Sachsenheim
: Stadt unterstützt evangelische Kitas mehr

Sachsenheim wird zukünftig 51.000 Euro jährlich mehr ausgeben, um den evangelischen Kindertagesstätten bei ihren Betriebskosten unter die Arme zu greifen.
Von
Lisa Lorenz
Sachsenheim
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Die Kita Villa Sonnenschein, hier bei der Neueröffnung 2023, wird auch weiterhin mit 100 Prozent von der Stadt bei ihren Kosten unterstützt und bildet damit die Ausnahme.

/Martin Kalb

Die Stadt Sachsenheim wird sich in Zukunft stärker an den Betriebskosten der evangelischen Kindertageseinrichtungen beteiligen. Das entschied der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung mehrheitlich. Der evangelische Kirchenbezirk Vaihingen-Ditzingen sei ein langjähriger und bewährter Partner, sagte Lea Schneider von der Stadtverwaltung. In Sachsenheim betreibt er acht Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 606 Betreuungsplätzen. Auch bisher übernahm die Stadt schon mehr Betreuungskosten als gesetzlich vorgesehen, nämlich 90 Prozent; bei Kitas, die nach 2013 eröffnet wurden, sogar 100 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Kirchenbezirk einen Antrag auf Erhöhung gestellt: statt 90 sollten 93 Prozent der Kosten von der Stadt übernommen werden; die Fälle, in denen 100 Prozent übernommen werden, sollten laut Antrag bestehen bleiben. Nachdem das im Verwaltungsausschuss besprochen worden war, nahm der Kirchenbezirk den Antrag jedoch zurück.

51.000 Euro Mehrkosten

Laut dem neuen Antrag soll die Stadt nun, wie auch im alten Antrag, 93 statt 90 Prozent der Kosten übernehmen. Diejenigen Kitas, bei denen momentan 100 Prozent der Kosten von der Stadt getragen werden, sollen zukünftig 93 Prozent von der Stadt abgenommen bekommen. Ausnahme hiervon ist die Villa Sonnenschein mit zwei Ganztagsgruppen, hier wird die Stadt auch weiterhin alle Betriebskosten übernehmen. Der neue Vorschlag würde die Stadt jährlich 51.000 Euro mehr als bisher kosten. Martin Stein (FW) sagte, die Fraktion werde zustimmen, da der Antrag ein guter Kompromiss sei, der die finanzielle Lage der Stadt berücksichtige. Thomas Wörner (GLS) sagte, dass dem Gemeinderat in der Vergangenheit mitgeteilt wurde, dass die Kosten der evangelischen Kitas 100 Prozent übersteigen würden. Mit dem neuen Vorschlag würden die Kosten ja noch mehr als bisher über 100 Prozent liegen, so der Stadtrat. Lea Schneider antwortete, das habe die Villa Sonnenschein betroffen und sei durch die Verwaltungskostenpauschale verursacht worden. Diese kommt bei allen Einrichtungen in Höhe von fünf Prozent für den Träger dazu.

Jonas Hauber (CDU) befürwortete den Vorschlag ebenfalls. Man überlege sich zwar überall, wo man anfange zu sparen, „aber dann müssen wir woanders stärker auf die Bremse treten“.

Albrich befürwortet Kompromiss

Jasmin Braun (GLS) fragte, wie viele Kitas nun 93 statt 90 Prozent Unterstützung erhalten und wie viele von kompletter Unterstützung auf 93 Prozent abfallen. Schneider antwortete, dass viereinhalb Gruppen nun keine vollständige Unterstützung mehr bekommen und die Unterstützung für die restlichen der 29 Kitas von 90 auf 93 Prozent ansteigt.

Bürgermeister Holger Albrich sagte, man liege mit diesem Vorschlag deutlich hinter dem ersten Antrag. Die Alternative sei außerdem, dass es keine kirchlichen Kitas mehr gebe, „das möchte niemand“. Ein Kompromiss sei dann gut, so Albrich weiter, wenn er beiden Seiten weh tue. Helga Niehues (SPD) bemängelte, dass es keine Alternative zum Vorschlag gebe, sofern man eine Trägervielfalt haben wolle, sicherte aber ihre Zustimmung zu. Albrich: „Die Kirche hat ähnliche Haushaltsprobleme wie wir.“ Mit 14 Stimmen dafür und vier dagegen entschied sich der Gemeinderat für die Anpassungen.