Vaihingen/Schwieberdingen
: Mehr als 100 Kilo Drogen im Landkreis

 In Vaihingen und Schwieberdingen soll der Angeklagte Drogen gehandelt haben.
Von
Bernd Winckler
Ludwigsburg
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Im Januar wurde der Angeklagte, dem Drogenhandel vorgeworfen wird, festgenommen. Nun begann sein Prozess.

/Oliver Bürkle

Ein 29-Jähriger wird am Stuttgarter Landgericht beschuldigt, in Schwieberdingen und Sachsenheim sowie in Stuttgart mit verschiedenen Drogen im dreistelligen Kilobereich gehandelt zu haben. Schon am ersten Verhandlungstag ist der Mann geständig und soll dafür mit einer milden Sanktion davon kommen: Freiheitsstrafe nicht über vier Jahre und zwei Monate, sagte ihm nach kurzer Beratung mit Staatsanwalt und Verteidigerin der Richter.

Im Großraum Stuttgart und dem Landkreis Ludwigsburg hatten am 16. Juli letzten Jahres mehr als 400 Polizisten vermutliche Dealer ausgehoben. Über Jahre hinweg sollen sie mit Kokain, Marihuana und Haschisch gehandelt haben. An der Großrazzia waren Spezialeinheiten der Drogenfahndung beteiligt. Die Festgenommenen wurden einem Haftrichter vorgeführt. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft und warten auf ihre Prozesse.

Der Schwerpunkt lag im Großraum Stuttgart: Die polizeilichen Einsätze betrafen die Landkreise Waiblingen und den Landkreis Ludwigsburg, Vaihingen an der Enz und Schwieberdingen. Dabei stellten die Ermittler unter anderem zwei Schreckschusspistolen, über 50 Hieb- und Stichwaffen, Sprengstoff, hochwertige Fahrzeuge, mehr als 100.000 Euro Bargeld sowie Betäubungsmittel sicher. Die durchsuchten Wohn- und Nebenräume dienten laut Ermittlern vermutlich als Drogenlager.

Gewinnbringend mit Drogen gehandelt

Einer, der sich in den Geschäften dieser Entwicklung verstrickt haben soll, ist ein heute 29-Jähriger. Er wurde erst später ermittelt und am 7. Januar diesen Jahres festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, von Dezember 2020 bis zum März 2021, also innerhalb von drei Monaten, mit Kokain, Marihuana und Cannabis im dreistelligen Kilogrammbereich mit großem Gewinn gehandelt und sich damit eine Einnahmequelle verschafft zu haben, wie es in der Anklageschrift heißt. Er soll in der fraglichen Zeit rund 120 Kilogramm Marihuana sowie 44,5 Kilogramm Kokain erworben und teilweise an Mitglieder der vermuteten Bande und an weitere Konsumenten gewinnbringend verkauft haben. Haupt-Übergabeorte sollen dabei Schwieberdingen und Vaihingen an der Enz gewesen sein.

Den Einkaufswert der Drogen, mit denen der Angeklagte gehandelt haben soll, beziffert der Staatsanwalt auf über 100.000 Euro. Zwölf Einzelaktionen sind angeklagt. Dabei soll der 29-Jährige jeweils zunächst von unbekannten Lieferanten Ware auf Kommission erhalten und diese dann mit Gewinn verkauft haben. Angefangen habe dieses Treiben am 20. Dezember 2020, als der Angeklagte gerade im Begriff war, sich mit einer Beraterfirma selbstständig zu machen, wie er angibt.

Laut der Anklage habe er dann nach dem 7. Januar 2021 zunächst in Sindelfingen und Stuttgart beispielsweise mehr als 45 Kilo Marihuana und einige Kilogramm Kokain im Einkaufswert von 60.000 Euro bezogen und weiter vermittelt.

Nach Drogenhandel weiter Beratertätigkeit ausgeführt

Die Schwieberdinger Drogenübergaben an den Angeklagten sollen vom 20. Januar 2021 bis zum 4. Februar 2022 stattgefunden haben – Kokain, Marihuana und Cannabis im Wert von weiteren 49.000 Euro. Die letzte Drogen- und Kaufgeld-Übergabe soll am 5. März 2021 in Ludwigsburg gewesen sein. Über drei Jahre lang soll der Angeklagte danach unbehelligt seinen normalen Geschäften als Berater in Dubai und in Deutschland nachgekommen sein, ehe dann am 7. Januar dieses Jahres der seit Oktober 2022 bestehende internationale Haftbefehl vollstreckt werden konnte.

Die Vorwürfe wollte der Angeklagte nicht bestreiten. Staatsanwalt, Verteidiger und das Gericht haben sich daraufhin zu einem Rechtsgespräch nicht öffentlich zurückgezogen. Nach der Pause teilte der Strafkammervorsitzende mit, dass der 29-Jährige mit einer Strafe im Bereich von drei Jahren und zehn Monaten bis vier Jahren und zwei Monaten rechnen könne, falls er voll umfassend geständig sei. Das Geständnis wird am nächsten Prozesstag, 1. Juli, protokolliert. Bernd Winckler