Tamm
: Planungen zur Sanierung des Bürgersaals können starten

Das Gebäude neben dem Rathaus in Tamm ist in die Jahre gekommen. Der Gemeinderat hat ersten vorbereitenden Planungen zugestimmt.
Von
Petra Neset-Ruppert
Tamm
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Gleich mehrere Mängel machen den Tammer Bürgersaal dringend renovierungsbedürftig – unter anderem das undichte Dach.

/Helmut Pangerl

Den Tammer Bürgersaal im Zentrum der Stadt gibt es seit 2007. Mittlerweile weist der Saal „aufgrund seines Alters einen erheblichen Sanierungsbedarf auf“, heißt es in der Vorlage der städtischen Verwaltung über die in der jüngsten Sitzung des Tammer Gemeinderats entschieden werden sollte. Rund 200.000 Euro Planungskosten sollte das Gremium zustimmen.

„Das ist kein Blankoscheck über Sanierungsmaßnahmen insgesamt, sondern erst mal eine grobe Mängelschätzung“, betonte Bürgermeister Martin Bernhard zu Beginn der Diskussion. Denn in der Vorlage standen auch die zum jetzigen Zeitpunkt angenommenen Baukosten in Höhe von 1.688.008 Euro.

Zu den Sanierungsmaßnahmen gehören laut Vorlage der Umbau der gesamten Beleuchtung auf LED-Technik, die Verbesserung der Fluchtwegkennzeichnung und Notbeleuchtung, die Umstellung der Heizungs- und Kühltechnik auf Fernwärme sowie die Überarbeitung der Kunstharzböden. Für den Außenbereich steht eine komplette Sanierung des Flachdachs inklusive einer Prüfung einer PV-Anlage dort, die Reinigung der Fassaden, der Austausch des Sonnenschutzes sowie die Erneuerung der Dehnungsfugen an.

„Erhebliches finanzielles Risiko“

Alle Fraktionen außer der LLT signalisierten der Verwaltung ihre Zustimmungsbereitschaft. „Themen wie Brandschutz und Beleuchtung können sehr teuer werden. Das Risiko ist zu groß, dass wir ein Fass umstoßen, von dem wir nicht wissen, was drin ist. Das ist ein erhebliches finanzielles Risiko für die Stadt“, äußerte Wolfgang Günther (LLT) seine Bedenken.

„Natürlich muss ich im Vorfeld wissen, worauf lass ich mich ein. Deshalb braucht es die Architektenleistung, die uns sagt, was können und was müssen wir sanieren. Also, was ist Schönheit und was ist Pflicht“, erklärte Bürgermeister Bernhard.

Ob die Planungskosten denn mit den Baukosten zusammenhängen, wollte Petra Brenner (CDU) wissen. „Ja, das tun sie. Ich gebe zu, die Vorlage suggeriert eine Genauigkeit, die es faktisch nicht gibt“, erklärte Bernhard den Betrag für die Planungskosten.

Alexander Mayer (SPD) betonte, dass er es richtig fände, dass man das Architektenbüro Zoll mit der Planung beauftrage, da diese auch den Bau des Bürgersaals begleitet hatten. „Der Bürgersaal muss saniert werden, das ist Fakt“, signalisierte Dr. Markus Feucht (AWV) die Zustimmung seiner Fraktion. Er hatte hingegen die Beauftragung des Büros Zoll bisher eher kritisch gesehen, weil der Bürgersaal für sein junges Alter nun schon sehr sanierungsbedürftig sei: „Es muss dann von der Firma auch kritisch beleuchtet werden, woher die Mängel kommen, wie zum Beispiel die Undichtigkeit des Dachs.“

„Normaler Sanierungszeitraum“

Dem widersprach Karin Vogt (Grüne): „20 Jahre für ein Flachdach sind ein normaler Sanierungszeitraum. In der Vergangenheit haben wir uns beschwert, dass uns immer nur einzelne Maßnahmen vor die Füße geworfen wurden. Jetzt haben wir einen Zeitraum von vier Jahren.“ Nach jetzigem Stand sollen die Abschlussarbeiten für den Außenbereich des Stadtsaals 2028 erfolgen.

Da die LLT-Fraktion in der Diskussion nicht überzeugt werden konnte, dem Antrag so zuzustimmen, machte Bürgermeister Bernhard einen Vorschlag: „Wenn wir alle Leistungsphasen, also eins bis acht, abgeben, dann liegen die Kosten bei 197.22,83 Euro. Wenn wir aber erst mal nur Leistungsphase eins bis drei abgeben, dann ist das weniger als die Hälfte der Kosten. Könnten Sie damit leben?“, fragte er die LLT-Fraktion.

Sie konnten. Und so beschloss das Gremium einstimmig die Planungsbeauftragung der Sanierung des Bürgersaals für die ersten drei Leistungsphasen.