SG BBM Bietigheim
: Bietigheim hat lange Probleme mit Neckarsulm

Bis zur Pause ist das DHB-Pokal-Achtelfinale zwischen der SUN und der SG ausgeglichen. Am Ende gewinnt der Titelverteidiger aber mit 36:26.
Von
Michael Nachreiner
Bietigheim
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Karolina Kudlacz-Gloc (Mitte) findet vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder Lücken in der Neckarsulmer Abwehr, kann aber nicht wirklich Kapital daraus schlagen.

/Mario Berger

Die Handballerinnen der Sport-Union haben nach der Klatsche gegen den Thüringer HC und den offenen Brief von Trainer Thomas Zeitz die richtige Reaktion gezeigt. In der zweiten Runde des DHB-Pokals am Mittwochabend machten sie dem Double-Sieger SG BBM Bietigheim das Leben lange schwer. Doch am Ende setzte sich der Favorit von Enz und Metter doch standesgemäß mit 36:25 (12:11) durch und ist weiter auf Kurs Titelverteidigung. „unter dem Strich zählt das Weiterkommen“, erklärt Frederick Griesbach, Jakob Vestergaards Assistent, bei der Pressekonferenz. Und der Chefcoach ergänzt: „Mit der Einstellung in der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, wir haben zu Beginn alles falsch gemacht. Es geht nicht, dass wir immer wieder in den nationalen Wettbewerben brauchen, um reinzukommen.“

Wer von den Bietigheimerinnen geglaubt hatte, in der Neckarsulmer Ballei würde es gegen den Tabellenletzten der Ersten Bundesliga ein Spaziergang, der sah sich früh eines Besseren belehrt. Die Gäste bekamen vor allem in der Anfangsphase Arwen Gorb überhaupt nicht in den Griff. Die linke Rückraumspielerin der SUN war entweder selbst erfolgreich oder verteilte mit viel Übersicht die Bälle. Nach knapp sechs Minuten führten die Neckarsulmerinnen mit 4:1, vier Zeigerumdrehungen später mit 6:3.

Nach dem dritten Ballverlust – dazu waren Veronika Malá und Karolina Kudlacz-Gloc bereits mit Siebenmetern an SUN-Torhüterin Valentyna Salamakha gescheitert – hatte SG-Trainer Vestergaard genug gesehen. Er bat seine Spielerinnen zu einer Auszeit.

Danach kam der Bietigheimer Express ins Laufen. In der Abwehr tat sich kaum noch eine Lücke auf. Und vorne nutzten die Gäste ihre Chancen konsequent. Bis zur 18. Minute waren sie auf 9:6 davongezogen.

Vestergaard ging daraufhin zu seiner Bank und wechselte munter durch. Doch wieder schlichen sich Leichtsinnsfehler bei den Bietigheimerinnen ein, wodurch sie die Neckarsulmerinnen wieder ins Spiel brachten, die durch zwei Kontertore auf 8:9 verkürzten (20.). „Wir wollten Kräfte schonen für das Champions-League-Spiel am Samstag gegen Brest. Jede hat deshalb ihre Chance bekommen. Doch das hat in der ersten Halbzeit nicht wirklich geklappt“, ärgert sich Vestergaard.

Erst nach dem Seitenwechsel sorgten die Bietigheimerinnen für klare Verhältnisse. Zunächst nutzten sie eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Neckarsulms Grob (34.), um sich von 14:12 auf 17:12 abzusetzen. Die Entscheidung fiel dann während der nächsten Zeitstrafe gegen die SUN. Als Kim Hinkelmann auf der Bank schmorte, sorgte ein 3:0-Lauf der Gäste für die 21:15-Führung (43.).

SUN-Trainer Zeitz versuchte zwar noch mal alles, nahm seine Torhüterin für eine siebte Feldspielerin vom Feld. Doch darauf waren die Bietigheimerinnen bestens vorbereitet. Immer wieder kamen die Gäste zu leichten Toren auf den verwaisten Kasten der Neckarsulmerinnen und bauten so ihren Vorsprung Tor um Tor weiter aus. „Die Bietigheimerinnen haben unheimlich viel Qualität. Sie lesen das Spiel und haben uns so das weggenommen, was wir gespielt haben“, zieht Zeitz als Fazit. „Aber es hat viel geklappt. Und das was gegen die SG BBM klappt, das funktioniert auch in jedem anderen Spiel.“ Und Vestergaard ergänzt: „Neckarsulm hat clever gespielt. Das ist eine starke Mannschaft, auch ohne Fatos Kücükyildiz.“ Die Schwedin fehlte erkrankt.