Sersheim
: Die breite Basis sind in Sersheim Wärmepumpen

Die Gemeinderäte beraten über Fortschritte in der kommunalen Wärmeplanung. 
Von
Kein Autorenname vorhanden
Sachsenheim
Jetzt in der App anhören

Wärmepumpen sollen nach den Vorstellungen der Fachleute 31 Prozent des Wärmebedarfs in Sersheim decken.

/Martin Kalb

Die kommunale Wärmeplanung, welche die Fachleute des Büros EGS-plan mit Sitz in Stuttgart für Sersheim aufstellen, schreitet voran.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Experte Matthias Zeile einen Überblick über den aktuellen Stand, nachdem drei Projektphasen nahezu abgeschlossen sind. „Wir wollen im Herbst unseren Bericht vorlegen, in dem die Ziele und die Richtung genau formuliert sind, auf welche sich die Gemeinde zubewegen kann“.

Derzeit sind die Fachleute gerade dabei in der sogenannten „Zielfotophase“ Maßnahmen für die Kommune Sersheim zu definieren, die im Moment noch einen Gesamtwärmebedarf von jährlich rund 49 Gigawatt-Stunden hat. Über 75 Prozent dieses Wärmebedarfs fallen in den privaten Haushalten Sersheims an, 22 Prozent im Gewerbe und der Industrie und zwei Prozent in der öffentlichen Verwaltung.

80 Prozent fossile Energieträger

„Aktuell werden über 80 Prozent der Wärme über fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl bereitgestellt. Bis 2040 soll der Wärmebedarf in der Gemeinde klimaneutral gedeckt werden“, betonte Fachmann Zeile. Dabei soll durch Sanierungen und Effizienzsteigerungen in den Gebäuden der Gesamtwärmebedarf nicht nur um 34 Prozent gesenkt werden, sondern vor allem mit Hilfe regenerativer Energiequellen zur Verfügung gestellt werden.

Die Wärmeversorgung im Sersheimer Gemeindegebiet soll zu 71 Prozent dezentral erfolgen. Der Rest wird über das bereits bestehende Wärmenetz versorgt, das an die Biogasanlage und ein Blockheizkraftwerk angeschlossen ist und künftig noch weiter ausgebaut werden soll. Vor allem Wärmepumpen, grünes Gas wie Biomethan, Biogas oder grüner Wasserstoff, Geothermie-Sonden und Solarthermie kommen als Wärmequellen in Sersheim, nach den Untersuchungen der Experten, in Frage. „Die Basis sind aber Wärmepumpen, welche die Außenluft nutzen und 31 Prozent des Wärmebedarfs in Sersheim decken sollen. Bei der Versorgungsstruktur ist in einigen Gemeindegebieten eine zentrale, in anderen eine dezentrale Wärmeversorgung vorzusehen“, erläuterte Zeile. So bietet sich das Neubaugebiet „Bonladen“ für den Aufbau einer zentralen Wärmeversorgungsstruktur an. Im Oktober oder November wollen die Gemeinderäte fünf Maßnahmen der kommunalen Wärmeplanung beschließen, die ihnen die Fachleute vorschlagen und mit deren Umsetzung in den kommenden fünf Jahren begonnen werden soll.

„Erreichbare Ziele vorgeben“

Gemeinderat Bastian Zeeb mahnte an, diese Maßnahmen und Ziele nicht zu ambitioniert zu definieren, um der Bevölkerung keine Angst zu machen. „Wir müssen erreichbare Ziele vorgeben, und die Menschen dabei mitnehmen“, erklärte Zeeb. Bürgermeister Jürgen Scholz verwies darauf, dass der Gesetzgeber auch klare Regularien aufstellen müsse, wie der klimaneutrale Ausbau des kommunalen Wärmenetzes finanziert werden solle. „Auf uns kommen gewaltige Herausforderungen zu, aber wir machen, was wir tun können. Doch der Gesetzgeber muss auch tätig werden“, unterstrich Scholz.

Im neuen Jahr sollen bei einer Informationsveranstaltung für die Bürgerschaft die kommunale Wärmeplanung und vor allem ihre Maßnahmen noch einmal im Detail vorgestellt werden.  Michaela Glemser