

„Wenn es vollgepackt ist, ist es noch stabiler“, so die Erfahrung des Hausmeisters. Seit es etwas wärmer ist, ist der 42-Jährige intensiv mit dem Lastenrad unterwegs, steuert damit mit 35 Kilometern pro Stunde hoch und runter städtische Einrichtungen wie Stadthallen, Kindergärten und Baustellen an. Die Kiste vorne am Rad, also quasi der Kofferraum, fasst insgesamt 220 Kilogramm. „Minus mein Körpergewicht mit 80 Kilogramm kann ich also 140 Kilogramm Ware transportieren“, sagt Ivanov. Im Gepäck hat er sein Werkzeug, dazu kommen weitere Materialien, die er für seine Hausmeistertätigkeiten braucht. Bis zu vier Kinder dürften damit transportiert werden.

Beitrag zum Klimaschutz

„Es ist sehr praktisch, besser als mit dem Auto“, schwärmt Ivanov. „Mir fehlt oft die Zeit für Sport, nun bin ich viel draußen an der frischen Luft und bewege mich“, so der zweifache Familienvater. „Wenn wir merken, es kommt gut an, überlegen wir uns, ein zweites Lastenrad anzuschaffen“, sagt Erich Bannert, stellvertretender Bürgermeister der Stadt. „Damit können wir einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“