Sonnenhof Großaspach schlägt Stuttgarter Kickers mit 2:1
: Alter schützt vor Toren nicht

Der Ex-Torjäger des SGV Freiberg bildet zusammen mit Sascha Mölders beim Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach den Oldie-Sturm.
Von
Sebastian Klaus
Stuttgart
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An der Seite von Sascha Mölders soll Dominik Salz künftig für Tore beim abstiegsbedrohten Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach sorgen. ⇥

Baumann/Imago

So ganz ins kalte Wasser geschmissen wurde Dominik Salz bei seinem ersten Einsatz für die SG Sonnenhof Großaspach nicht, aber mehr als den kleinen Zeh hatte der neue Aspacher Stürmer auch nicht ins Becken halten dürfen, bevor es losging. Sprich: Nach nur einer Trainingseinheit mit seinem neuen Team stand der am Deadline Day vom Oberligisten SGV Freiberg losgeeiste Salz am Mittwochnachmittag im Testspiel bei den Stuttgarter Kickers in der Startformation. Statt Marcel Sökler oder Marco Grüttner, wie zuletzt beim SGV, stand nun Sascha Mölders an der Seite des 34-Jährigen.

Zusammen mit dem 36-jährigen Mölders soll Salz im Oldie-Sturm der Regionalliga die bisher so schwache Offensive beim Vorletzten beleben und damit helfen, dass sich der Klub aus dem Tabellenkeller freischwimmt, um im Bild zu bleiben. 13 Tore hat der 34-Jährige in dieser Spielzeit bereits für den Tabellenführer aus Freiberg erzielt - und damit halb so viele wie die komplette Aspacher Mannschaft bisher zustande gebracht hat. Und auch wenn Salz beim ersten Auftritt im neuen roten Dress leer ausging, konnte sich seine Leistung sehen lassen.

Den Elfmeter, den Mölders mit einem satten Schuss ins rechte Eck mit dem Pausenpfiff zum 1:0 verwertete, hatte der Ex-Freiberger bei seinem Einsatz über 75 Minuten herausgeholt. Eine Zeigerumdrehung zuvor war er noch mit seinem frechen Lupfer am Schlussmann der Kickers gescheitert. Am Ende stand ein umkämpfter 2:1-Sieg für den klassenhöheren Regionalligisten, auf den trotz seines neuen Sturm-Duos allerdings noch viel Arbeit wartet. „Wir müssen uns noch ein wenig finden. Schön spielen ist in unserer Situation nicht wichtig, sondern siegen ist wichtig. Das haben wir geschafft, was fürs Gefühl natürlich gut ist“, erklärte Salz nach dem Spiel.

Seine letzte Partie hatte Salz vor fast zweieinhalb Monaten in Lörrach bestritten. Die erste Trainingswoche der Vorbereitung hatte der Stürmer noch bei seinem alten Klub mitgemacht, dann war er endgültig raus. „Ich war jetzt viel beruflich involviert. Und dann hat sich das mit dem Wechsel ein wenig hingezogen“, sagt Salz. „Heute hat man schon gemerkt, dass ich lange nicht mehr gespielt habe. Ich habe noch einen leichten Rückstand. Aber fit bin ich insgesamt noch und rennen kann ich auch.“

Anfrage aus Nöttingen

In der Winterpause hatte es vermehrt Gerüchte gegeben, Salz könne zum Freiberger Liga-Konkurrenten FC Nöttingen wechseln, weil der vierfache Familienvater ursprünglich etwas kürzer hatte treten wollen. Schon bei seinem Wechsel von seinem langjährigen Klub 1. CfR Pforzheim zum Landesligisten TSV Grunbach hatte Salz die geringere Belastung beim TSV als Grund für den Weggang genannt, nur um sich dann ein Jahr später Freiberg anzuschließen. „Nöttingen hatte tatsächlich angefragt, aber ich habe ihnen gesagt, dass es nichts wird“, bestätigt Salz.

Über das Angebot der SG Sonnenhof habe er dann deutlich intensiver nachdenken müssen. Hier hieß es für den selbstständigen Vermögensberater, der zusammen mit seiner Frau und zwei Partnern auch noch vier Coronatestzentren betreibt, vor allem abzuwiegen, inwieweit sich Beruf und „Hobby“ unter einen Hut bringen lassen würden. „Ich spiele Fußball zum Spaß. Aber wenn ich meine Zeit dafür aufwende, dann will ich, dass es eine Aufgabe ist, die mich richtig reizt.“ Und genau diese für ihn neue Herausforderung in der Regionalliga hätten ihm die beiden Aspacher Macher Joannis Koukoutrigas und Benedikt Röcker in ihren Telefonaten schmackhaft gemacht. „Sie haben mir die Gedankenspiele erklärt. Und ich habe mich von meiner Mentalität und Einstellung her genau da gesehen“, erklärt Salz, warum er sich künftig die täglichen 160 Kilometer für Hin- und Rückweg aus seinem Heimatort Kapfenhardt antun will. „Ich brauche 55 Minuten bis nach Aspach. Die Zeit nutze ich zum telefonieren“, erklärt der Torjäger.

Und auch Salz neuer Trainer Hans-Jürgen Boysen gibt Einblicke, wie es zu dem Wechsel gekommen war: „Es war definitiv kein Schnellschuss. Jeder hier in der Region kennt schließlich Dominiks Torquote. Er ist enorm lauffreudig und geht immer voran. Wir wollten ihn schon seit einiger Zeit haben, aber Freiberg wollte ihn nicht freigeben. Für Dominik hätte es nur die Option gegeben, entweder aufzuhören oder eben zu uns zu kommen.“

Seinen ehemaligen Mitspielern wünscht Salz dabei nur das Beste. „Ich habe die Freiberger Jungs sehr gerne. Es sind alles super Spieler, deshalb bin ich mir sicher, dass sie auch ohne mich den Aufstieg schaffen.“