Tamm
: Neuer Glanz für den alten Ortskern

Der Gemeinderat Tamm hat die Aufstellung eines neuen Sanierungsgebiets beschlossen. Gemeinsam mit der Stadtentwicklung GmbH soll nun geplant und Fördermittel beantragt werden.
Von
Petra Neset-Ruppert
Tamm
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Im alten Ortskern von Tamm soll rund um die Hauptstraße ein neues Sanierungsgebiet entstehen. Bis zu zwölf Jahre kann die Planung und Umsetzung in Anspruch nehmen.

/Martin Kalb

Schon vieles ist in Tamm vorangegangen, denkt man nur an den Glasfaserausbau, den Ausbau des Wärmenetzes (die BZ berichtete) und verschiedene Baugebiete in der Stadt. Doch das bedeutet nicht, dass es damit nun erst einmal getan ist. In der jüngsten Sitzung des Tammer Gemeinderates stimmte das Gremium über den Beginn eines neuen Sanierungsgebiets ab. 

Um den „alten Ort“ geht es bei diesem Sanierungsgebiet. Entlang der Hauptstraße rund um die Gebäude, „Alte Feuerwehr“, die noch dort bestehende Bücherei und die Rathausgasse soll das Sanierungsgebiet sein, so die ersten Planungen.

Für die Planung und Organisation dieses Projekts, das sich über bis zu zwölf Jahre hinziehen könne, soll laut Gemeinderatsvorlage die Stadtentwicklung GmbH, kurz STEG, beauftragt werden. STEG ist bereits an fünf Standorten in Baden-Württemberg aktiv und hat auch im Kreis Ludwigsburg bereits verschiedene Sanierungsprojekte betreut.

Gebietsgrenzen sind flexibel

„Das Sanierungsgebiet kann im Verlauf immer wieder verändert werden“, betont Dr. Tilman Sperle von der STEG. Es komme auch darauf an, wie die Eigentümer in dem Gebiet reagieren und wie viele mitmachen wollen. Manchmal komme es vor, dass man dann auch noch mal die Grenzen verschiebe. Er erklärte den Gemeinderäten wie die Organisation und Planung eines solchen Sanierungsgebiets abläuft und was dies sowohl für die Stadt als auch für die Anwohner bringt.

Die STEG kümmert sich bei Beauftragung um sämtliche Bereiche. Dazu gehören: Stadtplanung und -erneuerung, Projektentwicklung, Immobilienbewertung sowie das Fördermittelmanagement. Durch die Fördermittel sollen rund 60 Prozent der Kosten durch den Bund und das Land gedeckt werden. Die restlichen 40 Prozent trage die Kommune selbst, erklärt Sperle.

„Man geht davon aus, ein Euro Fördermittel löst sieben Euro Investitionen aus“, erklärt Sperle. Dabei geht es darum nicht nur Optionen für die städtischen Gebäude aufzuzeigen, sondern auch den Eigentümern in diesem Gebiet die Möglichkeit zu geben mit zusätzlichen Fördermitteln die Gebäude zu sanieren.

Kein Sanierungszwang

„In welchem Umfang und ob überhaupt saniert wird, entscheidet jeder Eigentümer selbst. Wir bieten Beratung zur Fördermittelbeantragung und Planung an“, erläutert Sperle.

„Anwohner müssen bei etwaigen Wertsteigerungen einen Teil der Kosten tragen. Wie geht die STEG hier bei der Kommunikation und Beteiligung vor?“, fragt Lukas Tietze (CDU). Es werde Infoveranstaltungen für die Eigentümer geben. „Sanierungsbedingte Abschlagszahlung müssen so gar nicht immer vorhanden sein“, sagt Sperle. Grundwerte könnten sich auch durch geänderte Nutzungen oder verändertes Baurecht verändern.

„Es geht in die richtige Richtung. Drei Gebäude und viele Leerstände waren der Grund, weshalb das Sanierungsgebiet kommen soll“, sagt Dr. Markus Feucht (AWV) und betont die Zustimmung seiner Fraktion zu diesem Vorschlag der Verwaltung.

Etwa 20.000 Euro netto erhalte die STEG für die Unterstützung bei der Aufstellung des neuen Sanierungsgebiets, erklärt Sperle auf Anfrage von Dr. Dietmar Zeh (CDU). Sperle betont, dass man immer jeden Eigentümer mit Blick auf die individuellen Gegebenheiten betreuen und beraten werde. „Wir schauen dann schon, was bringt dem Eigentümer am meisten? Ist es zum Beispiel wichtiger innen, als außen zu sanieren?“, erklärt Sperle.

Antragsstellung 2026

Eine Sanierung „mit Augenmaß“, wünscht sich Gemeinderäten Karin Vogt (Grüne) und Sperle betont, dass man bei der Beratung immer versuche „das Stadtbild zu bewahren“, man aber an gewissen Punkten dann auch einfach pragmatisch sein müsse, wenn die Kosten zu hoch würden. Ein Neubau könne ja auch unter stadtplanerischen Gesichtspunkten sich gut in die Umgebung, also den alten Ortskern einfügen.

Die Gemeinderäte sprachen sich einstimmig für die Aufstellung eines Sanierungsgebiets im „alten Ort“ aus und beauftragten die STEG mit dieser Aufgabe. Bis Oktober 2026 werden nun Missstände und Mängel aufgenommen, um so ein Zielkonzept zu erstellen mit dem dann die Antragsstellung erfolgen wird. 2027 können dann die vorbereitenden Untersuchungen und die Beteiligung der Anlieger beginnen. Danach folge dann die Sanierung, die zwischen acht und zwölf Jahre dauern könne für dieses Gebiet.