Tamm: Ein deutlich jüngerer Gemeinderat beginnt die Arbeit

Bürgermeister Martin Bernhard (rechts) mit dem neue Gemeinderat, der am Montag in Tamm eingesetzt wurde.
/Oliver BürkleMein herzlicher Dank gilt dem Gemeinderat. Von 2019 bis 2024 hatten wir in Tamm hier spannende und wichtige Jahre. Respekt gebührt ihnen allen für das Engagement und die Leistung, die sie in das Gremium eingebracht haben“, eröffnete Bürgermeister Martin Bernhard die erste Sitzung des neuen Gemeinderats am Montag. Denn bevor die neuen Stadträte verpflichtet wurden, galt es die ausscheidenden Mitglieder zu verabschieden.
Den Anfang machte Reiner Balko von den Grünen. Von 1994 bis 2004 sowie von 2009 bis 2024 war er Mitglied des Gemeinderats gewesen. Als Architekt brachte er sich mit seiner Expertise vor allem bei Bauprojekten ein. „Die Liste ist wirklich lang. Ich werde Sie vermissen, vor allem was die Themen Parkplätze angeht“, verabschiedete Bernhard den Stadtrat mit einem Augenzwinkern. Für seine 25-jährige Arbeit im Gemeinderat erhielt er Ehrungen der Stadt und des Gemeindetags.
Seit 1994 im Gemeinderat
Mit Sonja Hanselmann-Jüttner verließ eine Stadträtin das Gremium, die bereits seit 1994 dort hineingewählt wurde. „Ihre ruhige, ausgeglichene Art werden wir sehr vermissen“, betonte Bernhard. Gerade bei pädagogischen Themen habe sie sich stark eingesetzt und nannte als Beispiel die Erhöhung der Kitagebühren, die „einkommensabhängig, erträglich“ gestiegen seien, dank ihrer Einbringung. „Das war wirklich eine lange Zeit – mein halbes Leben“, erinnerte sich Hanselmann-Hüttner an ihre Gemeinderatszeit.
Als sie vor 36 Jahren von Stuttgart nach Tamm gekommen sei, war sie überrascht wie „klein und überschaubar die Ortsmitte war“. Über die Jahre sei dieser „kleine Ort zu ihrer Heimat geworden“. Sie lobte die Stadtverwaltung für ihre Arbeit und wünschte ihr „den Mut, Dinge anzupacken“. Dem neuen Gremium wünschte sie gute Diskussionen und übergab zum Abschied eine hölzerne Snackbox, da ihr selbst „in den Sitzungen häufig der Magen geknurrt“ habe.
„Urgestein“ verlässt Gremium
„Mit Günter Hofmann verlässt ein echtes Urgestein den Gemeinderat. Auf Sie konnte ich mich immer verlassen, ich ziehe meinen Hut“, so Bernhard. 1979 wurde Hofmann das erste Mal in den Gemeinderat gewählt, damals noch für die AWV. Im Turnverein hatte man ihn damals gefragt, ob er sich nicht aufstellen lassen wolle. Nach einer Pause kam er 2009 mit einer eigenen Liste, der LLT, zurück in den Gemeinderat. „Ich wünsche dem neuen Gemeinderat ein faires Miteinander, das habe ich in letzter Zeit etwas vermisst“, so Hofmann.
Auch Lizzy-Belinde Jöckel (Bündnis 90/Die Grünen) und Cornelia Wirth (AWV) schieden aus dem Gemeinderat aus, sie konnten an diesem Abend nicht an der Sitzung teilnehmen.

Ein deutlich jüngerer Gemeinderat beginnt die Arbeit
/Oliver BürkleNachdem die Plätze getauscht waren und die neuen Stadträte ihre Sitze eingenommen hatten, betonte Bürgermeister Bernhard: „Manche von Ihnen betreten Neuland und werden vor wichtigen Entscheidungen stehen. Sie handeln zum Wohle unserer Stadt, das ist entscheidend.“ Mit dem aktuellen Gemeinderat habe sich das Gremium auf einen Altersdurchschnitt von 54,7 Jahren verjüngt (vorher 61,3). „Am Frauenanteil muss noch gearbeitet werden, dieser ist von 44 Prozent auf 33 Prozent gesunken, aber das entscheidet ja auch der Wähler“, so Bernhard. Neu im Gremium sind Kerstin Meyle (AWV), Rolf Kummer (LLT), Michael Veyhl (CDU) und Janick Burk (Grüne).
Stellvertretende Bürgermeister
Nach der Einsetzung des Gremiums stand die erste Wahl an: der erste und der zweite Stellvertreter für Bürgermeister Martin Bernhard musste gewählt werden. Während beim ersten Stellvertreter nur Jürgen Hottmann vorgeschlagen und einstimmig vom Gremium gewählt wurde, kam es beim zweiten Stellvertreter zu einer geheimen Wahl. Thomas Frey (LLT) hatte den LLT-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Günther vorgeschlagen. „Ich schlage Lukas Titze, den Stimmkönig der Gemeinderatswahl vor“, sagte Dr. Dietmar Zeh, Fraktionsvorsitzender der CDU. Lukas Tietze (CDU) hatte bei der Wahl 5.165 Stimmen geholt.
„Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit auch mit denen, die nicht gewählt wurden“, verkündete Bernhard das Wahlergebnis: Fünf Stimmen erhielt Wolfgang Günther, elf Stimmen gab es für Lukas Tietze, der damit zweiter stellvertretender Bürgermeister mit einer Enthaltung wurde.