SGV Freiberg
: Später Elfmeter bringt Seitz-Team um Punkt

In der Regionalliga Südwest verliert der SGV Freiberg beim Bahlinger SC durch ein spätes Gegentor mit 0:1. Die Freiberger Reisig und Rinaldi sehen die Rote Karte und fehlen am Dienstagabend gegen Spitzenreiter SSV Ulm 1846. 
Von
Claus Pfitzer
Stuttgart
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Freibergs Filimon Gerezgiher (von links) kommt knapp vor Bahlingens Kolja Herrmann an den Ball.

/Claus G. Stoll

Bis zur 88. Minute war der SGV Freiberg beim Bahlinger SC in Unterzahl dicht dran an einem torlosen Unentschieden, dann überschlugen sich die Ereignisse. „Die Zeit ist schön runtergelaufen, wir hatten auf der Bank ein gutes Gefühl, hier einen Punkt mitzunehmen“, berichtete SGV-Trainer Roland Seitz und fügte hinzu: „Nach der Roten Karte gegen Angelo Rinaldi lief es bei uns komischerweise besser. Und dann schießen wir uns selbst ins Knie.“

Kurz vor Schluss beging der zur Entlastung der Defensive eingewechselte Angreifer Nicola Jürgens im eigenen Strafraum ein Foul an Rico Wehrle. Den Elfmeter verwandelte Yannick Häringer zum 1:0-Heimerfolg, der dem BSC den Klassenerhalt bescherte. Seitz ärgerte sich über den dritten Strafstoß gegen sein Team im fünften Spiel in Folge: „Schon in Offenbach und in Steinbach haben wir dumme Elfmeter gegen uns bekommen. Das tut weh, wenn man sich so selbst bestraft.“

Doch das war noch nicht alles: Weil er sich nach einem Foul von Serhat Ilhan revanchierte, flog der Freiberger Ruben Reisig mit der Roten Karte vom Platz, Ilhan sah Gelb-Rot (90.+3). Schon in der 69. Minute war Freibergs Rinaldi in der an sich fairen Partie vom Platz geflogen. „Die beiden haben sich verhakt. Ein Foul kann man geben, aber keine Rote Karte“, bewertete Seitz diese Aktion zwischen Rinaldi und Bahlingens Hasan Morad. Damit fehlen sowohl Reisig als auch Rinaldi am Dienstag (19 Uhr) im Nachholspiel in Nöttingen gegen den ins Straucheln geratenen Tabellenführer SSV Ulm 1846.

Die Grippewelle, die den Kader des SGV unter der Woche erfasst hatte, war abgeebbt, alle kurzfristig erkrankten Spieler waren einsatzfähig. Seitz ersetzte den gesperrten Marco Kehl-Gomez durch den jungen Christian Mistl. In der ersten Halbzeit kamen die Gäste dennoch nur dosiert in die Nähe des gegnerischen Tores und standen meist tief.

Nach dem Seitenwechsel rückten sie weiter auf und kamen zu zwei guten Chancen. Aber Tino Bradaras Kopfball strich knapp am BSC-Tor vorbei (47.). Und auch Christian Mauersberger verfehlte mit einem Schlenzer knapp das Gehäuse des wenig beschäftigten Schlussmannes Marvin Geng (60.). Nach der Flut von 16 Gegentoren in den vorangegangenen drei Partien achteten die Bahlinger auf eine kompakte Defensive. „Wir wollten nach den Nackenschlägen in den letzten Wochen zu Null spielen. Wir waren sehr stabil und haben keine Konter zugelassen. Wir waren einen Tick reifer“, freute sich BSC-Coach Axel Siefert über „den verdienten Sieg“.

Nach vorne spielte sein Team mit viel Ballbesitz variabel, machte Tempo, verlagerte das Spiel auf die Außenbahnen. Die Bahlinger konnten aber weder aus ihrer Überlegenheit noch aus einer Vielzahl an Eckbällen Zählbares erzielen. Bradara mit einem spektakulären Flugkopfball im eigenen Torraum (30.) sowie Torhüter Michael Gelt mit einer überragenden Parade nach einem Kopfball von Yiber Lokaj (36.) verhinderten das 1:0 für den BSC. In der zweiten Hälfte landeten ein Freistoß von Häringer (70.) und ein Seitfallzieher von Kolja Herrmann auf der Oberkante der Freiberger Torlatte (85.).