Sachsenheim
: Gewerbepark Eichwald will klimaneutral werden

Im Zweckverbandsgebiet „Eichwald“ in Sachsenheim wird die Nutzung erneuerbarer Energien am Bedarf der ansässigen Unternehmen ausgerichtet. 
Von
Michaela Glemser
Sachsenheim
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Der Gewerbepark Eichwald in Sachsenheim soll klimaneutral werden. Dafür sind in einem Masterplan verschiedene Entwicklungen angedacht. Auch die Planungen für ein Windrad werden im Zuge dessen vorangetrieben.

/Martin Kalb

Der Gewerbepark „Eichwald“ soll nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht seine Erfolgsgeschichte fortsetzen, sondern auch bezüglich der Nutzung erneuerbarer Energien. An den Vorbereitungen für dieses Ziel wird bereits mit Hochdruck gearbeitet. Unter dem Motto „Gewerbepark der Zukunft“ sollen einerseits unter Beachtung des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes weitere Flächen für die Neuansiedlung oder den Ausbau von Unternehmen bereit gestellt werden. „Von der Gesamtfläche von 172 Hektar wird etwa die Hälfte von erfolgreichen Firmen genutzt, die dort mittlerweile über 3000 Menschen beschäftigen. Insgesamt hat der Zweckverband mit seinen vier beteiligten Kommunen Sachsenheim, Sersheim, Oberriexingen und Bietigheim-Bissingen rund 110 Millionen Euro an Grundstückserlösen und Gewerbesteuer eingenommen“, teilt der Vorsitzende des Zweckverbands „Eichwald“ und Sachsenheims Bürgermeister, Holger Albrich, auf Anfrage mit.

Andererseits soll auf den Flächen, die sich nicht für die Ansiedlung von Gewerbe eignen, die Nutzung erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. „Nur mit dem schnellen Ausbau erneuerbarer und emissionsfreier Energieträger können wir unseren Klimazielen näherkommen“, betont Albrich.

Ausrichtung der Energieerzeugung am Bedarf

Dabei gehen die Verantwortlichen des Gewerbeparks jedoch einen besonderen Weg. „Es werden nicht zunächst Kapazitäten für die Energieerzeugung gesucht und entwickelt, um anschließend Abnehmer beziehungsweise Einspeisemöglichkeiten zu finden“, so Albrich. Vielmehr werde gemeinsam mit einem beauftragten externen Dienstleister der aktuelle und prognostizierte Energiebedarf der im Gewerbepark ansässigen Unternehmen ermittelt. „Darauf soll danach die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ausgerichtet werden. Die Weiterentwicklung des Gewerbeparks zu erneuerbaren Energien mit direkter Energieabnahme durch die ansässigen Unternehmen ist wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig“, macht Albrich deutlich. Als Säulen der Energieerzeugung haben die Beteiligten des Zweckverbands Wind, Fotovoltaik, Geothermie und die Nutzung von grünem Wasserstoff im Auge. „Bereits jetzt gibt es über die rechtlichen Vorgaben hinaus auf vielen Dachflächen im Gewerbepark Fotovoltaik-Anlagen. Dabei besteht aber noch weiteres Potenzial. Zudem untersuchen wir auch die Möglichkeiten für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen“, erläutert Albrich.

Windkraftanlage geplant

Schon seit längerer Zeit wird zudem die Errichtung einer Windkraftanlage im Zweckverbandsgebiet im Zuge des Windvorranggebiets „LB-16“ vorangetrieben. „Damit könnte ein Grundbaustein für die Energieerzeugung im ‚Eichwald‘ geschaffen werden“. Hinzu kommt die Geothermie und die Nutzung von grünem Wasserstoff, sodass auch ein Energiepotenzial im Zweckverbandsgebiet möglich erscheint, das noch über den Bedarf der ansässigen Unternehmen hinausgeht und zur allgemeinen Energieversorgung beitragen kann.

„Am Ende der laufenden Untersuchungen könnte ein Projektträger stehen, der die Energieerzeugung steuert. Eine passende Organisation und Rechtsform sowie die Beteiligung der Unternehmen im Zweckverbandsgebiet werden im Laufe der Untersuchungen erarbeitet“, so Albrich. Die Maßgaben der Wirtschaftlichkeit, des Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit und der langfristigen Zukunftsfähigkeit stehen bei diesem Masterplan Energie im Fokus. „Besonders entscheidend ist auch die konsequente Ausrichtung an den Bedarfen der Unternehmen. Damit wird das Gesamtvorhaben zu einem einzigartigen Leuchtturmprojekt für die Transformation industrieller Standorte“, prophezeit Albrich. Die Weiterentwicklung von Industrie- und Gewerbestandorten hin zu klimaneutralen und zugleich wettbewerbsfähigen Energiesystemen stelle eine strukturelle Herausforderung dar, der sich alle unter dem Druck, Energiekosten zu senken und CO2-Emmissionen zu reduzieren, stellen müssten. Im Bundeswirtschaftsministerium sei das Gesamtvorhaben „Gewerbepark der Zukunft“ auf großes Interesse gestoßen. „Wir werden auf allen Ebenen die Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung prüfen“, verspricht der Verbandsvorsitzende.