SGV Freiberg: „Den Deckel nicht draufgemacht“

David Pisot und Luca Stellwagen (SGV Freiberg, von links) können den späten Ausgleich von Moses Otuali nicht stoppen.
/Jan HuebnerDer SGV Freiberg bleibt in der Regionalliga in Kontakt zur Abstiegszone. Trotz einer starken zweiten Halbzeit mit guten Torchancen brachte die Mannschaft von Trainer Roland Seitz eine 1:0-Führung bei der U21 von Eintracht Frankfurt auf dem neu verlegten Rasenteppich im schmucken Ahorn Camp Sportpark in Dreieich nicht über die Zeit. Vier Minuten vor Schluss gelang den Hessen der Ausgleich.
„Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Sieg verdient gewesen. Im Überzahlspiel und bei zwei Standards haben wir den Deckel nicht drauf gemacht. Dann kriegen wir durch einen dummen Ballverlust im Mittelfeld das Gegentor. Eintracht hatte zwei Chancen und macht ein Tor“, sagte SGV-Coach Seitz. „Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt. In der Offensive war es zu dünn“, monierte er den Auftritt seines Teams vor der Pause. Immerhin gelang dem SGV nach 28 Minuten die Führung: Einen Freistoß von Armend Qenaj verwandelte Yannick Osée per Kopf zum 1:0 für die Gäste. „Jede Ecke war eine hundertprozentige Torchance“ sprach Eintracht-Coach Dennis Schmitt die Schwächen seiner Mannschaft bei gegnerischen Standards an.
Zwei Youngster mit im Kader
Sein zweiter Kritikpunkt: „Ballbesitz ist schön, bringt aber nichts. An diesen Themen müssen wir arbeiten.“ Mit dem 17-jährigen Torhüter Nils Ramming und Angreifer Alexander Staff, der nach einer geänderten Jugendordnung des Hessischen Fußballverbandes mit seinen 16 Jahren, vier Monaten und sieben Tagen erstmals in der Regionalliga spielen durfte, hatte Schmitt zwei große Nachwuchshoffnungen der Eintracht nominiert.
Nur zweimal wurde es für die sichere Freiberger Defensive um Osée und David Pisot gefährlich. Einmal verpasste Staff eine Hereingabe von Junior Awusi Boddien um Haaresbreite (58.), dann lenkte SGV-Keeper Michael Gelt einen 30-Meter-Schuss von Noah Fenyö um den Pfosten (61.). Einmal ließen sich die Freiberger auskontern. Nach einem verlorenen Zweikampf von Kapitän Marco Kehl-Gomez an der Mittellinie und einem Pass von Mark Müller legte Paul Wünsch den Ball von der Grundlinie auf Moses Otuali, der vom Fünfmetereck gefühlvoll ins lange Eck traf (86.).
Chancenwucher bei den Gästen
Bis dahin hatten die Freiberger mehrfach die Gelegenheit, das zweite Tor zu erzielen. Jeweils nach Ecken von Niklas Tarnt scheiterte Osée per Kopf zunächst an einem Reflex von Ramming (72.), dann klärte Jaden Korzynietz den Kopfball von Kehl-Gomez auf der Linie (74.). Eine Hereingabe des stark spielenden Domenico Alberico verpasste Gal Grobelnik hauchdünn (80.). Nach zwei Sololäufen fanden Dennis Owusus Hereingaben auch keinen Abnehmer. Osée scheiterte mit einem Flachschuss ebenfalls an Ramming (75.), Pisots Weitschuss wurde abgefälscht und verfehlte knapp das Tor (90.+1). Und dann gab es noch das klare Handspiel von Frankfurts Tim Hannak nach einem missglückten Klärungsversuch (90.+2). „Da sind schon Elfmeter gepfiffen worden“, meinte SGV-Coach Seitz. Schon zuvor hätte es Strafstoß geben können, als einem Frankfurter nach einer Ecke der Ball an die Hand geprallt war (74.).