Tamm
: Neues Feuerwehrhaus: „Wir haben hier einfach Platz“

Der Bau des neuen Feuerwehrgebäudes im Gewann Kirschenau in Tamm schreitet voran. Die BZ hat sich auf der Baustelle umsehen dürfen.
Von
Petra Neset-Ruppert
Tamm
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Kommandant Sebastian Richter (rechts) und sein Stellvertreter Marc-André Meyle sind regelmäßig auf der Baustelle im Gewann Kirschenau. Sie freuen sich auf das neue Feuerwehrhaus, in dem sie ausreichend Platz haben werden.

/Martin Kalb

Die Bauarbeiten im neuen Feuerwehrhaus im Gewann Kirschenau gehen voran. Fast abgeschlossen sind die Betonarbeiten, gerade werden die elektrischen Leitungen verlegt und Trockenwände eingezogen. Imposant steht das mehrstöckige Gebäude samt Übungsturm bereits auf dem neuen Areal in der Kirschenau. Der Kommandant Sebastian Richter und sein Stellvertreter Marc-André Meyle haben die BZ über die Baustelle geführt und erzählt, worauf sie sich besonders freuen.

„Wir haben hier einfach Platz“, sagt Kommandant Richter, und während er den Blick durch die große Fahrzeughalle schweifen lässt, kann man ihm ansehen, dass die Freude auf das neue Feuerwehrhaus wirklich groß ist. Als Richter vor 15 Jahren zur Freiwilligen Feuerwehr Tamm kam, gab es schon Pläne für einen Neubau. Aber nun ist aus anfänglichen Plänen ein konkretes Gebäude geworden, dessen Fertigstellung nach jetzigem Stand voraussichtlich bis Mai 2026 abgeschlossen sein soll.

Noch stehen in der Fahrzeughalle die Lüftungsrohre. In Zukunft finden hier bis zu sieben Fahrzeuge Platz.

/Martin Kalb

Im August soll der Innenausbau beginnen. Neben sieben Fahrzeugboxen, einem Waschplatz für die Fahrzeuge, ausreichend großen Umkleiden für Männer und Frauen mit einem dazugehörigen Sanitärbereich sowie einem Büro für den Kommandanten und seinen Stellvertreter gibt es im neuen Feuerwehrhaus auch eine Werkstatt, ausreichend Lagerfläche und einen Raum für die Jugendfeuerwehr.

Aktive kommen aus der Jugend

„Mit solchen Räumlichkeiten können wir auch mal jüngere Kinder ansprechen“, sagt Richter, als er durch den großen Raum, der für die Jugendfeuerwehr bestimmt ist, geht. 15 Mitglieder hat die Tammer Jugendfeuerwehr, in die Jugendliche ab elf Jahren eintreten können und mit 18 Jahren dann zu den Aktiven wechseln können. „Wir profitieren von guter Jugendarbeit. Die ist wirklich eminent wichtig, denn die meisten Aktiven kommen bei uns aus der Jugendfeuerwehr“, so Richter. Wenn man bereits für Jüngere ein Angebot schafft, sei die Chance groß, dass so mehr Nachwuchs für die Feuerwehr gewonnen werden könne.

In den vergangenen sechs Jahren sei die Tammer Wehr stark gewachsen, sagt der Kommandant. Das alte Feuerwehrhaus ist mittlerweile definitiv zu klein und in die Jahre gekommen. Fehlende Sanitäranlagen und nur eine gemeinsame Umkleide gehören zu den Gründen, weshalb man sich auf das neue Feuerwehrhaus freue.

Neues Feuerwehrhaus: „Wir haben hier einfach Platz“

/Martin Kalb

Platz für Übungen wird es im Gewann Kirschenau dann definitiv ausreichend geben. Gerade im Außenbereich sei dann vieles möglich. „Das haben wir momentan einfach nicht und das ist dann für die Zukunft ein extremer Mehrwert“, betont der Kommandant. 60 Parkplätze werden den Feuerwehrmännern und -frauen am neuen Gebäude zur Verfügung stehen. Mit einem großen Lehrsaal und Übungsflächen im Freien „könnte man dann auch für den Landkreis Ausbildungen anbieten“.

Doch nicht nur für die Feuerwehr bringt das Gebäude einen Mehrwert: Im Übungsturm befindet sich ein 90.000 Liter-Wassertank für das Fernwärmenetz. Denn auf dem Dach werden zwei Wärmepumpen für das Fernwärmenetz der Stadt installiert. „Deshalb konnte nur ein Teil des zweiten Stocks in Holzbauweise gefertigt werden“, sagt Richter. Der Teil auf dem die Wärmepumpen stehen, ist aus recyceltem Beton.

Auch ein Aufzug wird eingebaut, denn der große Lehrsaal kann dann auf für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden und bietet Platz für bis zu 130 Sitzplätze. Durch die räumliche Anordnung können die Kommandanten, die Stabsstelle sowie die Funkzentrale im Bedarfsfalls sich durch die Räume hinweg austauschen. Im alten Feuerwehrhaus gibt es nicht einmal ein Büro für die beiden Kommandanten, Unterlagen müssen teilweise zu Hause gelagert werden.

Auf dem Gebäudeteil mit der Betonetage werden zwei Wärmepumpen eingebaut.

/Martin Kalb

„Wir haben zum Glück genug Fachexpertise in der Feuerwehr auch für die Technik, und bei verschiedenen Themen für den Bau können wir bei den Fachleuten unter den Kameraden direkt nachfragen“, sagt Sebastian Richter.

Wöchentlich auf der Baustelle

Mindestens einmal die Woche sind Richter und Meyle auf der Baustelle, besprechen anstehende Bauentscheidungen und informieren sich über den aktuellen Stand. „Das ist wirklich ein sehr guter Austausch, den wir hier mit der Feuerwehr haben“, betont Oliver Hartstang vom Ludwigsburger Architekten Büro HHL Architekten. Momentan ist die Baustelle noch circa vier bis sechs Wochen im Verzug, doch das sei noch alles kein Problem. „Nach hinten raus sind auch noch Puffer eingeplant“, sagt Hartstang.

Doch allzu lange soll es sich nicht verzögern, schließlich freuen sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tamm auf ihr neues Haus. „Damit sind wir dann für die nächsten 40 Jahre gut aufgestellt“, ist sich Kommandant Richter sicher.