Sachsenheim
: Bürgermeister: Vielfalt pflegen

Festlich geschmückten Ständen locken die Besucher zum Weihnachtsmarkt auf dem Äußeren Schlosshof.
Von
Michaela Glemser
Sachsenheim
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Andreas Reinisch aus Vaihingen hatte selbst gebaute Erzgebirge-Krippen mitgebracht.

/Martin Kalb

Der Musikverein Stadtkapelle Sachsenheim ließ seine stimmungsvollen Klänge über den Äußeren Schlosshof erschallen, durch die Budengassen wehte der Duft von Glühwein und Punsch, und die Besucher bestaunten die unterschiedlichen Angebote an den festlich geschmückten Ständen der rund 40 Marktbeschicker. Der Weihnachtsmarkt in Großsachsenheim vor der Kulisse des altehrwürdigen Wasserschlosses lockte am Sonntag Besucher aus der ganzen Stadt, aber auch den umliegenden Gemeinden an.

„In einer Zeit, in welcher der Umgang miteinander immer ruppiger und aggressiver wird sowie ein solches Verhalten schon als normal angesehen wird, müssen wir immer mehr das Verbindende in den Vordergrund stellen und nicht das, was uns vermeintlich trennt“, erklärte Bürgermeister Holger Albrich in seiner Eröffnungsrede. Er verwies darauf, dass gerade auch in Sachsenheim mit seinen sechs unterschiedlichen Stadtteilen der Zusammenhalt und die Vielfalt gepflegt werden müsse. Dafür stehe beispielsweise der alljährliche Weihnachtsmarkt mit der Beteiligung von Ehrenamtlichen aus ganz verschiedenen Vereinen und Unternehmern aus der Stadt.

Delegation aus Valréas

Unter ihnen war auch eine Delegation aus Sachsenheims Partnerstadt Valréas in der Provence. „Ich bin jedes Jahr so begeistert von diesem schönen Ambiente auf dem Schlosshof. In diesem Jahr bin ich bereits zum 26. Mal beim Weihnachtsmarkt in Sachsenheim dabei“, erzählt Imker Serge Bompard, der nicht nur allerlei Honigspezialitäten, sondern auch den für das Weihnachtsfest in der Provence typischen weißen Nougat offerierte. Diese Süßigkeit gehört ebenso zu den 13 Desserts, die es zum Weihnachtsmenü in der Provence gibt, wie Mandeln, die Sibylle Geneston im Angebot hatte. „Am kommenden Wochenende ist auch bei uns in Valréas Weihnachtsmarkt, aber er ist kommerzieller als der in Sachsenheim und nicht so festlich geschmückt“, erläuterte Geneston.

Schülerfirmen stellen sich vor

In jedem Jahr ist der Weihnachtsmarkt auch Gelegenheit für die unterschiedlichen Schülerfirmen in der Stadt, um ihre Produkte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. „Wir stellen Schlüsselanhänger aus Epoxidharz her, das wir dazu in verschiedene Formen gießen und unterschiedlich mischen. Anschließend härtet der ganze Stoff aus“, machten Souri Rousta und Paulina Nachtigäller aus der achten Klasse des Lichtenstern Gymnasiums deutlich. Aber nicht nur die Schülerfirma „Resin Revolution“ präsentierte sich in den Budengassen, auch Hanna Kowitz, Lena Hölzle und Marie Seidl von „Seifenhaft“ erklärten interessierten Besuchern die Herstellung ihrer Seifen aus Gelatine und Agar. Auch Adventskränze aus Kronkorken von „Cycle Corks“ und Makramee-Schlüsselanhänger von Sweet Key Chains“ präsentierten die Schülerfirmen an ihren Ständen.

Doch nicht nur Weihnachtsgeschenke wie warme Socken, Mützen oder kunstvolle Lichterbögen konnten die Besucher an den Marktständen finden, sondern auch allerlei kulinarische Köstlichkeiten wie Kesselgulasch bei der Feuerwehr, Flammkuchen bei der Ski- und Snowboardabteilung des TV Großsachsenheim, Schützenwurst bei den Sportschützen aus Kleinsachsenheim oder Schupfnudeln mit Kraut beim Liederkranz Großsachsenheim.

Erstmals Standprämierung

„Wir werden in diesem Jahr auch erstmals die Stände prämieren, die am schönsten geschmückt sind“, betonte Silke Deuschel von der Stadt Sachsenheim, die unter anderen für die Organisation des Weihnachtsmarkts zuständig war. Für die richtige Einstimmung auf die nahenden Festtage sorgte auch das kurzweilige Bühnenprogramm mit dem Nikolaus, den Chören des Projekts „Einfach Singen“, den Jugendgruppen der Siebenbürger Sachsen sowie dem Chor der Kraichertschule. Im Schlossgarten luden die Royal Rangers zum Stockbrotgrillen ein.