Tamm
: Gemeinsam zur PV-Anlage

Die Stadt organisiert eine neue Kampagne zum Klimaschutz. Die Sammelbestellungen von Photovoltaikanlagen für Bürger soll in drei Schritten bis Oktober umgesetzt werden.
Von
Claudia Mocek
Tamm
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Die Stadt schreibt unter anderem Hausbesitzer im Gebiet Gartenstraße/Schillerstraße an und informiert sie über die neue Photovoltaik-Kampagne.

/Martin Kalb

Was den Klimaschutz angeht, wollen wir Stück für Stück aufrüsten“, sagte der Tammer Bürgermeister Martin Bernhard bei der Pressekonferenz am Freitag im Rathaus. Dabei stellte er gemeinsam mit der Energieagentur Kreis Ludwigsburg (Lea) und dem neu gegründeten Amt für Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung die neue Kampagne der Stadt vor: Sammelbestellungen von Photovoltaikanlagen (PV) für Bürgerinnen und Bürger. „Wir wollen den Bürgern eine Handreichung geben, um ohne große Hürden an eine PV-Anlage zu kommen“, sagte Bernhard. Mitmachen kann jeder Hausbesitzer aus Tamm, zunächst sollen zwei Gebiete gezielt angeschrieben werden. Mit wenigen Ausnahmen sei jedes Dach dafür geeignet, sagte Lea-Geschäftsführer Anselm Laube.

Bestellung in drei Schritten

Die Sammelbestellung beinhaltet drei Schritte: Nach einer kostenlosen, individuellen Beratung im Juli durch die Lea, wird die Wirtschaftlichkeit möglicher Anlagen geprüft und ein konkreter Installationsvorschlag für die Hausbesitzer erarbeitet, erläuterte Klimaschutzmanager Benjamin Helsen.

In einem zweiten Schritt erfolgt die gemeinschaftliche Beauftragung: Die Daten der Dächer und Installationsvorschläge werden nach jetzigem Plan bereits im August/September gebündelt an verschiedene Solarteure geschickt. Diese reichen ein Angebot ein – das günstigste wird laut Stadt ausgewählt. Im dritten und letzten Schritt legt der Solarteur basierend auf dem pauschalem Angebot haus-spezifische Angebote vor. Voraussichtlich im Oktober können die Hausbesitzer dann entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen.

Zügige Umsetzung geplant

Neben der zügigen Umsetzung lohne sich der günstige Preis aufgrund der Gemeinschaftsbestellung und des derzeitigen Überangebots an Modulen. Der Aufwand für Hausbesitzer sei geringer, als wenn diese sich selbst um Dienstleister und Material kümmern müssten. Die Interessierten könnten sich darüber hinaus austauschen und vernetzen. Aufgrund der größeren Bestellmenge werde das Projekt auch für überregionale Solarteure interessant, sagte Laube.

An Kosten kommen auf die Hausbesitzer rund 1200 bis 1500 Euro pro Kilowattpeak (kWp) zu, schätzt Laube. Für ein Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von 50 bis 60 Quadratmetern also etwa 12.000 bis 15.000 Euro. „Kosten, die sich sehr schnell bezahlt machen“, ist der Lea-Geschäftsführer überzeugt. Aufgrund der geltenden Einspeisevergütung bestehe „praktisch kein Risiko“, sagt Laube.

„Wir wollen nichts verkaufen“

Derzeit gebe es außerdem das Kreditprogramm „Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik“ vom Land mit einer Laufzeit von fünf bis 30 Jahren, das von der L-Bank angeboten und über die jeweilige Hausbank abgewickelt wird. An der Sammelbestellung von Photovoltaikanlagen kann sich jeder Hausbesitzer aus Tamm beteiligen. Anschreiben will die Stadt aktiv aber zunächst nur Besitzer in zwei Gebieten, um Rückmeldungen zeitnah verarbeiten zu können: im Neubaugebiet Nördlich Calwer Straße und im Gebiet Gartenstraße/Schillerstraße.

Wenn zum Projektstart 50 Prozent der Angesprochenen mitmachen würden, wäre das wünschenswert, sagt Bernhard.

„Klimaschutz voranbringen“

Die Stadt Tamm habe eine andere Glaubwürdigkeit für Hausbesitzer als etwa Drückerkolonnen, die derzeit auch in der Stadt unterwegs seien. „Wir wollen nichts verkaufen, sondern den Klimaschutz voranbringen“, betont Bernhard. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Kampagne etwa zweimal pro Jahr aufgelegt wird. „Ein sehr gutes Angebot“, ist er überzeugt.