Schulanfang im Kreis
: Zu wenige Lehrer an den SBBZ

Die Lehrerversorgung an den 18 Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) ist weiterhin schlecht, so Schulamtsdirektorin Sabine Conrad.
Von
Gabriele Szczegulski
Ludwigsburg
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Schulamtsdirektorin Sabine Conrad (unterste Reihe, Zweite von links) konnte 127 neue Lehrer an der Pädagogischen Hochschule vereidigen.

/Martin Kalb

Zuerst freute sich Sabine Conrad, Direktorin des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg. Aus den 1440 durch eine Computerpanne unbesetzten, aber aufgelisteten Lehrerstellen im Land (die BZ berichtete) wurden ihrem Bezirk 19 Stellen für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) zugestanden, zudem drei gymnasiale Abordnungen für die Sekundarstufe I und zwei für die Grundschule. Doch der Wermutstropfen: Bis heute ist keine der 19 Stellen besetzt. Obwohl sich Lehrer direkt bei den SBBZ bewerben können und trotz angestrengter Suche „sind alle 19 Stellen frei“, so Conrad. „Die SBBZ sind meine großen Sorgenkinder.“ Die Lehrerversorgung sei dort so schlecht wie im vergangenen Schuljahr und „ungenügend“ für diese Schulform.

Langsam aus der Talsohle heraus?

Die anderen Schulformen könnten aber versorgt in das neue Schuljahr starten, die Situation wäre vergleichbar mit dem vergangenen Schuljahr. „Es hat sich an der Lehrerversorgung nicht viel verändert, aber auch nichts verschlechtert“, sagt Conrad. „Vielleicht ist das ein Zeichen, dass wir langsam aus der Talsohle herauskommen“, zeigt sie sich optimistisch. Auch die Zahl an neuen Lehrern – 127 konnte sie am Freitag vereidigen – sei in etwa gleich wie die zu Beginn des Schuljahrs 2024/25. Zwar hätten sich die Zahlen an Lehrkräften von 4300 auf 4100 im Schulamtsbezirk verringert, „das zeigt aber noch nicht die Versorgung an Deputatstunden, denn es gab große Verschiebungen vom letzten zu diesem Schuljahr“, so Conrad. Viele Rückkehrer aus der Elternzeit mit vollem Deputat habe es gegeben. Die Versorgung sei also mit dem im vergangenen Schuljahr trotz weniger Lehrer gleichzusetzen.

Großer Kraftakt

Ein „großer Kraftakt“ sei die Aufstockung der Sprachfördergruppen im vorschulischen Bereich von bisher zwei auf nun 33 Gruppen über den Landkreis verteilt gewesen. Wird bei der Einschulungsuntersuchung (ESU) intensiver Sprachförderbedarf festgestellt, folgt an der Schnittstelle Kindertageseinrichtung–Grundschule eine zusätzliche Sprachförderung im Umfang von vier Wochenstunden in Kleingruppen. Die Förderung kann an der Kindertageseinrichtung oder an der Grundschule stattfinden. Bis zum Schuljahr 2027/28 soll eine flächendeckende Versorgung eingerichtet sein.

Neu ist an den Grundschulen die verbindliche Einführung des Lernbands Mathematik analog zu dem seit zwei Jahren bestehenden Lernband Deutsch. Grundlegende Kompetenzen wie Kopfrechnen, Aufgaben lösen oder Zahlen bestimmen sollen an der Grundschule in 40 Minuten pro Woche geübt werden, im Mathematikunterricht.

In den Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen wird der Fächerverbund Biologie, Naturphänomene/Physik und Technik aufgelöst. Biologie wird zu einem eigenen Fach ab Klasse 5. Die Fächer Französisch, Technik, Alltagskultur, Ernährung und Soziales werden zu Wahlpflichtfächern schon ab Klasse 6 statt ab Klasse 7. Die Fächer Deutsch und Mathematik bekommen je eine Stunde mehr Unterricht, „zur Stärkung der Basiskompetenzen“, wie Conrad sagt. Die zweijährige Orientierungsstufe an Realschulen wird auf ein Jahr reduziert, mit sich anschließender Niveauzuweisung in Klassenstufe 6.

Bisher wurde in den Klassen 5 und 6 durchgängig auf M-Niveau unterrichtet, nun werden die Schüler und Schülerinnen schon in Klasse 6 ihrem Leistungsniveau zugewiesen. Die Klassenstufen 5 und 6 werden ab sofort nach den Vorgaben des neuen neunjährigen Gymnasiums unterrichtet, um ohne Probleme wechseln zu können. Das neue Fach „Informatik und Medienbildung“ wird in 5 und 6 jeweils einstündig gelehrt. „Es ist derzeit eine Art Aufbruchsstimmung zu spüren, vieles verändert sich und wird qualitativ verstärkt, das merken auch die Lehrer an den Schulen und sie sind motivierter als bisher“, sagt Sabine Conrad.