Symbolischer Spatenstich für Kirchheimer Multifunktionsgebäude: Gemeindehalle wird „Ein Dach für alle“

Spatenstich für die neue Gemeindehalle (von links): Gerhard Mayer, Karl Köhler, Holger Schön, Jörg Baumgärtner, Bürgermeister Uwe Seibold, Architekt Dimitrios Kogios, Daniela Boog, Friedbold Lück und Rüdiger Bausch. ⇥
Martin KalbSeit Mittwochvormittag wird an der künftigen Gemeindehalle sichtbar nach oben gebaut, nachdem die Abrissarbeiten beendet und die Baugruben ausgehoben sind. Nach einem öffentlichen Wettbewerb, aus dem 2014 das Konzept der ASP-Architekten als bester Entwurf ausgewählt wurde, wurde die Zeit genutzt, das Konzept vor allem in Innenbereich der Halle zu verfeinern. „Und auf der Zielgeraden ist quasi ganz nebenbei ein Kinderhaus unter das Dach der künftigen Gemeindehalle geschlüpft“, wie es Bürgermeister Uwe Seibold beim symbolischen Spatenstich formulierte.
Aus dem ohnehin schon angedachten Multifunktionsgebäude ist, so Seibold, ein Mehrgenerationenprojekt geworden. Nicht nur eine neue Halle, sondern ein in das Gesamtkonzept eingebettetes drittes Kinderhaus der Gemeinde mit „traumhaften Rahmenbedingungen“ für die Betreuung von 70 Kindern entsteht.
20 000 Kubikmeter Baumasse
„In einer überschaubaren Baumasse, so viel Nutzung unterzubringen“, das war laut Architekt Dimitrios Kogios die Herausforderung. Insgesamt entstehen 20 000 Kubikmeter umbauter Raum, was etwa 40 Einfamilienhäusern entspricht. Nicht nur das Kinderhaus findet dort Platz, auch der große Saal mit einer Mehrfachnutzung, die „gute Stube“, so Seibold, bleibt erhalten und wird komplett runderneuert. Erhalten und komplett erneuert bleibt das Lehrschwimmbad. Dessen Fundament ist auch der Grund, warum die Außenwände des großen Saals nicht abgerissen wurden. „Die paar Wändle stehen noch, wegen der Gründung für das Lehrschwimmbad. Alles abzureißen, wäre ein richtiger Kostentreiber gewesen“, merkte der Bürgermeister an.
Neue Halle ist ein „Multitalent“
Von einem „Dach für alle“ und einem „Multitalent“ spricht Architekt Kogios zurecht. Auch der seitherige Gymnastiksaal wird vergrößert, eine Gymnastikhalle angebaut und auch die Umkleide- und Duschmöglichkeiten für den Außensportbereich finden künftig Platz in der Gemeindehalle. Ebenso wie ein Foyer, das multifunktional sowohl für den Kindergarten, als auch als Halle für große Veranstaltungen oder als eigener Raum für kleine Veranstaltungen zur Verfügung steht. Das Raumprogramm wird ergänzt mit Umkleide- und Sanitärräume, Geräte- und Technikräume.
„Es ist wohl kaum möglich, viel mehr Nutzung in einem Gebäude so zu vereinen, dass ganz vieles gleichzeitig genutzt werden kann und dass ganz viele Synergieeffekte erzielt und damit beim Bau als auch beim Betrieb Geld eingespart werden kann“, konstatierte Seibold am Mittwoch. Der Architekt ging sogar einen Schritt weiter: „Das Projekt wird Nachahmer in der ganzen Region finden.“
Größtes Projekt der Gemeinde
Nach Aussage von Seibold ist die Gemeindehalle das größte Projekt der Gemeinde – mit geplanten Kosten von 12,9 Millionen Euro, abzüglich 6,5 Millionen Fördermittel und etwa 1,5 Millionen Euro Mehrwertsteuererstattung. Und dies bei schwierigsten Rahmenbedingungen. Corona, der Ukrainekrieg, explodierende Materialkosten, Lieferengpässe, Firmen mit prall gefüllten Auftragsbüchern – die Voraussetzungen für ein Bauwerk dieser Größenordnung könnten kaum schlechter sein, so die Einschätzung des Bürgermeisters.
Ob der geplante Fertigstellungstermin im Herbst 2023 gehalten werden kann, käme deshalb dem Blick in die Glaskugel gleich, merkte Seibold an. Ob der vorgesehene Kostenrahmen inklusive Projektreserve, wie es Seibold nannte, eingehalten werden kann, könne jetzt seriös nicht prognostiziert werden.