Handballerinnen des SG BBM Bietigheim: Vestergaard ist von der Atmosphäre begeistert

Sophia Hvenfelt (Mitte) und die SG BBM Bietigheim sind bei der TuS Metzingen gefordert.
/Marco WolfDie noch junge Saison bringt für die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim gleich zwei Spitzenspiele. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr) ist das Team von Trainer Jakob Vestergaard als Bundesliga-Spitzenreiter beim Zweiten TuS Metzingen gefordert, am Sonntag in Ludwigsburg als Tabellenführer der Champions League gegen das auf dem zweiten Rang stehende Starensemble von CSM Bukarest, „Wir sollten uns die Tabellen ausschneiden und einrahmen“, meint Vestergaard scherzhaft. „Wenn das in ein paar Wochen noch so aussieht, hätte ich nichts dagegen.“
In der Metzinger Öschhalle erwartet die SG-Ladies einmal mehr ein Hexenkessel. Mit dem 34:20-Auswärtssieg in Neckarsulm sind die „Tussies“ perfekt in die Saison gestartet und haben so kräftig die Werbetrommel für das Derby gerührt. Gegen die SG wollen die „Pink-Ladies“ aus der „Outlet-City“ eine lange Negativserie beenden. Die vergangenen 17 Pflichtspiele hat Metzingen gegen die Ellentalerinnen verloren. Kurios dabei aber: Zwischen 2016 und 2018 gewann Bietigheim fünf Spiele in Serie mit einem Tor Differenz. TuS-Manager Ferenc Rott, der als Fußballprofi unter anderem für den Karlsruher SC und Darmstadt 98 im Tor stand, hatte danach genug von den knappen Niederlagen. „Das muss aufhören“, wünschte sich der Ungar. Die SG-Ladies taten ihm den Gefallen, gewannen die folgenden Begegnungen meist deutlich.
Auch im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung bezwang Bietigheim die „Tussies“. Für Vestergaard hat der im Juli in Nordheim erzielte 39:24-Sieg aber keine Aussagekraft: „Das war ein Test. In Metzingen wird es viel schwerer. Zu meiner Zeit als Bundestrainer war ich dort oft in der Halle und von der Atmosphäre begeistert.“ Von dieser Stimmung will auch die SG profitieren. „Wenn die Halle voll ist, macht es unserem Team immer Spaß, zu spielen. Selbst wenn die Fans für den Gegner sind, ziehen wir daraus Energie“, weiß Vestergaard. Auf der langen Rückreise vom Champions-League-Spiel in Montenegro – nach diversen Verspätungen kam der SG-Tross erst am Montagabend wieder an der Enz an – hatte der dänische Coach viel Zeit zum Anschauen des Videos vom TuS-Kantersieg in Neckarsulm. „Die Metzingerinnen haben sehr gut und schnell gespielt, sind auf allen Positionen torgefährlich“, erkannte Vestergaard.
Vor allem die variantenreiche isländische Spielmacherin Sandra Erlingsdottir, mit neun Buden nach dem ersten Spieltag die Nummer eins der Bundesliga-Torschützenliste, hat ihn dabei beeindruckt. Genau wie Linkshänderin Maren Weigel, die polnische Linksaußen Dagmara Nocun und die ehemalige Bietigheimer Kreisläuferin Julia Behnke. „Wir brauchen gegen die Metzinger Offensive eine überragende Abwehrleistung wie in der zweiten Hälfte in Podgorica“, fordert Vestergaard von seinem Team. Ob dabei auch Kelly Dulfer helfen kann, ist noch offen. Aufschluss darüber soll eine Untersuchung ihrer Schulter vor dem Spiel bringen. bzh