Sachsenheim
: „Wir haben genug Parkraum“

Eine Analyse über Verfügbarkeit, Frequentierung und Anzahl von Parkplätzen in der Innenstadt wurde dem Gemeinderat vorgestellt.
Von
Markus Wirth
Sachsenheim
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Die Park-and-ride-Parkplätze direkt am Bahnhof sind erwartungsgemäß sehr gut frequentiert. Mit einer Hauptauslastung zwischen 9 und 18 Uhr werden sie vor allem von Pendlern genutzt.

Martin Kalb

Wie schaut es aus bezüglich der Parkmöglichkeiten im Bereich der Innenstadt und deren Randzonen? Sind ausreichend Stellplätze vorhanden, welche sind besonders gut frequentiert, welche nicht? Der sogenannte „Parkraum-Check“, den die Stadtverwaltung durch die IGV Stuttgart hat durchführen lassen, gibt ein umfassendes Bild wieder.

Im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung ging Cordula Allgaier-Burghardt, Leiterin des Teams öffentliche Sicherheit und Ordnung, auf die Erhebung ein und betonte, dass diese grundsätzlich nicht isoliert zu betrachten sei, sondern im Kontext der anstehenden Sanierungsmaßnahmen der Innenstadtbereiche zwischen Schloss, Bahnhof, Haupt-/Sersheimer Straße und Schlossgartenstraße. So habe man am Erhebungstag – dem 22. Oktober vorvergangenen Jahres – sämtliche Parkplätze in diesem Gebiet, 472 an der Zahl, und deren Auslastung in der Zeit von 9 bis 19 Uhr im Stundentakt erhoben.

Park-and-ride-Plätze sind beliebt

Die Untersuchung, so Allgaier-Burghardt, hätten, wenig überraschend, gezeigt, dass die zeitlich unbefristeten Park-and-ride-Parkplätze stark, die Parkplätze im Innenstadtbereich nur medioker ausgelastet seien und die stärkste Auslastung im Zeitfenster zwischen 10 und 16 Uhr liege. Grundsätzlich betrachtet sah die Teamleiterin die Anzahl der Parkplätze als ausreichend ein: „Wir sind gut mit Parkplätzen versorgt, es gibt keinen erhöhten Parkdruck.“

Parkdruck entsteht in unterschiedlichen Abstufungen, wenn die Auslastung zugrunde gelegt wird. So gibt es nur wenig oder keinen Parkdruck, wenn der Parkplatz oder die Parkplätze eine Auslastung von unter 60 Prozent auf den Untersuchungszeitraum verteilt aufweisen, hoher Parkdruck liegt vor, wenn diese Auslastung auf über 90 Prozent ansteigt, der Platz quasi dauerbelegt ist. Für die 193 Park-and-ride-Parkplätze im Bereich des Bahnhofs habe man eine durchschnittliche Auslastung von 91 Prozent feststellen können. Allgaier-Burghardt: „Da es während des Tages wenige Veränderungen bei den parkenden Fahrzeugen gab und gegen 18 Uhr die geringste Auslastung festgestellt wurde, kann festgehalten werden, dass diese Parkplätze auch tatsächlich ausschließlich von Pendlern genutzt werden.“ Bei den 211 innerstädtischen Parkmöglichkeiten sei eine Auslastung von durchschnittlich 61 Prozent zu beobachten gewesen, was einem geringen Parkdruck entspreche.

Alles in allem sei der Innenstadtbereich ausreichend mit Parkmöglichkeiten versorgt, eine Erhöhung der Plätze Stand heute nicht vonnöten. Allerdings seien nicht alle Parkplätze in einem befriedigendem Zustand, sodass die eine oder andere bauliche Optimierung oder Sanierung anstehe, diese aber im Kontext auch mit der umfassenden Umgestaltung des Innenstadtbereichs.

Gemeinderat Hans-Günther Neumann (CDU) thematisierte die Fahrradgaragen am Bahnhof: „Diese werden nach meinen Beobachtungen kaum genutzt, gibt es da irgendwelche Erkenntnisse über deren Auslastung? Wo wir doch gedacht haben, diese seien der Bringer.“ Christopher King vom Team Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit hatte eine Statistik parat, die die Beobachtungen Neumanns unterstrichen.

Fahrradboxen nur wenig gefragt

Demnach wiesen die Boxen durchschnittlich 41 Mietvorgänge im Monat bei 30 Boxen vor. Thomas Wörner (GLS) regte an, dabei eine Idee von vor einem Jahr aufgreifend, zumindest einen Teil der Fahrradunterstände dorthin zu verlegen, wo sie auf mehr Resonanz stoßen würden, etwa am Schulzentrum. Auch fragte er an, ob gerade im Bereich der Innenstadt Anwohnerparkplätze generiert werden könnten, um das Parken vor den jeweiligen Grundstücken künftig zu vermeiden? Allgaier-Burghardt teilte mit, dies erweise sich als schwierig, denn dazu bräuchte man ein Anwohnerparkkonzept für alle nicht klassifizierten Straßen – also alle Verbindungen jenseits der Landes-, Kreis- und Bundesstraßen sowie Autobahnen: „Solch ein Konzept erstellen zu lassen kostet Geld und die Einnahmen gingen vollumfänglich ans Landratsamt, sodass wir keinen Vorteil daraus generieren könnten.“

Oliver Häcker (FDP) erinnerte daran, dass man das Thema Aufstellen von Parkautomaten schon einmal vor drei, vier Jahren diskutiert habe, und als Einzelhändler könne er sagen, dass die Leute nicht bereit seien, für schlechte Parkplätze auch noch zu zahlen: „Diese Umerziehung werden wir nicht hinbekommen.“ Und Steffen Wezstein (WIR) fragte, ob es denn eine Möglichkeit gebe, gegen geparkte Wohnwagen und Wohnmobile vorzugehen und statt dessen deren Besitzer für Plätze zu zahlen hätten?

Auch hier sah Allgaier-Burghardt keine Chance: „Die Wohnmobile dürfen unbefristet abgestellt werden, so lange sie ordnungsgemäß zugelassen sind, Wohnanhänger maximal 14 Tage, aber dann werden sie um zwei Meter bewegt und weiter stehen gelassen. Da geht nichts.“