Sachsenheim: Sachsenheim forciert Hilfe bei Integration

Beim Netzwerk-Treff im Sachsenheimer Kulturhaus, von links: Silke Deuschel, Muhittin Soylu (Möglingen), Dr. Abdoul Issaka, Bürgermeister Holger Albrich und Cordula Allgaier-Burghardt.
m/ Richard DannenmannRund drei Stunden lang befassten sich am Montag im Kulturhaus etwa 30 Bürger engagiert mit dem Thema Integration. Dabei wurde nicht nur jede Menge geredet, sondern es wurden auch wichtige Entscheidungen wie die personelle Besetzung von Arbeitsgruppen getroffen, die künftig gezielt die Herausforderungen angehen wollen. Fazit: Nächstenliebe ist in Sachsenheim ganz offensichtlich nicht nur ein Wort.
„Prima. Super. So macht Integrationsarbeit Spaß. So kriegen wir sie gut hin!“ Die neue Leiterin des Teams für Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Cordula Allgaier-Burghardt, ihre Stellvertreterin Silke Deuschle und der Integrationsbeauftragte Dr. Abdoul Issaka waren am Montagabend sehr zufrieden. Aus gutem Grund, blieb es bei diesem dritten Netzwerktreff doch nicht bei hehren Worten, sondern bei klarer Bereitschaft zur praktischen Mitarbeit.
Gemeint sind damit vier Arbeitsgruppen. Diese wollen nun zunächst innerhalb eines Jahres speziell in den nach anhaltender Abwägung ausgewählten Arbeitsfeldern Konzepte entwickeln, ganz exakte künftige Handlungspunkte herausarbeiten.
Vier Arbeitsgruppen
Die einzelnen Gruppen und deren Personen: Bildung und Sprachförderung: Karin Dornemann, Olga Wallner und Uwe Niehues; alle Arbeitskreis Asyl. Arbeits- und Ausbildungsmarkt: Claudia Büchle, Dieter Matzenauer, beide Arbeitskreis Asyl; Svitlana Luhanska. Wohnen / gute Nachbarschaft: Dieter Matzenauer, Mohammad Sadiq Khashai und Khalil Shahoud. Weitere Unterstützung wird noch gesucht. Sport, Kultur, Freizeit, Ehrenamt – kulturelle Öffnung: Olga Wallner, Arbeitskreis Asyl; Rihab Hadidi, Christiane Hähnle, Projekt Einfach Singen/Arbeitskreis Asyl; Matthias Jauß, Sport- und Kulturgemeinschaft Sachsenheim; Javad Moradi und Khalil Shahoud. Zuvor hatte Dr. Issaka aufgelistet, welche Herausforderungen – resultierend aus den ersten beiden Netzwerk-Terminen – inzwischen ermittelt wurden. Die Listen der Probleme, des Bedarfs und der Wünsche sind umfassend. Es fehlt an Sprachkenntnissen, Wohnungen, Räumen, Helfern/Betreuern, Arbeits- oder beispielsweise Kita-Plätzen und vielem anderem mehr.
Dies ist bekanntlich landauf, landab nicht nur ausschließlich bei den Menschen, die um Asyl bitten, so. Sie haben es jedoch noch schwerer, Lösungen zu finden, wie es am Montag auch hieß.
Erst die Sprache, dann die Arbeit
Auch in Sachsenheim heißt das primäre Zauberwort Sprache. „Viele Migranten haben es bereits verstanden: Erst kommt die Sprache, dann die Arbeit“, freute sich Abdoul Issaka über Fortschritte, die es bei all den Bemühungen demnach auch gibt.
Zum Netzwerktreffen gehörte auch ein Vortrag des Möglinger Integrationsbeauftragten Muhittin Soylu, der eine lebhafte Fragerunde auslöste. Die 11 500-Einwohner-Kommune hat einen Nichtdeutschen-Anteil von 18 Prozent und außer dem Integrationsbeauftragten auch eine zu 100 Prozent angestellte Integrationsmanagerin sowie Angebote für die Geflüchteten wie Spätcafé, Kulturtreffs, mehrsprachige Informationsbroschüren, eine Begegnungsküche und etliches mehr.
Bürgermeister Holger Albrich hatte eingangs betont, dass sich Sachsenheim redlich zu helfen bemühe, den Rahmen zu schaffen, dass die Menschen verschiedenster Herkunft hier Fuß fassen, ein neues Zuhause finden können. Der Rathauschef: „Integration ist für die Stadt und für mich persönlich ein ganz wichtiges Thema!“