„Treff für Alle“ in Sachsenheim: Jeder ist als Besucher willkommen

Sylvia Heine (links) und Elke Blum freuen sich auch viele einheimische Bürgerinnen und Bürger beim Sachsenheimer „Treff für Alle“ willkommen zu heißen.
/Michaela GlemserSie wollten einen Ort schaffen, an dem sich einheimische und geflüchtete Menschen in der Stadt treffen und bei Kaffee sowie Kuchen miteinander ins Gespräch kommen können. Mit dieser Intention haben Elke Blum und Sylvia Heine im Zuge der Flüchtlingswelle im Jahr 2016 das Café Asyl in Sachsenheim mit aus der Taufe gehoben.
Freundschaften sind entstanden
„Damals waren die Beziehungen zu den geflüchteten Menschen, von denen viele aus Syrien kamen, noch ganz eng, und wir haben freundschaftliche Kontakte geknüpft, die teilweise heute noch bestehen“, erinnert sich Blum. Sie hat die Frauen, Männer und Familien, die sie im Café Asyl kennenlernte, auch bei Problemen im Alltag unterstützt.
Doch im Laufe der Zeit änderte sich auch die Besucherstruktur im monatlichen Café-Treff und mit den geflüchteten Menschen aus der Ukraine kam ein ganz neues Publikum hinzu. „Im vergangenen Jahr haben wir uns deshalb überlegt, das Café Asyl auch mehr für einheimisches Publikum zu öffnen, um den direkten Austausch mit den geflüchteten Menschen zu fördern“, erläutert Heine.
Im Juli 2022 fand erstmals der Sachsenheimer „Treff für Alle“ statt, der inzwischen fast jeden Monat im Kulturhaus in Großsachsenheim seine Pforten öffnet. „Unsere anfänglichen Hoffnungen, auch Einheimische zu einem Besuch zu bewegen, haben sich leider immer noch nicht erfüllt. Es kommen meist Menschen, die ohnehin schon im Arbeitskreis Asyl ehrenamtlich engagiert sind“, sagt Blum. Auch das Helferteam von ursprünglich einmal 17 Mitarbeitern ist inzwischen merklich geschrumpft und weitere Unterstützung gerne willkommen. „Es kommen viele Frauen mit Kindern. Wenn wir mehr Helfer zur Verfügung hätten, könnten wir auch eine spezielle Betreuung für die Kleinen anbieten“, so Blum.
Buntes Programm beim Treff
Beim monatlichen „Treff für Alle“ ist nicht nur für das leibliche Wohl durch ein umfangreiches Buffet, zu dem jeder Besucher etwas beisteuert, gesorgt, sondern es gibt auch viele Informationen über unterschiedliche Angebote in der Stadt. „Es sind auch immer wieder Mitglieder des Arbeitskreises Asyl vor Ort, die Hilfestellungen bei Bewerbungen und Arbeitssuche geben oder bei der Wohnungsvermittlung unterstützen“, schildert Heine, die mit Blum und Beate Decker das Organisationsteam des Sachsenheimer „Treffs für Alle“ bildet.
Rund 50 bis 80 Besucher kommen jeweils zum gemütlichen Beisammensein im Kulturhaus, das am 23. Oktober ab 16:30 Uhr bereits zum zehnten Mal stattfindet.
Die erneut steigenden Zahlen geflüchteter Menschen machen den Organisatorinnen keine Angst, denn noch sind die Raumkapazitäten im Kulturhaus für den monatlichen Treff noch lange nicht erschöpft. „Wir würden uns für die Zukunft wünschen, dass auch einheimische Bürgerinnen und Bürger den Weg zu uns finden, um einen tatsächlichen Austausch stattfinden zu lassen“, sagt Blum, die auch heute noch Besucher begrüßen kann, die bereits das Café Asyl regelmäßig besucht haben und mittlerweile als Dolmetscher für Neuankömmlinge aktiv sind und ihnen mit den eigenen gemachten Erfahrungen weiterhelfen können.
Tolle Stimmung bei den Treffen
„Die Stimmung beim ‚Treff für alle‘ ist sehr gut und unsere Besucher sind so dankbar, dass es eine solche Möglichkeit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch gibt. So lernen sich auch die geflüchteten Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet besser kennen“, sagt Heine, die auch Bürgermeister Holger Albrich und den Integrationsbeauftragten der Stadt Sachsenheim, Dr. Abdoul-Kawihi Issaka, immer wieder beim „Treff für Alle“ begrüßen kann, die dabei über die neuesten Offerten der Stadtverwaltung Auskunft geben. „Vielleicht gelingt es uns, dass der ‚Treff für Alle’ künftig auch wirklich ein Treff für alle Sachsenheimer wird“, hoffen Blum und Heine.