Sachsenheim: Über 30 Buden vor dem Wasserschloss

Bei dem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt in Großsachsenheim durfte ein warmes Getränk nicht fehlen.
/Oliver BürkleAlle Jahre wieder“ schallte es über den Äußeren Schlosshof. Die Musikanten der Stadtkapelle Sachsenheim unter der Leitung von Celina Walter ließen ihre festlichen Töne zum Auftakt des Weihnachtsmarkts erklingen. Rund 32 mit Tannengrün geschmückte Stände bildeten vor der Kulisse des Wasserschlosses das heimelige Ambiente für den diesjährigen Budenzauber. „Der Schlosshof ist unsere gute Stube in der Stadt und ein Ort der Gemeinschaft. Hier rücken wir heute wieder näher zusammen und pflegen den Zusammenhalt in einer Gesellschaft, in der heute scheinbar vieles auseinanderläuft“, sagte Bürgermeister Holger Albrich.
Er begrüßte besonders die sechsköpfige Delegation aus der südfranzösischen Partnerstadt Valréas, von denen viele wie der Imker Serge Bompard bereits seit 30 Jahren zum Weihnachtsmarkt anreisen. „Ich habe heute auch Nougat-Spezialitäten mitgebracht. Weißer Nougat gehört zu den 13 Desserts beim französischen Weihnachtsessen, welche Jesus und die zwölf Apostel symbolisieren sollen“, erklärte Bompard. Gerhard Schweizer aus Sachsenheim besucht Jahr für Jahr den Stand des Imkers, um sich mit Honig zu versorgen. „Ich schmecke in diesem Honig mit der besonderen Lavendelnote die Sonne Südfrankreichs“, schmunzelte der Senior.
Traditionell bietet der Weihnachtsmarkt in Großsachsenheim auch eine Plattform für die Schulen, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und Geld für unterschiedliche Zwecke zu generieren. So war die Kraichertschule mit ihrer Tombola vertreten, die sechsten Klassen der Kirbachschule verkauften Holzsterne, Brownies im Glas und Kerzenständer, um ihren Schullandheim-Aufenthalt im Schwarzwald finanziell zu unterstützen, und auch die Schülerfirmen des Evangelischen Lichtenstern Gymnasiums warben für ihre Produkte. „Wir fertigen mit unserem Unternehmen ‚Wonderball‘ Geldbehälter, Blumentöpfe oder kleine Taschen aus alten Bällen an“, sagten Emma Ludwig und Lina Hörmann aus den achten Klassen. Am Stand nebenan erläuterten Svenja Thumm und Bonnie Bittner, wie sie aus alten Jeanshosen Handtaschen, Haarbänder und Mäppchen mit ihrer Schülerfirma „Rejeans“ herstellen.
Kulinarische Genüsse
Natürlich ist der Sachsenheimer Budenzauber auch für seine kulinarischen Genüsse bekannt, die die Vertreter der Vereine und Gruppierungen in der Stadt zubereiteten und servierten. Am Stand der Freiwilligen Feuerwehr konnten sich die Besucher Rindergulasch und wilde Kartoffeln schmecken lassen. Beim Trägerverein des Schloss-Freibads gab es Burgerspezialitäten und Donuts.
Wer noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenk war, erhielt zahlreiche Anregungen. Rentnerin Helena Maier aus Kleinsachsenheim, die aus Kasachstan stammt, stellte zum ersten Mal ihre gestrickten Hausschuhe vor. „Ich habe das Stricken erst vor rund fünf Jahren richtig gelernt. Ich bin bis zu drei Tagen mit diesen Schuhen beschäftigt und bessere mir damit meine kleine Rente auf“, sagte sie. Die Mitglieder der Igelhilfe Enzweihingen verkauften selbst gebastelte Vorratsgläser, Weihnachtswichtel aus Holz und Kerzen. Sie betreuen derzeit 39 kranke und schwache Igel und sind auf Spenden angewiesen. Im Schlossgarten hatten die Royal Rangers ihr Lager aufgebaut und luden Familien zu einem kurzweiligen Weihnachtsrätsel-Abenteuer ein. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm sorgte mit Tanz und Gesang ebenfalls für die Unterhaltung der Marktbesucher.