Tamm: KI-System wird die Verwaltung unterstützen

Ein KI-Assistenzsystem soll in den nächsten ein einhalb Jahren die Arbeit der Stadtverwaltung in Tamm unterstützen.
dpa/Sebastian GollnowDamit kann die Verwaltung den Servicegedanken weiter ausbauen und wird deutlich bürgerfreundlicher“, lobte Lukas Tietze (CDU) die Einbringung des Beschlussvorschlags eine KI-Assistenz für Verwaltungsaufgaben zu etablieren. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hatte sich das Gremium darüber ausgetauscht und abgestimmt.
Mit einem Antrag hatte die CDU der Verwaltung vorgeschlagen mit Hilfe einer KI-Lösung die Aufgaben der Verwaltung unterstützen. „Kommunale Verwaltungen stehen vor der zunehmenden Herausforderung, steigende Anforderungen in den Bereichen Bürgerservice, interne Verwaltungsprozesse und Öffentlichkeitsarbeit mit begrenzten personellen Ressourcen effizient zu bewältigen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.
Auch in Tamm gestaltet sich die Bewerbersuche für ausgeschriebene Stellen schwierig. So musste das Ordnungsamt vorübergehend nun beim Haupt- und Personalamt mitangesiedelt werden (die BZ berichtete). Um den Mitarbeitern Entlastungen zu verschaffen und schrittweise auch mehr in die digitale Arbeitsweise überzugehen, sagte Bürgermeister Martin Bernhard gegenüber der BZ.
Rechner steht in Deutschland
Man habe sich auf die Suche nach einem Anbieter für KI-Angebote gemacht und sei so auf die Firma Tivio GmbH aus Korb gestoßen. „Die Firma macht einen sehr soliden Eindruck“, sagt Bernhard und verweist darauf, dass der Geschäftsführer selbst im Gemeinderat sitzt und die Bedürfnisse kommunaler Verwaltungen kenne. Tivio „bietet ein auf den kommunalen Bereich spezialisiertes KI-Assistenzsystem an, das bereits in mehreren Kommunen im Raum Stuttgart eingesetzt wird“, so die Vorlage weiter. „Der Rechner steht in Deutschland und ist geschützt“, betont Bürgermeister Martin Bernhard. Das sei ein klarer „Vorteil zu ChatGPT beim Thema Datenschutz“, sagt Dr. Markus Feucht (AWV).
Vier Funktionsbereiche bietet Tivio mit ihrer KI-Anwendung an: Den Website-Agent, der als digitaler Ansprechpartner auf der Homepage der Stadt für Service- und Informationsfragen bereitsteht und das in mehr als 80 Sprachen. Der Mail-Agent der die Verwaltung bei der Bearbeitung der Mails unterstützt, indem er Inhalte recherchiert und Formulierungsvorschläge macht. Außerdem gibt es ein Stadt-GPT. Mit diesem Modul wird die Erstellung von Sitzungsvorlagen, Pressemitteilungen, Einladungen, Sitzungsberichte und andere Textstücke der Verwaltung unterstützt. Als vierte Komponente gibt es eine KI-gestützte Terminbuchungslösung für Bürgerinnen und Bürger.
„Schnellerer Austausch“
Nutzt die Verwaltung in Zukunft alle vier Komponenten fallen jährlich Kosten in Höhe von 15.000 Euro an plus einmal 3.600 Euro für die Implementierung der Systems. Die Verwaltung empfiehlt die Implementierung sukzessive innerhalb der nächsten ein bis eineinhalb Jahre.
„Durch die KI wird ein schnellerer Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern möglich sein. Das bringt sehr viel mehr Zufriedenheit“, lobt Esther Krain (SPD) den Beschlussvorschlag der Verwaltung.
Einstimmig beschloss das Gremium die schrittweise Implementierung der KI-Assistenz für die Stadt Tamm. Bürgermeister Bernhard hofft, dass noch vor der Sommerpause, der erste Schritt, also der Website-Agent implementiert werden kann. „Mein Wunschziel ist es, dass wenn jemand zum Beispiel einen Hund anmelden will, er dann gleich ein Formular ausfüllen kann, dass digital beim Richtigen landet“, erklärt der Schultes.
Er weiß, dass die Einführung von KI nicht nur für Begeisterung gesorgt hat: „Natürlich sind bei manchen auch Ängste und Befürchtungen da. Ich hoffe, ich konnte diese in Gesprächen ausräumen, denn die KI soll eine Arbeitserleichterung sein und nicht Personalstellen kürzen.“