SG BBM Bietigheim: Viel individuelle Klasse bei IK Sävehof

Kelly Dulfer (rechts) hat ihre Schulterverletzung auskuriert. Sie war gegen Neckarsulm die erfolgreichste SG-Werferin.
/Marco WolfIK Sävehof ist wahrscheinlich das unbeschriebenste Blatt aller Champions-League-Gegner der Handballerinnen der SG BBM Bietigheim. Der Schwedische Meister hatte sich zuletzt in der Saison 2021/22 für die Königsklasse qualifiziert, in der vergangenen Spielzeit scheiterte er früh in der dritten Qualifikationsrunde der European League am Thüringer HC, der später das Final Four erreichte.
Einige Weltklassespielerinnen
Dennoch warnt Jakob Vestergaard vor dem Duell mit den Schwedinnen am Sonntag (14 Uhr) in der Ludwigsburger MHP-Arena vor dem Idrottsklubben (Schwedisch für Sportklub) aus dem Göteborger Ortsteil Partille. „Das ist eine typisch skandinavische Mannschaft. In der Abwehr ist sie sehr variabel, spielt eine aggressive 6-0 oder eine 5-1“, berichtet der Trainer der SG BBM.
Und der Kader ist gespickt mit Ausnahmespielerinnen. „Johanna Bundsen ist eine Weltklassetorfrau. Nina Koppang auf Rückraum Rechts ist ebenfalls Weltklasse. Und Carmen Martin Berenguer ist, wenn sie spielt, vielleicht eine der besten Rechtsaußen der Welt“, erklärt Vestergaard. Die 35-jährige Spanierin, die 2016 die Champions League mit CSM Bukarest gewann und auf 250 Einsätze in der Nationalmannschaft zurückblickt, bestritt in dieser Saison aber nur die zwei bisherigen Heimspiele von IK Sävehof.
Favoritenrolle klar verteilt
Diese gingen gegen Brest Bretagne (20:25) und CSM Bukarest (26:41) genauso verloren wie die beiden Auswärtspartien des schwedischen Double-Gewinners bei DVSC Schaeffler (29:32) sowie bei WHC Buducnost Bemax (30:31). Die Bietigheimerinnen auf der anderen Seite sind in dieser Saison noch ohne Verlustpunkt. Nach dem erneuten Gewinn des Supercups gegen die HSG Bensheim/Auerbach gewann die SG BBM auch alle fünf Bundesliga, das Zweitrundenmatch im DHB-Pokal und auch alle vier Begegnungen in der Champions League. Damit liegen die Bietigheimerinnen nur aufgrund der etwas schlechteren Tordifferenz hinter dem fünfmaligen Königsklassen-Sieger Györ Audi ETO KC auf Platz zwei in der Gruppe A.
Mahnendes Beispiel: Vorsaison
Ausruhen können sich die Ellentälerinnen auf den bisherigen Erfolgen nicht. Als mahnendes Beispiel ist die Erinnerung an die vergangene Saison noch zu präsent, als die SG BBM nach der Hinrunde mit 10:4 Punkten ebenfalls klar auf Playoff-Kurs war, schon als möglicher Final-Four-Teilnehmer gehandelt wurde, in der Rückrunde aber nur noch einen weiteren Sieg folgen ließ.
Warm geschossen für das Duell mit Sävehof haben sich die Bietigheimerinnen am Mittwoch beim 42:26 (20:14) gegen die Sport-Union Neckarsulm in der Bundesliga. „Wenn wir so eine Leistung abrufen, was wir eigentlich jederzeit können, dann haben wir eine gute Chance, den nächsten Schritt in Richtung Playoffs in der Champions League zu machen“, sagt Vestergaard.
Gegen die SUN Kräfte geschont
Bei dem ungefährdeten Erfolg gegen die SUN nutzte Vestergaard die Möglichkeit, seine Stars etwas zu schonen. „Wenn wir so eine Leistung bringen, können wir das in jedem Spiel machen“, erklärt der SG-Trainer.
Ein Fragezeichen bei der SG BBM Bietigheim steht nur hinter dem Einsatz von Inger Smits. Die Niederländerin, bei den Ellentälerinnen der Kopf des Angriffsspiels, kam mit Knieproblemen von der Länderspielpause mit den EM-Qualifikationsspielen von Oranje gegen Portugal (38:27) und in Finnland (31:13) zurück. Gegen Neckarsulm wurde die 29-Jährige geschont, stand gar nicht erst im Kader. „Die Ärzte haben das letzte Wort. Wenn sie nicht ihr Okay geben, ist sie nicht dabei“, berichtet Vestergaard.