SG BBM gewinnt Heimspiel: Bietigheim siegt ohne zu glänzen

Deutlich mehr Gegenwehr als erwartet leisteten die Handball-Luchse gegen Karolina Kudlacz-Gloc (am Ball) und Co.⇥
Marco WolfAuch mit der sprichwörtlichen angezogenen Handbremse hat die SG BBM Bietigheim am Samstagabend ihren bereits 37. Plichtspielerfolg in Serie eingefahren. In der Neuauflage des letztjährigen Pokal-Endspiels besiegte die Sieben von Trainer Markus Gaugisch die Handball-Luchse aus Buchholz-Rosengarten in eigener Halle souverän mit 27:20.
So ganz zufrieden war Gaugisch nach der Partie dennoch nicht mit der Vorstellung seiner Mannschaft gegen den Tabellenletzten aus Niedersachsen: „Wir hatten viele Torchancen liegen lassen und einfach nicht cool verwandelt. In der Defensive hielten wir die Luchse unter unserem Schnitt von 21 Gegentoren. Es sind zu viele technische Fehler vorgekommen, das ist nicht unser Anspruch“, monierte der gebürtige Göppinger den über weite Strecken uninspiriert wirkenden Auftritt des noch immer ungeschlagenen Spitzenreiters.
Und tatsächlich war beim Tabellenführer nicht alles Gold was glänzte. Zehn Minuten lang hielten die Gäste die Partie bis zum Stand von 3:3 völlig offen, auch weil sich die sonst so sichere Linksaußen Veroniká Mala gleich drei Fahrkarten aus guter Position leistete und der Rückraum der Gastgeberinnen, in dem zunächst die niederländischen Stars Kelly Dulfer und Inger Smits fehlten, harmlos daherkam. Einzig Rechtsaußen Jenny Behrend hatte es die SG zu verdanken, dass sie sich dann immer mehr absetzte. Die Vertreterin der an Corona erkrankten Trine Östergaard überzeugte mit einer perfekten Wurfquote und erzielte bis zum Stand von 10:6 gleich vier SG-Treffer. Highlights hatten bis zum Pausenstand von 16:9 allerdings noch beide Teams zu bieten. Zunächst traf 08-Kreisläuferin Evelyn Schulz spektakulär mit dem Rücken zum Tor blind über Melinda Szikora hinweg zum 7:5, dann nahm Kelly Dulfer ein Kempa-Anspiel von Inger Smits in gefühlt vier Meter Höhe auf und veredelte es zum 16:8.
In Durchgang zwei setzte sich die Spielgemeinschaft dann sogar bis auf 22:13 ab, auch weil die eingewechselte Stine Jörgensen den Rückraum zunächst merklich belebte. Doch dank eines 4:0-Laufs, bei dem den Gastgeberinnen sieben Minuten lang kein eigener Treffer gelang, kamen die Norddeutschen wieder auf 22:17 heran. Auch in den Schlussminuten war die Partie von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Anbrennen ließ die SG BBM dennoch nichts mehr und gewann am Ende doch noch deutlich mit 27:20.
Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich nach der Begegnung Rosengartens Trainer Dubravko Prelcec. „Gegen so eine Übermannschaft wie die SG BBM Bietigheim können meine Mädels befreit aufspielen. Wenn es bei uns dann einigermaßen läuft und der Gegner nicht seinen stärksten Tag erwischt, dann steigt das Selbstvertrauen und zeigt sich auch auf dem Spielfeld und in der gesamten Körpersprache. Durch diesen couragierten Auftritt in Bietigheim können die Mädels auf jeden Fall optimistisch in die nächsten schweren Aufgaben gehen.“