Tamm: 100.000 Euro mehr für die Sanierung der Sporthalle

Während der Sanierungsarbeiten in der Sporthalle Maystraße wurde in den Duschräumen ein Legionellenbefall festgestellt. Nun müssen die Sanierungsmaßnahmen erweitert werden.
/Martin KalbRund 100.000 Euro zusätzlich muss die Stadt Tamm für die Sanierung der Sporthalle Maystraße aufbringen. „Leider haben wir mit zusätzlichen Maßnahmen zu kämpfen, mit denen wir nicht gerechnet haben“, erklärt Christoph Hüttel vom Architekturbüro HHL Architekten, dem Gremium in der jüngsten Sitzung des Tammer Gemeinderats.
Zusätzliche Baumaßnahmen sind notwendig, da es einen Legionellenbefall in den Duschräumen gibt. „Eigentlich war dieser Bereich gar nicht bei der Sanierung vorgesehen“, so Hütte. Die derzeitigen Armaturen müssen durch Rückspülarmaturen ersetzt werden. Dafür müssen auch die bestehenden Fliesen entfernt werden, da die Leitungen nicht über die Decke geführt werden können, sondern rundherum laufen müssen. Die zusätzlichen Kosten in den Duschräumen belaufen sich auf 91.000 Euro.
Beleuchtung und Alarm
Auch bei der Sicherheitsbeleuchtung und dem Alarmierungssystem gibt es Nachbesserungsbedarf, da sie durch die Maßnahmen in den Duschräumen ebenfalls tangiert werden, erklärt Hütte. Dass auch in die RWA-Anlage (Rauch- und Wärmeabzugsanlage) nun investiert werden muss, sei „ungeschickt“, da es sein kann, dass dort nochmals etwas geändert werden muss. Hierfür und für die Sicherheitsbeleuchtung müssen jetzt noch 9000 Euro bereitgestellt werden. Bei einer weiteren Ausschreibung, die allerdings erst später folgen wird, werden auf die Stadt nochmals Kosten in Höhe von 192.600 Euro hinzukommen. „Mit den zusätzlichen Ausschreibungen werden wir vor Weihnachten nicht fertig. Deshalb kommt dieser Kostenpunkt erst 2025 wieder auf den Tisch“, erklärt Bürgermeister Martin Bernhard.
Bei den zusätzlichen Arbeiten in den Duschräumen dränge allerdings die Zeit, weshalb der bereits beauftragte Fliesenleger die Arbeiten übernehmen soll. „Sonst hätten wir einen deutlichen Verzug“, erklärt Architekt Hüttel. Während der Sommerferien werde der Fliesenleger innerhalb von drei Wochen die Duschräume neu fliesen, sobald das Material da sei. „Unsere Firmen haben riesen Probleme mit der Lieferung“, erklärt Hüttel, weshalb noch diese Woche die Fliesen für die Duschen ausgewählt werden müssen. Stadtrat Robert Malessa von der LLT-Fraktion gab noch den Tipp mit: „Am besten Fliesen mit kurzer Lieferzeit bestellen.“
Kein Sport möglich in der Halle
Der ursprüngliche Zeitplan ist nun definitiv nicht zu halten. Damit verschiebt sich die Fertigstellung bis Mitte November und somit in die kältere Jahreszeit. „Gibt es dann noch Alternativen für den Sport? Denn Sport im Freien ist zu dieser Jahreszeit dann nicht mehr möglich“, fragt Dr. Dietmar Zeh von der CDU. „Es gibt keinen Plan B. Wir haben keine Kapazitäten“, bedauert Bürgermeister Bernhard. „Eine gewissenhaftere Grundlagenermittlung hätte uns vielleicht die Überraschung erspart, natürlich nicht die Kosten. Die gesamte Planung ist etwas spät gekommen“, kritisiert Reiner Balko von Bündnis 90/Die Grünen. Auch Alexander Maier von der SPD-Fraktion bezeichnete die Situation als „ärgerlich“, jedoch „unumgänglich“.
Der Gemeinderat stimmte dem Antrag zu den Mehrkosten einstimmig zu.