SG BBM Bietigheim: Punkteteilung bei Torwartschlacht

Martin Tomovski entscheidet das torhüterinterne Duell gegen den Ex-SG-Keeper Fredrik Genz mit 15 zu 13 Paraden für sich. Auch deshalb holt sich Bietigheim ein 27:27 in Lübbecke.
Marco WolfEtwas weniger als 40 Meter Entfernung liegen am Freitagabend zwischen Fredrik Genz und Martin Tomovski. Ersterer hütet den Kasten der TuS N-Lübbecke, der Zweite pariert die Würfe für die SG BBM Bietigheim beim Spiel in der 2. Handball-Bundesliga. Auch statistisch trennt die beiden Keeper nicht viel, so hält Tomovski drei Siebenmeter der Hausherren und sammelt insgesamt 15 Saves (36 Prozent), Genz – der bis zum Sommer noch bei den Ellentälern zwischen den Pfosten stand – kommt derweil auf 13 Paraden (34 Prozent). Am Ende sind es Nuancen, die den Unterschied machen und dafür sorgen, dass es beim 27:27 bleibt.
Tomovski ist gleich am ersten Siebenmeter dran
Das Paraden-Schauspiel beginnt in der Merkur-Arena von Beginn an. Nach einem schnellen Treffer für die Gäste durch Djibril M’Bengue hält Tomovski auf der Gegenseite prompt den ersten Strafwurf der Hausherren. Doch auch Genz nimmt M’Bengues zweiten Versuch weg, so holen sich beide Schlussmänner allein in Durchgang Eins insgesamt 14 Paraden.
Auch durch diese Leistung wirkt das Auftreten beider Seiten auf dem Feld in den ersten 30 Minuten durchaus hektisch. So spielt auch das Ergebnis ein munteres Wechselspielchen, nach fünf Minuten führt Lübbecke mit 4:2, Moritz Strosack dreht die Begegnung in der 12. Minute auf 7:5 für die SG BBM. Erneut fünf Zeigerumdrehungen später stellt Gerrit Genz für die TuS wieder auf 10:8. Bis zur Pause bleibt es weiter eng, die SG mit dem kleinen Kader ackert unermüdlich und bleibt so kurz vor dem Seitenwechsel über fünf Minuten ohne Gegentreffer.
Denn ohne Kapitän und Abwehrbollwerk Fabian Wiederstein muss SG-Coach Iker Romero kreativ werden. So spielt der einzige etatmäßige Kreisläufer Jonathan Fischer phasenweise nur im Angriff, Defensiv kommt Nikola Vlahovic für ihn auf das Parkett. Auch Nico Bacani fehlt auf Rechtsaußen, Strosack muss deshalb den Flügel 60 Minuten hoch- und runterlaufen. Auch Dominik Claus fehlt dem Absteiger noch als Option im Rückraum, sein Comeback soll aber in den nächsten zwei bis drei Wochen geschehen. Aufgrund dieses Lazaretts stehen nur 13 Spieler im Kader.
Doch all den Widrigkeiten trotzt die Romero-Sieben. Mit einem knappen 14:13-Vorsprung geht es in die Kabine, den die SG auch erst einmal halten kann. Über M’Bengue und Fischer kommen offensiv die meisten Akzente, auch Juan de la Pena und Fynn Nicolaus gestalten den Rückraum variabel. So erarbeitet sich Bietigheim erstmals ein kleines Polster beim 21:17, was sofort eine Auszeit der Nettelstädter nach sich zieht (41.).
Und die zeigt Wirkung: Die Hausherren arbeiten sich – auch dank eines starken Genz’ im Tor – wieder auf 21:22 ran, was Romero zum Time-Out zwingt. „Männer, alles ist gut“, redet der Iberer dort seinen Spielern gut zu. Doch Mal um Mal verzweifeln die Ellentäler an Genz oder dem Gebälk, bleiben so acht Minuten ohne Treffer, ehe Tom Wolf per Siebenmeter die Schwaben erlöst. So geht es mit einem 23:23 in die Schlussphase. „Das war eine Phase, in der wir nicht so die Lösungen im Angriff finden. Das hat die Abwehr stark gemacht, wir scheitern am Ende auch an einem guten Torhüter“, blickt M’Bengue nach Abpfiff zurück.
Genz würdigt auch Tomovskis Glanzleistung
In der Crunchtime übernimmt neben Tomovski – der sich den dritten Siebenmeter des Spiels krallt – auch Tom Wolf Verantwortung. Der Rückraumspieler, der 2021/22 bei der TuS spielte, versenkt nicht nur einen weiteren eigenen Strafwurf, sondern macht auch aus dem Positionsangriff mächtig Dampf. So sorgt er für das 27:25 mit noch dreieinhalb Minuten auf der Uhr, allerdings kommen die Hausherren dank des bärenstarken Genz noch einmal zurück in die Partie. Der gebürtige Berliner pariert nämlich die letzten Versuche, währenddessen gleichen seine Vorderleute im Angriff wieder aus. Wolfs letzter Abschluss mit der Schlusssirene landet nur im Block, wodurch sich die SG BBM mit einer Punkteteilung zufrieden geben muss – damit aber weiterhin ungeschlagen bleibt. „Großes Lob an Tomovski, er hat ein super Spiel gemacht“, honoriert Genz nach der Partie seinen gegenüber und freut sich am Mikrofon bei DYN über den Punktgewinn gegen seine alten Kollegen.
