Verkehr in Sachsenheim: Vorläufiger Kreisel kommt sehr gut an

Der provisorische Kreisverkehr in Großsachsenheim bleibt auch nach der Testzeit noch eine ganze Weile provisorisch.
/Martin Kalb- Provisorischer Minikreisel an L110/L1141 in Großsachsenheim bleibt über die Testzeit hinaus.
- Rückmeldung laut Stadt und RPS positiv: Verkehr fließt besser, weniger Rückstaus.
- Ampellösung entfällt wegen Sicht und Enge unter der Eisenbahnbrücke – Zuständigkeit beim Land.
- Dauerhafter Kreisel geplant, doch Grunderwerb stockt wegen Eigentümergemeinschaft.
- P+R-Parkplatz soll angebunden und nach Südwesten erweitert werden, sobald Erwerb gelingt.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Sie war stark überlastet, die Kreuzung in Großsachsenheim nahe des Bahnhofes, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Schließlich treffen hier die Sersheimer (L110) Straße, eine zentrale Verkehrsader in der Stadt, und die Kleinsachsenheimer Straße (L1141), eine stark befahrene Ortsdurchfahrt, zusammen.
Vor einigen Jahren entstand von Seiten der Stadt die Idee, dort einen Kreisverkehr zu errichten, um den Verkehrsfluss zu verbessern und Staus zukünftig zu verhindern. „Außerdem sollte den Verkehrsteilnehmern aus Kleinsachsenheim das Eingliedern in die Sersheimer Straße erleichtert werden“, ergänzt Arved Oestringer, Sprecher der Stadt Sachsenheim, die erhofften Vorteile eines Kreisverkehrs. „Gerade an dieser Stelle kam es häufig zu Problemen.“ Vor allem gelten Kreisel wegen der reduzierten Fahrgeschwindigkeit zumindest für Autofahrer als sicherer laut etwa des Verkehrssicherheitsrates. Aufgrund dieser Vorzüge ist vielerorts seit Jahren beobachtbar, dass Vorfahrts- oder Ampelkreuzungen durch einen Kreisel ersetzt werden.
Auf Vorschlag der Stadt wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) deshalb im Juni 2025 ein provisorischer Kreisverkehr für ein Jahr errichtet. Er zählt als sogenannter „Minikreisverkehr“. Nun ist es Anfang November 2026 und die gelben Leitschwellen am Kreisel, die eine provisorische Verkehrsleitung signalisieren, sind weiterhin da.
Wie ist das Fazit der Testphase und wie geht es denn jetzt mit der Kreuzung weiter? Die BZ hat bei den Verantwortlichen nachgefragt.
Wer ist für den Kreisel und die Zukunft der Kreuzung zuständig?
Da es sich um einen Knotenpunkt von Landesstraßen handelt, ist beim Umbau das Land, also das RPS, und für Ampelanlagen der Landkreis zuständig. „Eine Ampel scheidet an dieser Stelle aufgrund schlechter Sichtverhältnisse und zu geringer Breite im Bereich der Eisenbahnbrücke aus“, heißt es vom Regierungspräsidium.
Mit Ihrem BZ-Abo lesen Sie jetzt alle Texte auf swp.de – ohne Aufpreis
Die Bietigheimer Zeitung ist jetzt Teil der SÜDWEST PRESSE. Als Abonnentin oder Abonnent der gedruckten Zeitung lesen Sie deshalb auch alle Online-Inhalte auf swp.de und in der SWP-App, ohne Aufpreis. Dazu gehören die Nachrichten aus Bietigheim, Sachsenheim und Bönnigheim, aber auch alle anderen Plus-Artikel. Sie müssen Ihren Zugang nur einmal freischalten.
So leicht aktivieren Sie Ihren Zugang*
Rufen Sie swp.de/meinzugang auf. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein und schicken Sie das Formular ab. Bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse über den Link, den wir Ihnen schicken.
Lesen Sie gleich los: in der SWP-App (kostenlos im App Store und bei Google Play) oder im Web. Das E-Paper der Bietigheimer Zeitung finden Sie vorerst weiter in Ihrer bisherigen App oder hier im Web. Sie können in der SWP-App oder auf der SWP-Website aber auch alle anderen Ausgaben der SÜDWEST PRESSE lesen.
*Exklusiv für Abonnenten der gedruckten Zeitung mit täglicher Zustellung.
Die Stadt möchte in dem Zuge auch einen Parkplatz für den Bahnhof anbinden. Für einen festen Kreisel und den Parkplatz sind Grunderwerbsverhandlungen notwendig, die bisher aber zäh verlaufen. Die Planungen mussten abgebrochen werden. Im Zuge des Ausbaus der Landesstraße zwischen Sachsenheim und Bietigheim wurde dann das runde Provisorium ohne Anbindung von Parkplätzen errichtet, um diese Verkehrsführung zu erproben.
Wie ist das Fazit nach einem Jahr Mini-Kreisel in Sachsenheim?
Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung und des Gemeinderats seien überwiegend positiv. „Es besteht der klare Wunsch, einen dauerhaften Kreisel anzulegen“, teil Oestringer mit. „Wir beurteilen das Projekt als sehr positiv: Der gewünschte Effekt ist eingetreten.“ Der Verkehr fließe deutlich besser und Rückstaus nach Kleinsachsenheim hätten sich reduziert. Auch das RPS informiert: „Uns hat positive Resonanz von Verkehrsteilnehmenden, der Polizei sowie der Verkehrsbehörde (also des Landratsamtes Ludwigsburg) erreicht.“ Das Provisorium wird zunächst weitergeführt. Voraussetzung für den Umbau sei, dass die Stadt Sachsenheim den Grund erwerben kann.
Warum hapert es beim Bauentscheid eines festen Kreisels?
Die Stadt teilt mit, dass ein fester Kreisel angestrebt wird. Um den P&R-Parkplatz am Bahnhof direkt auf Kleinsachsenheimer Seite anzubinden, soll zudem der Parkplatz in südwestlicher Richtung wie erwähnt erweitert werden. „Der dazu benötigte Grunderwerb soll schnellstmöglich realisiert werden.“
Das Problem: Das Grundstück gehört einer Eigentümergemeinschaft. Der Prozess des Erwerbs stelle die Verwaltung vor eine Herausforderung, da hier verschiedene Meinungen miteinander verknüpft werden müssten, so Oestringer. „Wir möchten zu einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche gelangen, damit alle Verkehrsteilnehmer davon profitieren, so wie es aktuell ist“, so Oestringer. „Es gibt wenige Vorhaben, die von der Bevölkerung so uneingeschränkt befürwortet werden.“