Sachsenheim: Mit geballter Faust zum Meistertitel

Seit er fünf Jahre alt ist, spielt Finn Hummel Faustball. Mutter Bettina ist seine Trainerin und Unterstützerin. Die Sportart ist in Ochsenbach schon über 100 Jahre beheimatet.
/Martin KalbOchsenbach ist ein idyllisches Dörfchen im oberen Kirbachtal – und ist so etwas wie die Faustball-Hochburg des Südwestens. Vor über 40 Jahren stellte der TVO mit Rudolf Aupperle und Ulrich Knodel sogar zwei Spieler in der Nationalmannschaft, aber dann war es lange Zeit ruhig um den dem Volleyball ähnlichen Sport. Dies hat sich nun gehörig geändert, denn mit Finn Hummel gibt es jetzt sogar einen veritablen Weltmeister in der U-18-Kategorie. In Reiden im Kanton Luzern hatten die deutschen Faustballer Österreich klar mit 3:1 Sätzen bezwungen. Für die BZ ein Anlass, einmal das junge Sport-Talent kennenzulernen.
Den ersten Eindruck, den man von dem 18-jährigen Ochsenbacher bekommt, ist seine Freundlichkeit und sein eher zurückhaltendes Wesen. Doch auf seine Passion, den Sport angesprochen, glänzen seine Augen. „Ich liebe Faustball. Das Schöne an dieser Sportart ist, dass man ein absoluter Teamplayer sein muss, und es entstehen auch Freundschaften, wir sind bundesweit vernetzt. Und bei den Spielen in der Schweiz hatten wir alle wahnsinnig viel Spaß.“
Wer in Ochsenbach lebt, dem ist die Liebe zum Faustball quasi an die Wiege gesungen – Finn Hummel hat bereits mit fünf Jahren angefangen, Faustball zu spielen und war seither besessen. „Ich habe“, sagt der 18-Jährige und lacht, „alle Altersklassen durchgemacht: U8, U10, U12, U14 und U16 – ja, und jetzt natürlich U18.“ Und es habe sich, der Erfolge wegen, schon früh herauskristallisiert gehabt, dass der junge Ochsenbacher ein großes Talent ist. Das hat er beispielsweise in den Schwabenauswahl-Mannschaften bewiesen oder auch, ganz aktuell, als Sturmtank im Zweitliga-Süd-Team des TVO.
Beim Blick in die Zukunft steht für ihn fest, dass er unbedingt nun auch in die U21-Mannschaft möchte, im kommenden Jahr dann auch in der Bundesliga und, ja, auch ein Platz im Nationalteam wäre eine tolle Sache für ihn. Trainiert wird er übrigens von seinen Eltern Bettina und Tobias Hummel, beide auch passionierte Faustballer und Mitglied im rund 400 Sportlerinnen und Sportler starken TVO. Natürlich seien allle wahnsinnig stolz auf Finn, sagt seine Mutter, „in der Familie, in der Dorfgemeinschaft und in der Verwandt- und Bekanntschaft.“ Eines seiner Ziele jenseits des Sports ist, auf jeden Fall seine Ausbildung als Feinwerkmechaniker abzuschließen.
Finn Hummels Hobbys sind, neben dem Faustball, auch anderweitig durchaus sportlich, denn er ist begeisterter Radfahrer, spielt gerne Fußball, aber auch Handball, Tennis und Tischtennis. Aktuell macht er zudem den Auto- und Motorradführerschein. Über seine private Zukunft hat er sich noch keine Gedanken gemacht, „ich nehme es so, wie es kommt.“
Nächste Destination: Essel
Am Wochenende verlässt Familie Hummel das Kirbachtal und macht sich auf den rund 700 Kilometer langen Weg nach Essel in der Lüneburger Heide, wo die Deutsche U18-Meisterschaft auf dem Feld ausgetragen wird. „Ziel ist es, dort möglichst gute Ergebnisse zu erzielen“, sagt Finn Hummel. Dort treten in der Gruppenphase vier zehn Mannschaften gegeneinander an, „wir werden zwischen acht und neun Spiele à 30 Minuten, also in zwei Sätzen, spielen. Im Halbfinale dann Spiele, die 45 Minuten dauern.“
Faustball wird aktuell noch auf dem Feld gespielt, ab Ende Oktober geht es dann für die TVOler in die neben dem Sportplatz liegende Sonnenberghalle. Und weil Faustball bei Familie Hummel ein großes Thema und gelebte Passion ist, trainiert auch Finns jüngerer Bruder Tim, 15 Jahre alt, fleißig mit. Und, wer weiß, vielleicht wächst da schon bald der nächste Weltmeister aus Ochsenbach heran?