Tammer Ordnungsamt: 1921 Strafzettel verteilt

Strafzettel in Höhe von 46.000 Euro stellte der Vollzugsdienst des Ordnungsamtes Tamm im vergangenen Jahr aus.
/Martin KalbWas macht denn ein Ordnungsbeamter im Vollzugsdienst? Diese Frage beantwortete Dominik Schuppert bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Tamm.
Er hat eine von zwei Vollzeitstellen beim Ordnungsamt der Stadt inne. Sein Aufgabengebiet ist vielseitig und umfasst das Ausstellen von Strafzetteln ebenso wie die Nachlasssicherung und die regelmäßigen Kontrollen in Unterkünften.
1921 Strafzettel mit einer Gesamtsumme von 46.000 Euro stellte Schuppert zusammen mit seinem Kollegen im vergangenen Jahr aus. „Nur zwei Fahrzeuge mussten wir 2024 abschleppen“, erklärt Schuppert.
Anstieg von häuslicher Gewalt
Zu 31 Fällen von häuslicher Gewalt wurden die Vollzugsbeamten voriges Jahr gerufen, das ist ein Anstieg von elf Fällen im Vergleich zu 2023. „Mag sein, dass mehr Leute den Mut haben das jetzt bei uns zu melden“, erklärt Schuppert auf die Frage, woher der deutliche Anstieg komme. In 21 Fällen mussten die Beamten Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel Wohnungsverweise aussprechen oder mit dem Jugendamt in Kontakt treten.
Auch die Nachlasssicherung gehört zur Arbeit des Vollzugsdienstes. „Da gehen wir dann in die Wohnung oder das Haus der Verstorbenen und suchen nach Testamenten und versiegeln im Anschluss die Wohnung“, erklärt Dominik Schuppert. Fünf Mal sicherten sie 2024 den Nachlass von Verstorbenen.
Auffälliges Verhalten bei Hunden gab es lediglich vier Mal im vergangenen Jahr, bei dem das Ordnungsamt zum Einsatz kam. „Nur ein Mal mussten wir Maulkorb und Leinenpflicht verordnen. Meistens schreiben wir im ersten Schritt die Hundehalter an und weisen sie auf ihre Aufsichtspflicht hin“, sagt Schuppert.
Außerdem gab es 113 Personenermittlungen, bei denen die Beamten zum Beispiel feststellen mussten, ob eine Person auch dort wohnt, wo sie gemeldet ist. Bei 18 Vollstreckungsaufträgen mit einer Gesamtsumme von 80.000 Euro trieben die Beamten die Hälfte, also 40.000 Euro ein. „Da stehen wir dann aber nicht in Uniform vor der Tür“, erklärt Schuppert.
Auch bei der Einweisung und Zuweisungen von Flüchtlingen sind die Beamten präsent und kontrollieren regelmäßig die Unterkünfte.
Tägliche Beleidigungen
„Wir sind präsent, immer da als Ansprechpartner für die Bürger“, erklärt Schuppert. Auf Nachfrage des Gremiums erklärte der Vollzugsbeamte, wie der tägliche Umgang mit den Tammern im Arbeitsalltag ist: „Ja, die Hemmschwelle ist sehr niedrig. Jeder fühlt sich im Recht und dann kann es auch mal sein, dass die Leute lauter werden. Wir werden tatsächlich täglich beleidigt.“ 2023 wurde der Ordnungsbeamte sogar bei einer Kontrolle angefahren.
Dabei ließen die Beamten in den Grauzonen-Fällen häufig auch mal „Fünfe gerade sein“. Sie fahren alle Straßen im Stadtgebiet ab und Schuppert betont: „Wer den Vollzugsdienst anruft, kommt direkt bei uns am Handy raus, das heißt wir können auch direkt reagieren.“ Petra Neset-Ruppert