Trainer bei der U21 des 1. FC Köln
: „Laki“ Sbonias lebt seinen Traum

Der Fußballtrainer aus Bietigheim-Bissingen startet an diesem Dienstag mit der U21 des 1. FC Köln in die neue Saison der Regionalliga West. Kaum ein Korsett vom Profiteam vorgegeben.
Von
Daniel Haug
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Evangelos Sbonias hofft, in mit der U21 des 1. FC Köln auch persönlich den nächsten Schritt zu gehen und seine Chancen auf einen Platz im Lehrgang zur Uefa-Pro-Lizenz zu steigern.

Eibner-Pressefoto/Fleig

Die Vorfreude bei Evangelos Sbonias ist groß. An diesem Dienstag (19 Uhr) bestreitet der 40-Jährige, der von allen nur „Laki“ genannt wird, sein erstes Pflichtspiel als Cheftrainer der U21 des 1. FC Köln. Zum Start in die Saison der Regionalliga West tritt das Sbonias-Team bei Fortuna Köln an. „Es geht direkt mit einem Stadtderby im Südstadion los. Dazu ist es ein Abendspiel. Das sind Zutaten, die den Auftakt speziell machen“, sagt Sbonias, der den Gegner am Freitag im Testspiel gegen die FC-Profis beobachtet hat.

Ganz schnelle Entscheidung

Vor gut einem Monat ist der Bietigheimer nach einem Jahr beim Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach zur U21 des Bundesligisten gewechselt. Sbonias: „Das war ein Prozess mit mehreren Gesprächen. Nach den Relegationsspielen habe ich mir schnell intensive Gedanken gemacht und die Entscheidung getroffen, nach Köln zu gehen.“ Gerade einmal fünf Tage lagen zwischen dem verpassten Aufstieg in die Regionalliga Südwest mit dem Dorfklub nach dem 2:2 im Relegationsrückspiel gegen die TuS Koblenz und der Bekanntgabe von Sbonias’ Wechsel in die Domstadt.

Auch für Marcel Ivanusa, der Sbonias seit inzwischen drei Jahren assistiert, ging es nach Köln. „Unser Austausch funktioniert wie bisher. Es ist eine schöne Geschichte, dass wir im Doppelpack herkommen durften, und hat den Einstieg erleichtert“, sagt der Chef- über seinen Co-Trainer, mit dem er bereits beim SGV Freiberg und in Großaspach zusammengearbeitet hat. Die beiden haben ihre neue Mannschaft fünf Wochen lang auf die neue Saison vorbereitet. „Es ging darum, so schnell wie möglich anzukommen, die Abläufe und Menschen kennenzulernen und qualitativ gut zu arbeiten. Das ist uns relativ gut gelungen“, berichtet Sbonias. Wöchentlich standen bis zu acht Einheiten und ein Testspiel auf dem Plan. Dazu kam ein siebentägiges Trainingslager in der Sportschule Bitburg. „Dort haben wir in Sachen Teamspirit einen großen Schritt nach vorne gemacht und insgesamt sehr intensiv gearbeitet“, sagt Sbonias, der bei den Jungböcken einen Umbruch gestalten darf.

Umbruch in der Kölner U21

Nach vier Jahren unter Mark Zimmermann wird die U21 des FC neu ausgerichtet. „Wir haben eine extrem junge Mannschaft mit vielen Jungs, die noch U19 spielen könnten oder jetzt ihr erstes Herrenjahr absolvieren. Sie sollen so schnell wie möglich an den Profifußball herangeführt werden. Dabei kommt es vor allem darauf an die Basics, besonders im Bereich Körperlichkeit und Intensität, zu installieren. Das ist eine hochinteressante und gleichzeitig sehr komplexe Aufgabe“, sagt Sbonias. Der Deutsch-Grieche hat zuletzt in Großaspach mit Nico Engel und Niklas Mohr bereits zwei U19-Spieler zu Oberliga-Leistungsträgern geformt.

Jetzt geht es für Sbonias am Geißbockheim darum, möglichst viele der jungen FC-Talente für Profitrainer Steffen Baumgart auszubilden. „Der direkte Austausch läuft über Co-Trainer André Pawlak, aber es gibt regelmäßige Meetings mit dem gesamten Trainerteam – und die Türen, auch die von Steffen Baumgart stehen immer offen, was nicht selbstverständlich ist“, weiß Sbonias, der in seiner Trainerarbeit viel Freiheit bekommt und nur innerhalb der offensiven und defensiven Prinzipien des Vereins bleiben muss.

„Wir wollen in jeder Phase des Spiels aktiv bleiben, mit Einsatz und Leidenschaft schnörkellos Richtung Tor spielen und als geschlossene Einheit auf dem Platz agieren“, erklärt der U21-Trainer, der kein konkretes Saisonziel ausgibt. „Unser Anspruch ist natürlich eine stabile Runde zu spielen, aber unabhängig von Tabellenplätzen hat die Ausbildung der Talente oberste Priorität“, sagt Sbonias. Für seine eigene Entwicklung hofft der Trainer in Köln ebenfalls auf den nächsten Schritt und steigende Chancen auf einen Platz im Lehrgang zur Uefa-Pro-Lizenz.

Oberste Priorität: heimisch werden

Zunächst geht es aber darum, in Köln anzukommen. Bisher wohnt Sbonias noch im Hotel, hat aber bereits eine Wohnung gefunden, um dort mit seiner Familie einzuziehen. „So ein Projekt geht nur mit der Unterstützung der Familie. Damit ich meinen Traum leben kann, übernimmt meine Frau zu Hause gerade die komplette Verantwortung. Dafür bin ich extrem dankbar“, sagt der Familienvater, dessen Frau momentan mit dem dreijährigen Sohn noch in Bietigheim wohnt, Ende des Jahres das zweite Kind erwartet und zeitnah mit nach Köln ziehen soll.