SG BBM Bietigheim: Phasenweise ein Klassenunterschied

Klara Birtic (rechts) nutzte ihre Spielanteile, die die kroatische Linkshänderin gegen die Sport-Union Neckarsulm bekam, und steuerte zwei Treffer zum 42:26-Sieg bei.
/Marco WolfDie Handballerinnend der SG BBM Bietigheim haben die richtigen Lehren aus dem eher pomadigen Auftritt in der zweiten Runde des DHB-Pokals bei der Sport-Union Neckarsulm gezogen. Im ersten Bundesligaspiel zwischen beiden Teams ließ die Mannschaft von Trainer Jakob Vestergaard, die auf Inger Smits (Knieprobleme) verzichtete, den Gästen aus dem Unterland vor 437 Zuschauern in der Halle am Viadukt keine Chance und gewann mit 42:26 (22:14). „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben mit 16 Toren Unterschied gewonnen. Wir haben mit einer ganz anderen Einstellung angefangen als noch im Pokal in Neckarsulm“, erklärt der SG-Coach.
Bereits Mitte der ersten Halbzeit war die Begegnung so gut wie entschieden. Die Bietigheimerinnen hatten sich schon nach knapp 15 Minuten auf 13:7 abgesetzt. Wenig später führten sie mit 15:8 (18.), 17:9 (21.) und 19:11 (25.). Vor allem Neckarsulms Arwen Gorb hatten die Gastgeberinnen bestens unter Kontrolle. Zwar erzielte die Rückraumspielerin der SUN in der ersten Halbzeit vier Tore, doch war sie nicht so spielbestimmend wie im DHB-Pokal-Duell vor drei Wochen.
Aggressive Abwehr der SG BBM
Immer wieder zwangen die Ellentälerinnen die Gäste zu schweren Würfen, die entweder nicht das Tor fanden oder leichte Beute von SG-Torfrau Melinda Szikora wurden. Und wenn die Bietigheimerinnen ins Laufen kamen, hatten die Neckarsulmerinnen keinen Hauch einer Chance. Teilweise taten sich in der Defensive der SUN Lücken auf, durch die ein Scheunentor gepasst hätte.
Nicht alles war allerdings Gold, was glänzte. „Nicht alles hat geklappt vor allem in der Anfangsphase. Wir haben noch ein bisschen Arbeit in unserer Abwehr. Wir haben einige Würfe zugelassen, bei denen wir keinen Kontakt hergestellt haben. Deshalb war es nicht einfach für unsere Torfrauen“, erklärt Vestergaard. Vor allem Nina Engel wusste die Freiheiten im Rückraum zu nutzen. Sie hat mit sieben Treffern „ein paar Tore zu viel gemacht, auch wenn sie eine super Spielerin ist“, sagt Vestergaard.
Nach dem Seitenwechsel wechselte der Bietigheimer Trainer dann munter durch. „Wir haben viele gute Spielerinnen. Antje Döll und Veronika Malá haben gezeigt, dass sie beide auf hohem Niveau spielen können. Auch im Rückraum mit Isabelle Andersson, Xenia Smits und Kelly Dulfer sowie am Kreis mit Kaba Gassama und Sofia Hvenfelt haben wir viele Möglichkeiten zum Wechseln“, berichtet Vestergaard.
SUN nach Pause besser im Spiel
Aufgrund der Umstellungen ließen die Bietigheimerinnen die Gäste in den zweiten 30 Minuten etwas mehr mitspielen. Bis der Vorsprung der SG auf zehn Tore angewachsen war, mussten die Fans bis zur 41. Minute warten. Anne With Johansen besorgte per Siebenmeter das 30:20.
In der Schlussphase gab es dann kein Halten mehr bei den Bietigheimerinnen. Nach dem 26:37 durch Laila Ihlefeldt sechseinhalb Minuten vor dem Ende gelang den Neckarsulmerinnen kein Treffer mehr. Hvenfelt, Karolina Kudlacz-Gloc per Siebenmeter, Dulfer, Xenia Smits, und Dorottya Faluvégi schraubten das Ergebnis noch in die Höhe und sorgten für den 42:26-Kantersieg.
In den letzten rund zwölf Minuten kam die erst vor der Länderspielpause nachverpflichtete Torhüterin Sarah Lønborg zu ihrem Debüt bei der SG BBM. „In der nächsten Woche gegen die HSG Bensheim/Auerbach in der Bundesliga und Odense Håndbold in der Champions League wird uns Gabriele Moreschi nicht zur Verfügung stehen, weil sie mit der brasilianischen Nationalmannschaft unterwegs ist“, berichtet Vestergaard. „Deshalb habe ich ihr schon mal ein paar Minuten gegeben. Michael Nachreiner