Sachsenheim
: Qualifizierte Tierretter auch in Sachsenheim aktiv

Der Verein Tierrettung Unterland schließt für seine Einsätze mit den Vertretern der Stadt Sachsenheim einen entsprechenden Kooperationsvertrag ab.
Von
Michaela Glemser
Sachsenheim
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Die Tierrettung Unterland bedient jetzt auch die Stadt Sachsenheim und entlastet so die Feuerwehr. Sabrina Paulus (Teammitglied) und Jan Franke (Einsatzleiter).

/Oliver Bürkle

Ob sich die Katze auf den hohen Baum verirrt hat, der Hund im Kanalschacht feststeckt oder alleine orientierungslos durch Feld und Flur läuft. Ob Tiere bei einem Großbrand auf einem Bauernhof versorgt werden müssen oder ein Pferd in einen Verkehrsunfall verwickelt ist: Immer wenn Tiere verletzt, krank oder in Notlagen geraten sind, stehen die 20 haupt- und ehrenamtlichen Mitglieder der Tierrettung Unterland e.V. für qualifizierte Hilfe zur Verfügung.

In diesen Tagen haben die Verantwortlichen des Vereins auch mit den Vertretern der Stadt Sachsenheim einen entsprechenden Kooperationsvertrag geschlossen.

Absichern durch Kooperationen

„Seit dem Jahr 2022 beschäftigen wir nicht nur ehrenamtliche, sondern auch hauptamtliche Einsatzkräfte. Daher brauchen wir zur Absicherung die Kooperationsverträge mit den Landkreisen und Kommunen“, erklärt Jan Franke, Geschäftsführer und Leiter des Einsatzdienstes des Vereins Tierrettung Unterland.

Es gibt insgesamt drei Einsatzabteilungen, die sich um den Bereich Unterland mit den Landkreisen Hohenlohe, Heilbronn bis zum Rhein-Neckar-Raum kümmern, welche die Kreise Ludwigsburg und Rems-Murr versorgen sowie den Raum Böblingen und Calw abdecken. „Unser Einsatzfahrzeug für den Raum Ludwigsburg, zu dem auch Sachsenheim gehört, steht an der Kreisgrenze bei Aspach. Im vergangenen Jahr waren wir bei insgesamt 1245 Einsätzen in über 1002 Fällen unter 30 Minuten am Einsatzort“, sagt Einsatzleiter Franke.

Im Tierrettungswagen sind vielfältige Ausrüstungsgegenstände vorhanden, um verletzte Tiere bestmöglich vor Ort versorgen oder technische Notlagen bewältigen zu können. „Wir wollen damit vor allem auch die Freiwilligen Feuerwehren entlasten, die uns bei Bedarf ebenfalls anfordern können. Aus diesem Beweggrund heraus kam es erst zur Gründung der Tierrettungsdienste“, sagt Franke, der selbst seit vielen Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist und das Zentrum des Tierrettungsdienstes in Neckarsulm leitet.

Kollegen begleiten

Die vorwiegend ehrenamtlichen Helfer begleiten zu Beginn ihrer Ausbildung zunächst einige Einsätze, um ihren fachkundigen Kollegen über die Schulter zu blicken. „Dabei zeigt sich schnell, wer sich für den oft schmutzigen und blutigen Einsatzdienst eignet und wer nicht. Anschließend erfolgt die eigentliche Ausbildung in den Teams, die durch unseren Bundesverband speziell geschult werden“, sagt Franke.

Nicht zum Einsatz kommen die Tierretter bei allen Notfällen von Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen, denn dann sind die jeweiligen Jagdpächter gefragt. Dies gilt allerdings nicht für die Tierkitzrettung im Frühjahr, wenn die Tierretter vor dem Mähen einer Wiese diese mit einer hochauflösenden Wärmebilddrohne überfliegen, um kleine Rehe aufzuspüren. „Aus der Stadt Sachsenheim kommen derzeit noch keine Helfer. Wir würden uns über ein entsprechendes Interesse freuen“, sagt der Einsatzleiter.

Vertrag: 30 Euro pro Einsatz

Der Kooperationsvertrag mit der Stadt Sachsenheim sieht neben einer finanziellen Grundpauschale auch einen Betrag von 30 Euro pro Einsatz vor. „Um kostendeckend zu arbeiten, müssten wir eigentlich 60 Euro verlangen, aber die finanziellen Gesichtspunkte stehen bei uns nicht im Fokus. Von den 136 Städten und Gemeinden in unserem Einsatzgebiet haben bisher 28 diese Verträge mit uns abgeschlossen“, so Franke. Dazu gehört unter anderem neben Sachsenheim auch Bietigheim-Bissingen, Besigheim oder Heilbronn.

Die Tierretter treffen sich monatlich zu Übungsdiensten und absolvieren durchschnittlich in der kalten Jahreszeit rund 60 Einsätze monatlich und in der warmen Jahreszeit rund 200 pro Monat. „Im Sommer müssen wir viele Tiere aus überhitzten Fahrzeugen befreien“, sagt Franke.

Der Verein Tierrettung Unterland ist an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden unter der Notrufnummer (07132) 85 99 719 erreichbar. Insgesamt sind die rund 20 Tierretter mit sechs Einsatzfahrzeugen zum Wohl von Hund, Katze und Co. in neun Landkreisen im Einsatz.