Tamm: Bolzplatz: Großes oder kleines Spielfeld?

Am Bolzplatz Aalener Straße
/Martin KalbDer Bolzplatz an der Aalener Straße ist ein Thema, das die Bürgerinnen und Bürger umtreibt. Schon zu Beginn der jüngsten Sitzung des Gemeinderats meldeten sich Bürger, um ihre Sicht zum Bolzplatz darzustellen. „Wenn man die Tore so umstellt und das Feld verkleinert, wird sich daraus kein Fußballspiel mehr entwickeln“, konstatierte ein Bürger. „Was soll das bringen?“, fragten die Bürger. Es sei eine „Entscheidung für die Vergangenheit, nicht für die Zukunft“, erklärte ein anderer Bürger.
Beratungen im Technischen Ausschuss
Bürgermeister Martin Bernhard erlaubte die Meinungsäußerungen in der Fragestunde, obwohl zu aktuellen Themen keine Fragen gestellt werden dürfen, betonte der Schultes und verwies auf die Diskussion im Gremium. „Intensiv haben wir das im Technischen Ausschuss beraten“, erklärte er. Am Bolzplatz Aalener Straße gebe es einen Interessenkonflikt zwischen den Nutzern und den Anwohnern. So gab es Beschwerden wegen Lärmbelästigung und Bällen, die auf der Terrasse landen. Die Nutzer des Platzes monieren die Öffnungszeiten.
Zwei Varianten habe man im Technischen Ausschuss vorbereitet, so Bernhard, bei denen die Tore umgesetzt werden sollen, sodass eines der Tore nicht mehr in Schussrichtung zum Privatgrundstück liege. Dadurch würde allerdings auch das Fußballfeld von 23 Meter auf elf Meter verkürzt. So könnten entweder zwei kleinere Fußballfelder plus ein Basketballkorb (Variante A) entstehen oder aber ein elf Meter langes Feld am hinteren Teil des Platzes und zwei Basketballkörbe im vorderen Bereich, der an das Privatgrundstück angrenzt (Variante B). Die Stadtverwaltung favorisiere diese Variante und stellte das Thema zur Diskussion, die auch gleich aufkam.
„Es ist für beide Seiten schwierig. Die Frage ist: Wie können wir den Lärm reduzieren? Könnte man die Stahltore durch Netztore ersetzten und eine dämpfende Kunststoffmatte am Zaun anbringen? Reicht das aus? Wir müssen eine Öffnungszeiten-Lage so schaffen, dass sich die Leute auch daran halten“, konstatierte Dr. Markus Feucht von der AWV. Es brauche einen Schließdienst, der regelmäßig abschließe und den Bolzplatz öffne, sowie einen Ordnungsdienst, der die Einhaltung der Öffnungszeiten auch überprüfe, so Feucht.
„Dieser Bolzplatz ist eigentlich auch ein Sozialer Treffpunkt für Jugendliche auf der Hohenstange, und hier steht ein absolutes Einzelinteresse der Anwohner einem berechtigten Gemeininteresse gegenüber“, betonte Lukas Tietze von der CDU. Mit der Verkürzung des Spielfeldes würde der Bolzplatz für Jugendliche „unnutzbar“. „In meinen Augen bräuchte ein Bolzplatz keine Öffnungszeiten, auch dass der Platz sonntags nicht genutzt werden kann, ist sehr schade. Wenn die Öffnungszeiten ganz wegfallen würden, dann hätte man kein Problem mit einem Schließdienst und könnte das Ordnungsamt öfter mal vorbeischauen lassen“, so Tietze. Bürgermeister Bernhard betonte, dass der Bolzplatz für Kinder gedacht sei und nur Nutzer bis 14 Jahren auf dem Platz kicken dürften.
Esther Krain von der SPD sah die Verkleinerung des Spielfelds nicht so kritisch wie Tietze: „Auch im Verein wird auf kleineren Feldern gespielt, und die Hobby-Kicker haben dann dort eben ein Hobby-Spielfeld. Wir müssen die Situation dort befrieden.“ Sie merkte an, dass sie Variante B befürworte und man als Kompromiss dafür den Platz auch an Sonn- und Feiertagen von zehn bis 18 Uhr freigeben könne.
Wolfgang Günther von der LLT wünschte sich eine schnelle, unkomplizierte Lösung, um den „Platz etwas lärmberuhigter zu machen“. „Wir sind auch gerne bereit, dafür etwas Geld in die Hand zu nehmen. Nur müsste das jetzt im Sommer passieren, um zu sehen, ob das auch funktioniert.“
Vorlage von der Tagesordnung genommen
Nach den Statements erklärte Bürgermeister Bernhard: „Ich nehme die Sitzungsvorlage auf jeden Fall runter von der Tagesordnung, möchte dann aber, dass wir einen Arbeitskreis bilden mit einem Vertreter aus jeder Fraktion, und wir kommen noch vor der Sommerpause zusammen.“ Dann sollen die Vertreter mit konkreten Ideen der Stadtverwaltung Vorschläge machen zu lärmreduzierenden Toren und Ähnlichem und auch einer ungefähren Kalkulation, was dies koste. „Netze statt der Metalltore können Sie vergessen. Die können Sie dann täglich erneuern. Wir hatten sogar schon mit Stahlseilen verstärkte Netze, die gleich wieder kaputt waren“, so der Schultes. Eine andere Lösung muss also nun im Arbeitskreis gefunden werden, und das möglichst zeitnah.
Petra Neset-Ruppert