SG Sonnenhof verliert Kellerduell gegen Mainz: Ein misslungener Einstand

Auch der frühere Bundesliga-Stürmer Sascha Mölders (Mitte) ließ bei seiner Regionalliga-Premiere im Großaspacher Trikot die Durchschlagskraft vermissen.
Ralf Poller/AvantiBesondere Momente sollte man auf Fotos festhalten, um sich auch später noch an ihnen zu erfreuen. So verfuhren am Sonntagnachmittag auch die Regionalliga-Fußballer des TSV Schott Mainz. Sie stellten sich nach ihrem 1:0-Sieg bei der SG Sonnenhof Großaspach stolz zum Gruppenbild auf, der Fotograf hatte dafür extra ein Stativ auf dem Rasen der Wir-machen-Druck-Arena platziert.
Zu jenem Zeitpunkt befanden sich die Kicker aus Aspach schon längst in der Kabine und hörten sich eine erste Manöverkritik ihres Trainers Hans-Jürgen Boysen an. Der 64-jährige Kurpfälzer musste mit seinem neuen alten Team – bereits in den Spielzeiten 2007/08 und 2020/21 war er im Fautenhau eingesprungen – beim Wiedereinstand einen bitteren Dämpfer verdauen. Und mit ihm die anderen Hoffnungsträger Sascha Mölders, Dominik Salz und Manuel Konrad. Sie hatte der Dorfklub ebenfalls in der Winterpause verpflichtet – und standen auf Anhieb in der Startformation. Nur der vierte Winter-Neuzugang im Bunde, Innenverteidiger Lamar Yarbrough, fehlte aufgrund von Oberschenkelproblemen.
Boysen lobt den Gegner
„Das war von unserer Seite kein Spiel zum Verlieben. Ich wusste aber, dass der Start kein Zuckerschlecken wird“, sagte Boysen nach dem misslungenen ersten Pflichtspiel 2022 und wies auf die noch nötige bessere Integration der Verstärkungen hin. Während dem Coach bei seiner Mannschaft kaum positive Aspekte einfielen, hatte er für den Gegner aus Rheinland-Pfalz ein Lob parat: „Jeder im Stadion hat gesehen, dass das kein Schlachtopfer ist.“
Mit einem couragierten Auftritt entführte Mainz wie schon in der Vorsaison alle drei Zähler aus Aspach. Durch den zweiten Auswärtserfolg in dieser Runde rückte das Schlusslicht auf einen Punkt an die SG heran. Ein kleiner Trost für die Sonnenhof-Elf: Da die unmittelbar vor ihr platzierte Konkurrenz ebenfalls nicht dreifach punktete, beträgt der Rückstand zu einem Nichtabstiegsrang weiterhin nur vier Zähler. „Wir waren davor im Abstiegskampf und sind es noch immer. Die Niederlage wirkt sich nicht nachteilig auf unsere Motivation und unseren Siegeswillen aus“, beteuerte Neuzugang Salz.
Ex-Freiberger Salz übt Selbstkritik
In der ersten Hälfte sah es noch gar nicht mal so übel für den früheren Drittligisten aus. Die ersten zehn Minuten waren ein einziger Sturmlauf der Hausherren. Drei dicke Chancen hatte Boysen bis zur Pause gezählt. So feuerte Mölders in der Anfangsphase aus 15 Metern knapp drüber. Nachdem Schott-Keeper Jonas-Janko Weyand einen Freistoß von Ken Gipson unterlaufen hatte, köpfte der aufgerückte Kai Gehring den Ball in die Mitte – doch da stand wider Erwarten niemand (10.). Und kurz vor dem Pausenpfiff schoss Salz bei seiner einzigen gefährlichen Szene vorbei. Zur zweiten Hälfte ließ ihn Boysen dann kurzerhand draußen.
„Mein Einstand war wie unser Spiel: bescheiden“, zeigte sich der auf den letzten Drücker vom SGV Freiberg nach Aspach gewechselte Torjäger selbstkritisch. „Es fehlt noch die Abstimmung. Ein paar Freundschaftsspiele mehr hätten uns gutgetan.“
„Dämliches“ Defensivverhalten
Das Tor des Tages fiel in der 64. Minute, als Giorgio Del Vecchio im SG-Strafraum vier Gegenspieler inklusive Schlussmann Maximilian Reule narrte und die Kugel im leeren Gehäuse unterbrachte. „Beim 0:1 haben wir uns sehr dämlich angestellt. Da haben wir uns austanzen lassen“, rügte Boysen. Kopflos, umständlich und wenig zwingend waren hingegen die Offensivbemühungen seiner Elf bis zum Abpfiff. Am nächsten Samstag (14 Uhr) haben Mölders, Salz und Co. die Möglichkeit, es besser zu machen – im Duell beim FK 03 Pirmasens, einem weiteren Konkurrenten um den Klassenerhalt.